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Lesenswerte Artikel

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Meeresforschung: Plastikmüll hat die Arktis erreicht. Eigentlich wollten die Polarforscher Meeressäuger und Seevögel beobachten – doch dann zählten sie auch Müll. Selbst im hohen Norden treibt Kunststoffschrott im Wasser und wird zur Gefahr für die dort lebenden Arten.

Umweltkatastrophe in Indonesien: Ein Land ringt nach Luft. Brandrodung und Dürre haben in Indonesien eine Klimakatastrophe ausgelöst, die globale Auswirkungen haben könnte. Millionen Menschen leiden unter beißendem Smog, auch seltene Wildtiere wie der Orang-Utan sind bedroht.

Klima: China stößt weitaus mehr Kohlendioxid aus als bekannt. Chinas riesiger Treibhausgas-Ausstoß bestimmt wesentlich, wie stark sich das Klima erwärmen wird. Jetzt wird bekannt: Die CO2-Emissionen liegen um ein Sechstel höher als angegeben.

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Präsentation: Why I Live A Zero Waste Life. Lauren Singer

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Wow, das alles, was da im Glas sich befindet, ist der Abfall den Lauren Singer in den letzten drei Jahre produziert hat. Oder zumindest jener, der auf der Müllkippe landen würde. Mehr oder weniger von jetzt auf gleich entscheidet sie sich, zuerst auf Plastikabfälle, dann noch grösser denkend auf alle (nicht-biogenen) Abfälle zu verzichten. Und fängt damit an peu-à-peu die Dinge selbst zu produzieren, die sie für ihr Leben „ohne Plastik“ braucht, aber natürlich im Supermarkt nicht finden kann. Echt beeindruckend, was geht, wenn man will. Ihre Webseite: http://www.trashisfortossers.com

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Abfall-freies Restaurant

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Wie ein begeisterter Burger-Restaurant-Chef sein Lokal in ein (fast komplett) Abfall-freies Unternehmen verwandelt. Alles, was am Ende eines Jahres an Abfall übrig bleibt passt in eine handelsübliche Abfalltüte. Wow! Wirklich beeindruckend, dass sowas möglich ist.

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Artikel: Plastikmüll in der Tiefsee und der Donau

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Plastik bestimmt unser Leben. Es wäre aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob Essen, Trinken, Bücher, Spiele, Werkzeuge, Computer und Fernseher, und gar Autos: Alles ist in Plastik eingepackt. Kein Wunder also wenn sich unsere Plastikabfälle nicht nur im Gelben Sack, sondern (vor allem?) in der Natur wieder findet. Von dem grossen „Plastikteppich“ im Pazifischen Ozean werden sicher schon viele gehört haben – auch bekannt als der Pazifische Müllstrudel. Aber dass der Zivilisationsmüll nun auch die Tiefseegräben erreicht hat. Und in der Donau mehr Plastik als Fisch schwimmt… das ist schon ein harter Brocken, und zeigt wie egoistisch, hirn- und rücksichtslos der Mensch lebt. (hier und hier als PDF.)

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Der erste Biomeiler am Schloss Tempelhof

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Nun steht er, der erste Biomeiler der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof. Einen Tag Arbeit (ohne die Vorbereitungen zu zählen), und knapp 120 Kubikmeter Biomasse werden nun kompostiert. Die dabei entstehende Wärme wird in ein Gewächshaus in den Boden geleitet um dieses frostfrei zu halten. Im Frühjahr, wenn die Jungpflanzenanzucht ansteht, wird die Wärme dann auch genutzt ein zweites Gewächshaus zu heizen. Wir sind sehr gespannt wie es laufen wird.

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Doku: Trashed – Weggeworfen

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In der Natur gibt’s das nicht: Abfall. Alles ist eine Resource für andere Lebewesen. Bei uns Menschen ist das was Anderes. Wir produzieren Unmengen an Abfall, der irgendwo landet. Weggeworfen und vergessen, scheint der Ansatz von uns zu sein. Dabei ist der Schaden der dabei entsteht riesig. Trashed – Weggeworfen zeigt deutlich auf wovor wir die Augen verschliessen.

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Artikel: Ein neues Bio

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FORDERUNG Es ist Zeit für ein Agrarkonzept, in dem Felder mit menschlichen Exkrementen gedüngt und unsere Nährstoffe wiederverwendet werden

VON MICHAEL BRAUNGART
Wenn man in China auf dem Land zum Essen eingeladen ist, dann erwarten die Menschen bis heute, dass man so lange bleibt, bis man die Toilette aufsucht. Es gilt als unhöflich, nach dem Abendessen zu gehen und die Nährstoffe mitzunehmen. Auf diese Art und Weise konnte man in China eine bruchlose Zivilisation von über 5.000 Jahren schaffen, während in der westlichen Welt die Bauern nie etwas zurückbekommen haben. Man lieferte die Nahrungsmittel immer in die Stadt und „verlor“ dadurch die Nährstoffe.
Das muss sich ändern. Denn in der Landwirtschaft, die Energiepflanzen anbaut, verlieren wir zwischen elf und 30 Tonnen fruchtbaren Boden pro Hektar und Jahr. Aber auch der Biolandbau verliert intakten Boden: etwa eine Tonne pro Hektar und Jahr. Das liegt daran, dass die menschlichen Stoffwechselprodukte nicht zurück in biologische Kreisläufe gehen dürfen. Ist es nicht zu wenig, dass es nur „Bio“ ist – ohne uns? Wir brauchen ein neues Bio, wozu wir gehören.
Mit dem Beginn der industriellen Landwirtschaft im 19. Jahrhundert begann man, Exkremente von der Landwirtschaft auszuschließen, um Krankheitskeime, die Übertragung von Krankheiten und damit hygienische Probleme zu verhindern. Dies kann jedoch auf Dauer nicht so sein. Jeden Tag müssen wir durch unsere Nahrung zwei Gramm Phosphor aufnehmen und zwei Gramm Phosphor abgeben. Wir können sonst keine Zähne bilden, keine Knochen stabilisieren und erhalten, wir können keine Energie speichern.
Dabei bestimmen zwei Länder über mehr als 60 Prozent der Phosphorvorkommen. Die Qualität des Phosphorerzes nimmt dabei täglich ab. Inzwischen wird durch den Phosphorbergbau viel mehr Radioaktivität in die Umwelt gebracht, als sie in Atomanlagen eingesetzt wird. Allein in Deutschland sind in den letzten 20 Jahren über den Dünger 15.000 Tonnen Uran auf unseren Feldern verteilt worden. Dies verursacht Leukämie bei Kindern. Knochenmarkspenden sind schön, aber ist es nicht viel schöner, Leukämie von vorneherein an der Entstehung zu hindern, indem man niedrige radioaktive Strahlung so weit wie irgend möglich vermeidet?
Nach unseren Untersuchungen werden mit einem Kilo Toilettenpapier bis zu fünf Millionen Liter Wasser über den Trinkwassergrenzwert hinaus kontaminiert, weil die additiven Hilfsstoffe, optischen Aufheller und Druckpigmente nie für biologische Kreisläufe entwickelt worden sind.
Wir brauchen sofort ein Bio, das unsere nützlichen Stoffwechselprodukte wiederverwertet. Es geht nicht um die Frage, Biolandwirtschaft ja oder nein, sondern um gute Landwirtschaft oder schlechte Landwirtschaft. Landwirtschaft, die den Boden zerstört, die die Artenvielfalt verhindert, die das Grundwasser in höchstem Maße kontaminiert, ist einfach nur schlechte Landwirtschaft. Eine Biolandwirtschaft allerdings, die Nährstoffe nicht zurückgewinnt, ist ebenso verbesserungsfähig. Wir brauchen also ein neues Bio: ein Bio, das bedeutet, dass ein Übergang zu einer gartengebundenen Landwirtschaft stattfindet, die weit produktiver ist. Gegenüber einer Monsanto-Gentechnik der industriellen Landwirtschaft ist eine Gartenlandwirtschaft mindestens zehnmal produktiver. Dies setzt jedoch viel mehr Tätigkeit voraus, viel mehr Arbeit. Und dies bedeutet, dass Menschen in diesen Bereichen tätig sein müssen – in viel größerer Zahl.
Die Vereinigten Staaten haben in den letzten 200 Jahren die Hälfte ihres gesamten Humus eingebüßt. Dies erscheint zunächst nicht schlimm, denn im Durchschnitt haben die Böden dort etwa zwei Meter Humus. Wenn man jetzt bei einem Meter angekommen ist, lässt sich damit immer noch wunderbar Landwirtschaft betreiben.Wenn wir normale Marktabfälle vom Isemarkt in Hamburg kompostieren, ist der Kompost bereits heute so kontaminiert, dass er nach dem deutschen Bundes-Bodenschutzgesetz nicht in die Landwirtschaft zurückgehen kann. Zudem sind weder Autoreifen noch Bremsbeläge, noch Schuhsohlen, noch Abriebe in allen anderen technischen Bereichen, noch Dünger tatsächlich für biologische Kreisläufe entwickelt worden.
Dadurch, dass der normale Kompost nicht wieder in die Landwirtschaft zurückgeht, wird umso mehr Kunstdünger eingesetzt, für den die strikten Kompostgrenzwerte natürlich nicht gelten. Das heißt, wir kontaminieren dadurch die Biosphäre natürlich noch stärker, indem wir Kompostierung gesetzlich behindern. Die Belastung durch Schwermetalle im Kompost entsteht jedoch nicht durch die organischen Reststoffe, sondern überwiegend durch den künstlichen Dünger selbst.
Wir brauchen eine Landwirtschaft, in der ein echtes Kreislauf-Nährstoff-Management stattfindet. Was ich fordere, ist nicht neu: Im alten China wurden unsere Exkremente – nach biologischer Behandlung – als Dünger verwendet. Dadurch hat der Boden die wertvollen Nährstoffe zurückerhalten, die wir über die Nahrung verstoffwechselt haben. Mehr Bio geht nicht.
Wir brauchen eine Landwirtschaft, in der ein echtes Kreislauf-Nährstoff-Management stattfindet

Der Autor
Michael Braungart ist Professor der Verfahrenstechnik an der Leuphana Universität Lüneburg und hält den Lehrstuhl für Cradle to Cradle Innovation und Qualität an der Rotterdam School of Management.
Das Engagement: Braungart hat mehrere Umwelt- und Forschungsinstitute mitgegründet und ist Koautor des Buches „Intelligente Verschwendung – The Upcycle: Auf dem Weg in eine neue Überflussgesellschaft“ (Oekom Verlag).

Quelle

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Artikel: Eine Armee winziger Weltretter

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„Nichts recyceln die Deutschen schlampiger als organische Küchenabfälle. Bokashi-Komposteimer aus Japan schaffen Abhilfe: Sie brauchen wenig Platz. Und stinken nicht.“

Wer schon einmal eine Biotonne in der Küche stehen hatte, kennt das Problem: Einerseits befriedigt es das Öko-Gewissen, welke Salatreste und Obstschalen von Milchkartons und Plastikbechern zu trennen. Andererseits ist das ziemlich lästig. Leert man die Tonne nicht ständig aus, verbackt der Inhalt zügig zu einer nassen, stinkenden Pampe – besonders im Sommer. Maden können die Tonne bevölkern, Fruchtfliegen werden angezogen und bald durchweht die Küche ein Hauch von Müllkippe.

Eigentlich ist die Biotonne eine gute Idee, denn mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel landet im Müll. Felicitas Schneider, die für das Wiener Institut für Abfallwirtschaft Mülltonnen von Haushalten und Supermärkten durchsucht hat, stellte fest, dass ein Durchschnittshaushalt im Jahr 50 Kilogramm essbare Lebensmittel wegwirft.
Jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot, insgesamt bis zu 20 Millionen Tonnen im Jahr, landen im Müll.

Die Biotonne birgt die Hoffnung, dass diese Massen weggeschmissener Lebensmittel zumindest nicht ganz verloren gehen, sondern einen neuen Daseinszweck erhalten können – als Kompost. Theoretisch sinnvoll, praktisch nicht gerade populär: Im Vergleich zu Papier und Glas trennen die Deutschen nach einer Untersuchung der technischen Universität Braunschweig ihre Bioabfälle deutlich weniger gern und häufig vom Restmüll. Das gilt besonders für Küchenabfälle. Überraschend ist das nicht. Faulende Essensreste in der Küche– wer will das schon?

Eine Idee aus Japan könnte Abhilfe schaffen. Die küchenfreundliche Variante eines Komposthaufens heißt dort: Bokashi. Man braucht dafür keinen Garten und keine Biotonne, sondern nur einen Bokashi-Eimer mit dicht schließendem Deckel und Zapfhahn, sowie Bokashi-Kleie. Beides kann man selbst besorgen oder einfach im Internet bestellen. Der Rest geht einfach: Essensreste klein schneiden – am besten rohe Obst- und Gemüsestücke, aber auch gekochtes in kleinen Mengen – und in den Bokashi-Eimer geben. Anschließend eine Handvoll Bokashi-Kleie darüber streuen. Wiederholen, bis der Eimer voll ist.

Bokashi-Kleien sind eine Mischung aus Melasse, Kleie und effektiven Mikroorganismen. Letztere sind eine Lösung aus Milchsäure, Hefen und Fotosynthesebakterien, die in Lebensmitteln wie Bier, Joghurt und Sauerkraut natürlich vorkommen. An sich also nichts Besonderes – der entscheidende Faktor liegt in ihrer Mischung.
Teruo Higa, Professor für Gartenbau an der japanischen Universität Ryukyus in Japan, hat sie 1982 bei seinen Versuchen über Bodenfruchtbarkeit eher zufällig entdeckt. Er experimentierte mit Mikroorganismen und stellte fest, dass Gras an einem Fleck, auf dem die Mikroben nach getaner Arbeit entsorgt wurden, schneller wuchs.

Das Prinzip solcher effektiver Mikroorganismen ist schnell erklärt: Es gibt drei Gruppen von Mikroorganismen, die ihre Umgebung beeinflussen. Wie sie das tun, erinnert ein wenig an Staatspolitik: Die Gruppe der abbauenden Mikroorganismen sorgt dafür, dass organisches Material fault und zerfällt. Aufbauende Organismen tun das Gegenteil. Beide Gruppen sind zahlenmäßig eher klein. Die größte, dritte Gruppe folgt immer der jeweils dominanten Fraktion.

Gibt man also eine Menge aufbauender Organismen in Erdboden, Wasser oder auch den menschlichen Darm, können sie das Milieu günstig beeinflussen. Es ist letztlich die gleiche Idee, die auch hinter Joghurts mit probiotischen Kulturen steckt: Günstige Bakterien sollen die ungünstigen verdrängen.

Im Internet werden die Mikroben bereits als Armee winziger Weltretter gefeiert. Ihr Potential ist, glaubt man Higa und seinen Fans, enorm: Als Düngemittel eingesetzt, sollen sie Ackerböden verbessern und Pflanzen ernähren. In Aquakulturen geschüttet, sollen sie das Wasser rein halten, als Getränk Darm und Immunsystem sanieren und unter Tierfutter gemischt sogar Pferde und Hunde gesund halten. In Kosmetik eingearbeitet, sollen sie Haar und Haut pflegen und als Salz den Körper entschlacken. Der Bierbrauer Lammsbräu hat bereits den größten Teil seiner Reinigungsmittel mit Lösungen aus effektiven Mikroorganismen ersetzt.

Ob die Mikroben wirklich die Alleskönner sind, als die sie verkauft werden, ist schwer zu sagen. An wissenschaftlichen Untersuchungen herrscht bisher noch Mangel. Eine Studie der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LFL) hat recht ernüchternde Ergebnisse hervorgebracht: Bei einem vergleichenden Versuch wurden Getreidefelder mit und ohne effektive Mikroorganismen bearbeitet. „Die Wirkung war gleich null“, sagt Lorenz Heigl von der LFL. „Wir konnten beim Ertrag fast keinen Unterschied feststellen.“

Im Kompost hingegen ist der Effekt eindeutig: Gibt man effektive Mikroorganismen zu Essensresten, kommt statt Fäulnis jener Prozess in Gang, der auch Kohl in Sauerkraut verwandelt: Fermentierung. Der Prozess reichert den Biomüll mit Vitaminen, Enzymen und Antioxidantien an und macht ihn länger haltbar. Das Ergebnis stinkt und fault nicht, wie ein normaler Biomüll, sondern riecht leicht säuerlich. Und das auch nur dann, wenn man den Deckel anhebt.

Der Bokashi-Eimer ist ein Thema für sich. Man muss schon ein sehr großer Kompost-Freund sein, um freiwillig 45 Euro für einen aus Japan importierten Plastikeimer auszugeben. Es geht aber auch anders: Mit etwas Geschick kann man den Bokashi-Eimer auch selbst bauen – im Internet gibt es reichlich Bauanleitungen zum Download. Dort finden diejenigen, die alles selbst machen möchten, auch Rezepte und Videos für die Herstellung von Bokashi-Kleien.

Wer nach drei Wochen zum ersten Mal einen Blick auf den fermentierten Inhalt eines Bokashi-Eimers wirft, kriegt wahrscheinlich einen Schreck – Erde ist das noch längst nicht. Das Ergebnis erinnert an graues Sauerkraut. Aber das soll so sein. Im nächsten Schritt gräbt man das sauer riechende Gemisch in Erde ein. Stadtbewohnern ohne Garten schlägt Franz-Peter Mau von der Gesellschaft zur Förderung regenerativer Mikroorganismen pragmatisch vor, den fertig fermentierten Bokashi-Kompost neben dem nächsten Straßenbaum einzuarbeiten.

Wer die Idee, Küchenabfälle auf offener Straße zu vergraben, eher problematisch findet, hat eine weniger öffentliche Alternative: „Man nimmt einen von diesen schwarzen, im Baumarkt erhältlichen Betonmischkübeln, füllt ihn mit zu ca. 2/3 mit Erde und mischt das Küchen-Bokashi sorgfältig ein. Eine Lage Erde oben drauf, mit effektiven Mikroorganismen angießen, Plane drauf, damit es abgeschieden vor sich hin fermentieren kann. Nach 1-2 Monaten sollte das meiste zu Erde geworden sein,“ rät Mau. Das Ergebnis ist fruchtbares Material für Topfpflanzen – oder eben doch für den Baum vor dem Haus. Erde stinkt ja nicht. Jedenfalls längst nicht so stark, wie eine Biotonne.

Quelle oder hier als PDF

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Film: Midway (Englisch)

Viele von uns wissen um den Plastikmüll den wir produzieren. Wissen, dass dieser, einmal in der Natur, sich kaum abbaut. Und haben vielleicht schon mal vom grossen pazifischen Abfallbereich (Great Pacific Garbage Patch) gehört. Aber dann doch zu sehen was mit den manchen Lebewesen passiert, wenn sie in Kontakt mit unserem Müll kommen, ist schockierend, frustrierend, aufwühlend. Und, ähnlich wie beim CO2 Ausstoss ist es so dass selbst wenn wir morgen aufhören würden Plastikmüll zu produzieren (und in der Natur landen zu lassen), so wäre er doch für hunderte von Jahren noch eine grosse Gefahr für viele Tierarten, weil sich Plastik eben nur ganz, ganz langsam abbaut, über hunderte von Jahren. Grosse Gefahr geht vom Plastik aus weil manche Tiere denken es wären Fische, diese dann fressen oder ihrem Nachwuchs geben, und weil Plastik ziemlich giftig ist, und selbst kleine Mengen schnell zu gesundheitlichen Störungen führen können. Der Film „Midway“ zeigt anhand von Albatrossen die grauenhafte Auswirkungen unseren achtlosen Umgangs mit unserem Konsum und der Natur.

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Doku: Aquaponic Urban Farm Grows Vegetables (Englisch)

Super interessante Doku, nicht nur über Aquaponic, sondern auch mit anderen klasse Ideen. Z.B.:

Kompost im Gewächshaus; nicht ganz unbekannt. Hier wird Gehäckseltes im Gewächshaus kompostiert. Vorteil davon ist dass a) es im Gewächshaus länger und schneller (Sommer und Winter sind halt wärmer als draussen) arbeiten kann als draussen und b) das Holz nicht so schnell kompostiert ist wie Küchen- und Grünpflanzenabfälle und c) das Gewächshaus dadurch im Winter geheizt wird. Teile des Wurmkpostes, auch auf Holz-Gehäckseltes basierend, wird verkauft:

Grosse Mengen gehäckseltes Holz wird bei denen auf dem Grundstück abgeladen (weil die Firmen sonst eine Gebühr bei der lokalen Müllhalde bezahlten müssten). Dadurch natürlich haben sie grosse Mengen besten Düngers – Kompost/Humus:

Für noch mehr und anderen Kompost wird bei lokalen Geschäften das Gemüse was in der Mülltonne landet abgeholt. Billiger kommt man an seinen Kompost nicht dran.

Drinnen (s. auch oberstes Bild) wird Aquaponic betrieben. Relativ günstiges System, selbst gebaute Holzbehälter. Klasse.

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Buch: Kompost-Toiletten. Sanitärtechnik ohne Wasser. Wolfgang Berger, Claudia Lorenz-Ladener

Der Untertitel könnte auch heissen: Alles was Sie (noch nie/schon immer) über Sch… wissen wollten! Aber mal ehrlich: Dieses Buch hat mich überrascht und begeistert. Dass Kompost-Toiletten keine neue Erfindung sind, das wusste ich schon. Dass diese aber schon seit ein paar Jahrzehnten in ganzen Siedlungen (zum grössten Teil erfolgreich) eingebaut wurden, das war mir nicht bekannt. Das Buch „Kompost-Toiletten: Sanitärtechnik ohne Wasser erklärt ausführlich warum es nicht nur eine Verschmutzung darstellt wenn wir unsere Ausscheidungen einfach so die Toilette runterspülen, sondern auch eine Verschwendung. Warum Kreislaufwirtschaft auch in diesem Bereich sinnvoll ist. Mit ein bisschen Anpassung und Geduld können wir unsere Abfallprodukte in „gelbes“ und „schwarzes Gold“ – nämlich Flüssig- und Festdünger (Kompost) – verwandeln. Tolles Buch mit viel Hintergrundwissen, Beispielen, Fotos und Tabellen. Bravo. Möge es viele Menschen beeinflussen!

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Doku: Kaufen für die Müllhalde

Glühbirnen die statt > 2.500 Stunden nur max 1.000 Stunden brennen? Die Nachfrage nach Autos und anderen Produkten die durch neue Farben und Modelle gesteigert wird? Drucker die nach zwei Jahren – nicht reparierbar, aber in der Soft- und Hardware so ausgelegt – nicht mehr funktionieren? Die Industrie hat gründlich, und das schon seit über hundert Jahren, dafür gesorgt dass wir kaufen und kaufen und kaufen. Ob das gleiche Produkt wieder und wieder und wieder, weil’s nicht lange hält, oder eben ein neues Produkt weil’s „veraltet“ ist. Eine interessante Doku, teils etwas langatmig, welche aufzeigt wann und mit welchem Geiste diese Konsum- und Wirtschaftswachstumsgesellschaft geschaffen wurde.

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Film: Taste the Waste

Was für ein System: Bis zu 50% unserer Lebensmittel werden irgendwo zwischen Ernte, Transport, Umwandlung, Verkauf und Kühlschrank weggeschmissen. 20 Milliarden Euro, jedes Jahr, allein in Deutschland. Das fängt bei zu kleinen oder nicht schön geformten Kartoffeln an, und hört bei Joghurts und anderen frischen Produkten auf, die schon Tage vor dem Ablaufdatum aus den Regalen in die Mülltonne verschwinden. Oder bei Brot welches auch abends noch in grosser Zahl in der Vertrags-Bäckerrei vorrätig sein muss, mit dem Resultat natürlich, dass ein grosser Teil dessen am Ende des Tages weggeschmissen werden muss. Die Doku Taste the Waste bewegt, und fordert uns zum Nach- und vor allem Umdenken auf. In was für einem System leben wir? Und, wollen wir da weiterhin mitmachen? Welche Lösungen gibt es uns davon ganz bewusst auszuklinken und einen anderen Weg zu beschreiten?

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Multiples Recycling

Letztens berichtete mir ein Freund so nebenbei von Stahl-Frühbeet-Fenstern in einem Garten die demnächst auf die Müllhalde gebracht werden sollten. Ohh… Wie schade!, war da meine erste Reaktion. Und: Da kann man doch sicher noch was mit anfangen. Also, als erstes die Fenster abgeholt und bei Freunden untergebracht, die einige davon selbst verwenden können um ihre alten (holzumfassten und mit dünnem, mittlerweile brüchigem Glas) zu ersetzen. Als nächstes überlegt wie ich die Fenster in unserem kleinen Garten verwenden könnte. Erste Versuche waren nicht wirklich erfolgreich: Beet zu klein; keinen passenden Auflege-Rand; Pflanzen wachsen zu hoch; Fenster zu schwer zum Heben zum Giessen oder um Regen durch zu lassen. Verwendung als Frühbeet auf der Terrasse schon etwas besser, aber auch dort sehr schwer zu heben. Ein Sturm zerbrach dann auch mal gleich zwei Scheiben. Aus der Not eine Tugend gemacht („Problems are the solutions“!!) und die Fenster per Säge zerteilt. Damit war zwar nur noch eine Seite verwendbar, aber die dafür nun endlich wirklich handlich. Und einige Zeit später benötigte ich für unsere Hängetaschen eine Aufhängung für unseren Holzstapel. Da kam mir die nicht mehr funktionstüchtige zweite Hälfte der Fenster gerade recht. Die Seitenteile so abgeschnitten dass eine „Haken“ entstand. Zwischen die Hölzer geklemmt, und voilà! Und die übriggeblieben Stange kann auch noch gut verwendet werden, z.b. zum unter einen Holzstapel Legen, zum Stützen, usw. Summa summarum: Eine sehr gute Erfahrung in Sachen Abfall-Verwertung!

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