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Präsentation:  Bodenleben fördern und Boden schützen: Untersaaten und Buffet-Anbau. Peter Bloching. Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020

Präsentation: Bodenleben fördern und Boden schützen: Untersaaten und Buffet-Anbau. Peter Bloching. Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020

Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020
Treffpunkt für Vordenker und visionäre Praktiker in der Landwirtschaft

Hier der Link zum Vortag

Peter Bloching ist Landwirtschaftsmeister mit klassischer Ausbildung. 1996 Übernahme des Familienbetriebes (Milchvieh und Ackerbau) und Aufbau einer Molkerei mit Direktvermarktung (bis 2017). 2004-07 Entwicklung und Umsetzung von Verkauf über Automaten. 2009 Umstellung auf Bioland. 1987 1. Wahrnehmung von Bodenerosion, dann ab 1989 Mulchsaat. Bis 2002 waren wir ein großer Maisanbauer in der Region. Durch die Gentechnikdiskussionen, ab 1995, und die BSE Krisen (1995-2001) habe ich jegliches Vertrauen in die Agrarindustrie verloren. Bereits 2007, vor der Umstellung auf Bio haben wir den Maisanbau eingestellt. Ab 2010 Anpflanzungen von Agroforstbiotopen. Seit Herbst 2015 melken wir im Sommerhalbjahr mit unserem Weidemelkstand auf Wiesen und Äckern. Zwischenfrüchte, ab 1989. Untersaaten, ab 2003. Natürliche Selbstumwandlung zur Wiese, 2010.

Im Fokus des Symposiums standen Erfahrungsberichte von Landwirten, Gärtnerinnen und Beratern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die verschiedene Aspekte einer aufbauenden Landwirtschaft umsetzen.

Themen waren: Mischkulturen, Untersaaten und Zwischenfrüchte; Agroforstwirtschaft; pfluglose und Minimal-Bodenbearbeitung und Direktsaat; Kompostierung und Mulch; Immunsystem der Pflanzen, vitalisierende Blattspritzungen, Rotte-Steuerung und Effektive Mikroorganismen; Solidarische Landwirtschaft, Direkt-Vermarktung.

Mit Hofrundgang, Vorträgen, Kurzreferaten, einer Podiumsdiskussion und vielfältigen kleinen Arbeitsgruppen wollen wir einen offenen Begegnungsraum schaffen für konventionelle und ökologische Bauern, Gärtnerinnen und andere interessierte Menschen. Das Symposium soll Verständnis für Zusammenhänge und Lösungen vermitteln und verbreiten. Es soll dazu anregen, Abhängigkeiten zu verringern und in Partnerschaft mit Menschen und Natur neue Wege einzuschlagen.

Stefan Schwarzer ist Physischer Geograf und Permakultur-Designer. Er arbeitet seit 17 Jahren für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Genf, wo er sich mit globalen Umweltthemen beschäftigt. Die Verbindung globaler Interessen und Ziele mit lokalen Handlungen, vor allem in Form von einer aufbauenden Landwirtschaft in Anlehnung an die Permakultur, ist eines seiner Hauptanliegen. Er ist Co-Autor des Buches “Die Humusrevolution”. Er lebt seit Ende 2012 in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof.

WEITERE INFORMATIONEN
www.aufbauende-landwirtschaft.de
www.webinar-aufbauende-landwirtschaft.de
www.humusrevolution.de
www-lebensraum-permakultur-de
www.schloss-tempelhof.de

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Vorgelegt: Ackerbaustrategie der deutschen Landwirtschaft – Visionen sehen anders aus

Die fünf Mitgliedsverbände des Zentralauschusses der deutschen Landwirtschaft, bestehend aus DBV, DLG, DRV, VLK und ZVG, haben ihre gemeinsame Zukunftsstrategie Ackerbau vorgestellt. Revolution ist nicht in Sicht. Schöne Worte zählen. Und alles bleibt wie es war.

Nun, vielleicht bin ich da zu kritisch. Ja, sie wollen sich verstärkt mit Untersaaten und Zwischenfrüchten beschäftigen. Und dem Boden Gutes tun. Aber zu differenzieren, was Worthülsen sind oder doch wirklich echte Visionen, dazu taugt das Papier nicht.

Die Kernziele der Ackerbaustrategie
Die deutsche Landwirtschaft setzt sich zum Ziel,
I. die Versorgung mit hochwertigen Nahrungs- und Futter- mitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen zu sichern.
II. die Ackerbausysteme unter Beachtung der Fruchtfolge und der Sortenwahl so zu gestalten, dass Krankheiten und Schädlinge eingedämmt und Risiken des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln weiter reduziert werden.
III. die Fruchtbarkeit der Böden und die Bodenstruktur zu erhalten und zu verbessern.
IV. den Bedarf der Kulturpflanzen an Nährstoffen zu decken und die Effizienz der Düngung weiter zu verbessern.
V. sich an Klimaveränderungen erfolgreich anzupassen, die eigenen Treibhausgasemissionen zu reduzieren und einen Beitrag zur Vermeidung von Klimagasen durch den Anbau und die Verwendung nachwachsender Rohstoffe und Bioenergie zu leisten.
VI. die Vielfalt der Kulturlandschaft und die Biodiversität zu fördern.
VII. die Wettbewerbsfähigkeit des Ackerbaus zu erhalten und zu verbessern sowie den Ackerbau besser gegenüber Vermarktungsrisiken abzusichern.
VIII. weiterhin einen Beitrag zum Zusammenleben im ländlichen Raum zu leisten.

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Hohe Erträge bei insektizifreiem Raps

Das ist der richtige Weg: Verstehen, wie Boden(leben) und Pflanzen zusammen wirken und arbeiten. Und was ein reiches Bodenleben und eine ausgeglichene Versorgung an Nährstoffen für das Pflanzenwachstum leisten kann.Das Video zeigt Möglichkeiten, wie ein gesunder Raps und gute Ernten auch ohne Insektizide möglich sind. Schäden am Raps durch den Rapsglanzkäfer werden auf natürliche Weise verhindert. Dietmar Näser war beim Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2017 mit dabei – hier ist sein Vortrag.

Posted by Stefan in Landwirtschaft, Natur, 2 comments

Permakultur in der Landwirtschaft (I)

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Ich frage mich seit langem wie sich Permakultur und Landwirtschaft miteinander verbinden können. In Europe und vor allen Dingen in Deutschland hängt die PK ja sehr stark an „Kleingärten“, irgendwo so zwischen Balkon, 200m2 Kleingarten und 2000m2 Großgarten. Aber nur selten, wenn nicht gar seltenst, sehe ich ein Bezug von PK zur grösserflächigen landwirtschaften Nutzung. Dass sich die beiden auch nicht 1:1 vertragen, ist auch ersichtlich. Schliesslich geht’s bei der PK um Begriffe wie low-input, vielseitig und vielfältig, kleinräumig… Das passt nun einfach nicht zu unserem (derzeitigen?) Denken über „die“ Landwirtschaft.

Auf der anderen Seite denke ich dass wir wiederum nur dann wirklich was „Grösseres“ bewirken können, wenn wir aus den Gärten hinaus zu den Bauern gehen. Aber, so stelle ich mir dann immer wieder die Frage, wie soll das gehen? Wie soll eine Landwirtschaft aussehen die nach PK-Prinzipien arbeitet (und dennoch nicht nach einem Jahr Insolvenz anmelden muss… )? Vielleicht gibt’s hier unter den Lesern ja einige die da genauere Vorstellungen haben.

Einige interessante Ansätze werden bei der Lebensgemeinschaft Tempelhof verfolgt. In diesem Artikel nun mal ein erster Hinweis drauf. Der Boden am Tempelhof ist sehr lehmig. Sehr lehmig, wirklich. Es kann so viele Tage regnen wie es will; nach vier Tagen Sonne springt der Boden auf so dass es aussieht wie in schlimmsten Zeiten in Afrika. Ausserdem gedeihen „Beikräuter“ in Massen dass man denken könnte sie würden hier angebaut werden.

Nun werden die Äcker dick gemulcht, entweder mit frischem Grün, direkt von der Wiese, oder mit Heu. Dies, das wissen wir von der PK im Garten, hat verschieden Vorteile („Funktionen“): Es bedeckt den Boden, was z.B. die Evaporation (Verdunstung) abschwächt, was wiederum dazu führt dass der Boden länger feucht bleibt; es schützt den Boden vor starken Regenfällen, die die Oberfläche stark verschlämmen können; es bietet Spinnen und Käfern Lebensraum; es verbessert mit der Zeit die Bodenqualität, da ja das Material mit der Zeit vom immer aktiver werdenden Bodenleben abgebaut und in den Boden eingebracht wird; was wiederum die Wasserhaltekapazität des Bodens erhöht (1% mehr Humus lässt die Wasserhaltekapazität verdoppeln!), …

Nun wird dies hier, siehe Bilder oben im Vergleich, in diesem Jahr noch manuell, nach dem Pflanzen gemacht, oft auch erst nach einem ersten Hacken. Dies erfordert viel Kraft, Aufwand, Zeit. Die Hoffnung ist im nächsten Jahr erst einmal dick zu mulchen, um dann mit einem entsprechenden Gerät eine Rille zu ziehen in die dann gepflanzt wird.

Posted by Stefan in Garten, Gemeinsam Leben, Landwirtschaft, Technik, 2 comments