• Greta Thunberg – Ein Aufruf, die natürlichen Lösungen zu nutzen

    Yes, Greta hat recht in diesem guten Video zu »Natural Climate Solutions«!

    Die Möglichkeiten, über natürliche Lösungen CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen und damit den Klimawandel abzumildern, sind ziemlich groß. Hier habe ich in einem Artikel für UNEP darüber geschrieben. Hier in unserem Buch »Die Humusrevolution«. Gekoppelt mit einer deutlichen Abnahme der CO2-Emissionen würden damit die Lebensbedingungen für uns Menschen in Zukunft deutlich verbessert werden. Und, dies sei hier angefügt, egal ob du an menschengemachte Klimaveränderung glaubst oder nicht. Denn zum einen kriegen wir sauberere Luft, was unsere Gesundheit fördert. Das Leben gewinnt grundsätzlich an Lebensqualität, wenn keine lauten und stinkenden Autos mehr in diesem Maße herum fahren und Kohlekraftwerke dicke Luft machen, mit all den Partikeln die da ausgestossen werden. Grüne Lungen können überall neu entstehen, was unser Herz und unsere Seele erfreut. Nein, die Probleme, die wir mit diesen natürlichen Lösungen positiv verändern können, sind viel größer als nur der Klimawandel alleine. Wir reden von Lösungen für das Insektensterben; für die immense Bodenerosion; für Trockenzeiten ausgelöst durch eine ständig abnehmende natürliche Wasserspeicherkapazizät in Böden, Wäldern, Seen, Auenlandschaften; für die wachsenden Todeszonen in den Meeren; für Mangelernährung in größer werdenden Gebieten; …

    Diese »Natural Climate Solutions« können uns eine neue Lebensqualität bringen und die Zukunftsfähigkeit der Menschen sichern. Worauf warten wir noch?

    Greta sagt dazu:

    “Right now, we are ignoring #NaturalClimateSolutions. We spend 1000 times more on global fossil fuel subsidies than on natural based solutions. This is your money, it is your taxes, and your savings.” – @GretaThunberg

    Posted on September 25, 2019

One Responseso far.

  1. Peter sagt:

    Schon vor Jahren haben wir in Biologie gelernt, dass der Boden einer der größten CO2-Speicher der Erde ist und das der Schutz bestehender Bäume bzw. Neupflanzungen von Bäumen sehr wirksame Klimaschutzmaßnahmen sind.

    Humus besteht zum Großteil aus kohlenstoffhaltigen Verbindungen. Früher hatten viele Böden einen relativ hohen Humusgehalt. Dieser hat jedoch in den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten durch Entwaldung, Beseitigung von Streuobstbäumen, Feldhecken usw. und durch zu häufige mechanische Bodenbearbeitung und fehlende Mulchschicht abgenommen.

    Aufforstungen, silvoarable Agrikultur / Agroforstwirtschaft, mehr Mulchen auf Äckern, mehr Dauergrünland und mehr Bäume in den Städten würden den Humusgehalt wieder erhöhen.
    Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass einige Systeme der silvoarablen Agrikultur / Agroforstwirtschaft den Ertrag der Ackerfrüchte um ca. 30 % steigern können.

    Bäume werfen Laub und Blüten ab, auch die Wurzelhaare leben nur wenige Tage und sterben dann ab. All das wird zu Humus und düngt somit auch andere Pflanzen auf dem Acker bzw. der Wiese.

    Wenn es mehr tote Pflanzenreste gibt, nimmt die Anzahl an Regenwürmern und anderen wichtigen Bodentieren zu. Diese bilden viel langlebigen Humus (Dauerhumus, Ton-Humus-Komplexe), welcher Kohlenstoff längere Zeit speichern kann, und sie lockern den Boden. Wurzeln können so tiefer wachsen, wodurch die Pflanzen Phasen ohne Regen länger überstehen können.
    Je mehr Wurmröhren es gibt, desto besser kann Regenwasser versickern, so dass es weniger Bodenerosion durch oberflächlich abfließendes Wasser gibt und die Hochwassergefahr abnimmt. Durch die Streu der Bäume bzw. durch Mulchen beugt man der Krustenbildung auf nackten Böden vor. Ein Boden ohne Kruste mit intakter Regenwurmfauna kann einen Regenschauer mit 150 Liter Wasser/m2 aufnehmen, ohne dass Wasser oberflächlich abfließt.

    Durch den steigenden Humusgehalt können obere Bodenschichten Wasser länger speichern, so dass Pflanzen Trockenperioden besser überstehen können.

    Regenwürmer fressen auch viele Schadpilze. Wo es viele tote Pflanzenteile gibt, entwickelt sich eine reiches Bodenleben, das heißt, es gibt viele räuberische Bodentiere, welche auch Schädlinge fressen.

    Bäume geben flüchtige organische Substanzen an die Luft ab, welche als Kondensationskerne für Wasserdampf wirken. Wo viele Bäume stehen, bilden sich mehr Wolken und es regnet mehr.
    Bäume verdunsten viel Wasser, welches sich nachts als Tau niederschlägt, welcher als zusätzliche Wasserquelle für flach wurzelnde Pflanzen (z. B. Gemüse, Getreide) dient.

    Bäume fördern Wasser aus tieferen Schichten und geben einen Teil davon an Mykorrhiza-Pilze ab. Über deren Hyphen gelangt Wasser auch zu vielen flacher wurzelnden Pflanzen wie vielen Obststräuchern, Gemüsen, Getreiden oder Wiesenpflanzen.

    Baumstreifen und Hecken bremsen den Wind, so dass der Boden weniger durch Wind austrocknet und erodiert.

    Außerdem sind Baumstreifen und Hecken ein wichtiger Lebensraum für Bestäuber- und Raubinsekten sowie für Vögel und Säugetiere, welche auch auf dem Acker viele Schädlinge fressen.

    Am besten sollten einheimische Baumarten gepflanzt werden, da diese vielen Insekten einen Lebensraum bieten. Viele davon sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel.

    Wo Exoten gepflanzt werden, sollten zumindest Pflanzen aus der gleichen Gattung oder Familie gepflanzt werden.
    Das Klima in Mitteleuropa erwärmt sich schneller, als Gehölze aus dem Süden nachwandern können. Pflanzen aus submediterranen und mediterranen Gebieten kommen mit Dürre und Hitzewellen gut klar und könnten z. B. in Städten und auf Forst- u. Agrarflächen mit sandigen Böden gepflanzt werden.
    Bei der Auswahl von Bäumen u. Sträuchern muss darauf geachtet werden, dass die Pflanzen auch mit strengeren Winterfrösten und nassen Wintern in Mitteleuropa gut klarkommen (z. B. Europäische Esskastanie, Elsbeere, Quitte, Türkische Baumhasel, Europäischer Zürgelbaum, Eichen, Silberlinde, Krimlinde) und dass keine Schädlinge und Pflanzenkrankheiten eingeschleppt werden.

    In Wälder müssten mehr Flächen gar nicht mehr bewirtschaftet werden, denn auf solchen Flächen wird man meisten CO2 gebunden.
    Es müssten mehr artenreiche Mischwälder gefördert bzw. angepflanzt werden.

    In Forsten müssten mehr Flächen extensiv bewirtschaftet werden. Denn großflächige Kahlschläge und breite Schneisen setzen viel CO2 aus dem Boden frei. Außerdem sorgen sie dafür, dass Luft u. Boden an diesen Stellen stärker austrocknen und sich stärker aufheizen, was umliegende Bäume schwächt und bei längerer Dürre bzw. Hitzewellen schädigen kann.

    Große Forstmaschinen verbrauchen nicht nur viel Diesel o. Benzin, sondern sie verdichten den Boden, was das Bodenleben schädigt u. die Bodenerosion erhöht.
    Es müssten wieder mehr Bäume von Hand gefällt und mit Rückepferden abtransportiert werden.

    Wo Bäume genutzt werden, sollten sie am besten über längere Zeit unverändert bleiben (z. B. in Gebäuden verbaut o. als Möbel), so dass der im Holz gespeicherte Kohlenstoff über viele Jahrzehnte gebunden bleibt.

    Die in Deutschland immer weiter zunehmende Nutzung von Holz als Brennmaterial muss gestoppt werden. Neben CO2 entstehen in den Kaminen u. Heizungsanlagen auch viele gesundheitsschädliche Stoffe wie z. B. Dioxine, Furane, Rußpartikel in Feinstaubgrößen usw.

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