• Buch: Cows Save the Planet: and Other Improbable Ways of Restoring Soil to Heal the Earth

    Kühe = Überweidung = Methan = Gülle ==> Probleme, Probleme, Probleme… Dass Kühe auch gerade die Lösung verschiedenster Probleme sein können, sickert gerade erst ganz langsam durch (hier, hier, hier). Allan Savory hat mit seinem TED-Talk den Grundstein gelegt (wenn auch er von verschiedensten Seiten dafür stark kritisiert wurde). Und ja, Skepsis – oder besser: Vorsicht – ist angebracht. Aber gerade in den USA mehren sich die (Erfolgs)»Geschichten«, wo Bauern Kühe (und/oder andere Tiere) im Stile der Natur (als eng gepackte Herde) einsetzen, und innerhalb kürzester Zeit von erstaunlichen Bodenverbesserungen berichten. Da fällt es mir schwer, nicht in Euphorie auszubrechen. Hey, so einfach soll das sein, Bodenaufbau zu betreiben? Da haben wir Jahrzehnte (Jahrhunderte?) den Boden mit Füßen getreten, den Boden verarmt, vergiftet, erschreckende Bodenerosionsraten mit unseren gängigen Praktiken hervorgerufen – und da reichen ein, zwei Jahre bewusster Weidebewirtschaftung aus, um eine beeindruckende Regeneration der Böden zu erreichen (und damit positive Veränderungen im Bereich Wasserinflitration, Wasserhaltekapazität, Nährstoffspeicherung, Pflanzengesundheit, Pflanzenproduktivität, Biodiversität bewirken)? Judith Schwartz berichtet in ihrem Buch „Cows save the planet“ (Amazon, Buch7) von verschiedensten Bauern weltweit, die diesen Weg gegangen sind (Holistisches Weidemanagement oder Mob Grazing sind die Begriffe dazu), und wirklich unglaubliche Geschichten zu berichten haben. Wieder mal echt beeindruckend und Hoffnung machend!

    Posted on Juli 5, 2018

2 Responsesso far.

  1. Ingur Seiler sagt:

    Guten Tag Herr Schwarzer,

    ich beschäftige mich immer wieder mit der sinnvollen Beweidung. Im grunde geht es doch vor allem darum, die einzelnen Schläge nur kurz zu beweiden, (Voisin schreibt von max. 3 Tagen) und dann das Gras wieder vollständig regenerieren zu lassen. Das wird in der Schweiz schon lange propagiert und z.t. auch gemacht. Der unterschied zum Mob Graizing ist: wir arbeiten mit wesentlich kürzerem Gras (beginn beweidung ca.15cm). Dadurch können unter idealen Bedingungen bis zu 14 000 kg Milch pro ha und Jahr gewonnen werden. Trampeln die Kühe altes, langes Gras zu Boden fressen sie nur wenig und beim nächsten Aufwuchs noch weniger. In wüchsigen Gegenden, aus meiner Sicht, äusserst unproducktiv. Zudem,Kühe nur für die Fleischproducktion zu halten, ist aus öckologischer sicht äusserst bedenklich. Bei Mutterkühen wird nur ca. 6% des im Gras enthaltenen Eiweiss in Fleisch umgewandelt, bei Milchkühen dagegen ca. 25%.
    Herzliche Grüsse Ingur Seiler Berghof Stärenegg

  2. Stefan sagt:

    Hallo Herr Seiler,

    vielen Dank für die Nachricht. Sehr interessant. Ja, die Frage stellt sich immer wieder bei Methoden, die woanders gut funktionieren, wie diese unter anderen Bedingungen wirken.

    Ich kann mir schon vorstellen dass, was als Mob Grazing in feucht-warmem Klima funktioniert, dies nicht unbedingt auf den alpinen Raum übertragbar ist.

    Das mit dem »wesentlich kürzeren Gras« und dem »niedertrampeln«: So wie ich das verstehe ist das ja gerade der Effekt, der erreicht werden soll. Also erstens, das Gras höher wachsen lassen, weil es in der ersten Wachstumsphase v.a. Energie aus den Wurzeln zieht, und erst in der zweiten bzw. dritten Wachstumsphase exponentiell mehr Photosynthese betreiben kann. Wenn ich es vorher bemähe, konnte diese Leistung nicht ausgeschöpft werden. Und das niedertrampeln soll doch entsprechend Biomasse in den Boden bringen, was wiederum vorteilhaft für die Pflanzen ist (indirekt über die Humusanreicherung).

    Tja, immer wieder interessante Aspekte, die es zu beachten gibt. Danke für die Hinweise. Ich fänd’s spannend, entsprechend mal einen direkten (wissenschaftlich begleiteten) Vergleich zu machen: 10ha so, und 10ha so zu beweiden. 5 Jahre lang… 🙂

    Viele Grüße,

    Stefan Schwarzer

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