artikel

Die Zukunft der Landwirtschaft hat menschliche Dimensionen

Die Zukunft der Landwirtschaft hat menschliche Dimensionen

Schöner Artikel (auf englisch) von Jean-Martin Fortier, dem Vorreiter der Marktgarten-Bewegung.

Die Zukunft der Landwirtschaft wird von den Menschen kommen, nicht von der Technologie – von einer neuen Generation von Landwirten, die sich kleinräumige, ökologische, nahrhafte Anbautechniken zu eigen machen.

Ich bezeichne mich gerne als professionellen „Regenwurm-Lebensraumbauer“, denn je mehr Regenwürmer ich sehe, das weiß ich, desto lebendiger und fruchtbarer ist mein Land.

Posted by Stefan in Artikel, Landwirtschaft, 0 comments
Artikel: Agroforstsysteme der gemäßigten Breiten bieten einen größeren Bestäubungsdienst als Monokulturen

Artikel: Agroforstsysteme der gemäßigten Breiten bieten einen größeren Bestäubungsdienst als Monokulturen

Überraschend sind diese Ergebnisse nicht: Klar, die Integration von Bäumen in Aecker und Wiesen fördert die Artenvielfalt. Aber doch interessant, welchen Unterschied es machen kann – obwohl ich den durchaus auch höher eingeschätzt hätte. Hier eine Untersuchung aus England, auf ökologischen Flächen: »Wir fanden heraus, dass Agroforstsysteme (AF) in gemäßigten Klimazonen einen größeren Bestäubungsdienst bieten können als Monokulturen (MK): Bei AF-Systemen gab es doppelt so viele Einzelbienen und Schwebfliegen und in AF-Ackersystemen 2,4-mal mehr Hummeln als bei MK. Bei AF wurde in einem der beiden Jahre auch 4,5-mal mehr Saatgut gesetzt als bei MK. Bei 40 % der standortbezogenen Stichprobeneinheiten pro Jahr war der Artenreichtum der Solitärbienen bei AF durchschnittlich 10,5-mal höher.«

Quelle: »Temperate agroforestry systems provide greater pollination service than monoculture«

Posted by Stefan in Artikel, Landwirtschaft, Natur, 0 comments
Artikel: Erkennbare Eigenschaften in Mikrobiom-Netzwerken offenbaren die anthropogene Störung von landwirtschaftlichen Praktiken in Weinbergsboden-Pilzgemeinschaften

Artikel: Erkennbare Eigenschaften in Mikrobiom-Netzwerken offenbaren die anthropogene Störung von landwirtschaftlichen Praktiken in Weinbergsboden-Pilzgemeinschaften

Interessanter Artikel zu Eigenschaften von Pilz-Netzwerken im Boden: »Praktiken mit geringem Eingriff (von organischen bis biodynamischen Ansätzen) förderten dicht geclusterte Netzwerke, die einen Gleichgewichtszustand mit gemischten (generalistisch-kollaborativen) Gemeinschaften beschreiben. Im Gegensatz dazu haben wir in konventionell bewirtschafteten Weinbergen hochgradig modulare (nischenspezialisierte), niedrig geclusterte Gemeinschaften beobachtet. […] Daher nehmen wir an, dass lokale [Pilz] Netzwerkeigenschaften [im Boden] global genutzt werden können, um die Wirkung von Ökosystem-Störungen bei Nutzpflanzen […] zu analysieren.«

Posted by Stefan in Landwirtschaft, Pilze, 0 comments
Artikel: Ursachen für das Insektensterben v.a. durch die intensive Landwirtschaft

Artikel: Ursachen für das Insektensterben v.a. durch die intensive Landwirtschaft

Laut einer wissenschaftlichen Studie von 2019, in der Wissenschaftler Studien von 73 Orten aus der ganzen Welt ausgewertet haben, ist die moderne Landwirtschaft eine der Hauptursachen für das weltweite Insektensterben. Insbesondere der Verlust an Habitaten – Hauptverursacher die Landwirtschaft, aber auch die Verstädterung – sowie die Umweltbelastung durch den intensiven Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, führt dazu, dass Insekten massiv verschwinden. Mit knapp 50% ist damit die Landwirtschaft eindeutig der Sektor, der die weitreichendsten Konsequenzen auf den Insektenschwund hat. Mehr als 40% der Insektenarten sind vom Aussterben bedroht.
Gleichzeitig jedoch hat dieser Sektor auch die größten Potentiale, dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Natürlich kann dies nur funktionieren, wenn die Verbände, die Politik, der Handel und die Konsumenten dazu an einem Strang ziehen.

Die Forscher schreiben: »Ein Überdenken der gegenwärtigen landwirtschaftlichen Praktiken, insbesondere eine ernsthafte Verringerung des Pestizideinsatzes und dessen Ersetzung durch nachhaltigere, ökologisch basierte Praktiken, ist dringend erforderlich, um die gegenwärtigen Trends zu verlangsamen oder umzukehren, die Erholung der rückläufigen Insektenpopulationen zu ermöglichen und die lebenswichtigen Ökosystemleistungen, die sie erbringen, zu sichern.«

»Am beunruhigendsten ist die Tatsache, dass die abnehmende terrestrische Insektenfauna nicht nur Spezialisten mit engen ökologischen Anforderungen wie Abhängigkeit von bestimmten Wirtspflanzen, ökologischen Nischen oder eingeschränkten Lebensräumen umfasst, sondern auch generalistische Arten, die einst in vielen Ländern verbreitet waren. Dies deutet darauf hin, dass die Ursachen für den Rückgang der Insekten nicht an bestimmte Lebensräume gebunden sind, sondern vielmehr gemeinsame Merkmale betreffen, die allen Insekten gemeinsam sind.«

Posted by Stefan in Artikel, Landwirtschaft, Tiere, 0 comments
Artikel: Wasserspeicherkapazität von Humus

Artikel: Wasserspeicherkapazität von Humus

Es kursieren unterschiedliche Zahlen bzgl der Wasserspeicherfähigkeit von Humus im Boden. Oft wird eine Zahl von 130.000 oder 160.000 Litern pro Hektar genannt, bezogen auf vermutlich 30cm Bodentiefe – aber dazu fehlt dann meist auch eine Angabe. Dieser Artikel hier (Reevaluating the effects of soil organic matter and other properties on available water-holding capacity using the National Cooperative Soil Survey Characterization Database) ist dem Thema noch mal auf den Grund gegangen, und kommt zu geringeren Werten von 52.000 Litern bei 30cm Bodentiefe pro Prozent Humus – was ja auch kein schlechter Wert ist!

Posted by Stefan in Artikel, Garten, Klimaveränderung, Landwirtschaft, Natur, 0 comments
Wie Mikroben im Boden unsere Gesundheit und unsere Ernährung beeinflussen

Wie Mikroben im Boden unsere Gesundheit und unsere Ernährung beeinflussen

Zum Weltbodentag möchte ich die Aufmerksamkeit auf das Wunder »Bodenleben« richten und einen wunderbaren Artikel ansatzweise wiedergeben:

»Bodenmikroben verhindern Bodenerosion, speichern Wasser und brechen Umweltgifte auf. Wenn dies alles wäre, was Bodenmikroben täten, wären sie eindeutig von zentraler Bedeutung für unser Wohlergehen und Überleben auf diesem Planeten. Aber neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das Bodenmikrobiom eine noch direktere Wirkung auf unsere Gesundheit haben könnte, indem es direkt mit unseren eigenen Zellen kommuniziert und den Nährstoffgehalt unserer Nahrung erhöht.
Bodenmikroben helfen, unsere Emotionen und die Immunreaktionen zu regulieren. Und sie spielen auch eine Schlüsselrolle bei der Festlegung des Nährstoffgehalts unserer Lebensmittel.
„Das könnte die nächste Grenze in der Ernährungswissenschaft sein“, sagt Kao-Kniffin und erklärt, wie Pflanzen Verbindungen absondern, um nahegelegene Mikroben zu ernähren. Im Gegenzug ermöglichen die Mikroben den Pflanzen, essentielle Nährstoffe einzufangen und eine Reihe von Chemikalien herzustellen, die Phytonährstoffe oder Antioxidantien genannt werden. Diese Chemikalien schützen Pflanzen vor Schädlingen und anderen Stressfaktoren; sie geben Obst und Gemüse auch ihre Farbe, ihren Geruch und ihren unverwechselbaren Geschmack. Die Forschung zeigt, dass dieselben Chemikalien uns direkt zugute kommen, indem sie unser Immunsystem stimulieren, unsere Hormone regulieren und das Wachstum menschlicher Krebszellen verlangsamen. Kao-Kniffins jüngste Erkenntnis ist, dass Böden mit einer vielfältigen mikrobiellen Gemeinschaft das Pflanzenwachstum fördern, während Böden mit homogenerer mikrobieller Zusammensetzung das Wachstum unterdrücken.“

Bodengesundheit ist öffentliche Gesundheit!

Posted by Stefan in Artikel, Garten, Konsum, Landwirtschaft, Natur, Pilze, 0 comments
Glyphosat: Zusatzstoffe besonders giftig sowie mit Schwermetallen belastet

Glyphosat: Zusatzstoffe besonders giftig sowie mit Schwermetallen belastet

In einer neuen Studie wurde heraus gefunden, dass Glyphosat erst in der Mischung mit Zusatzstoffen seine giftige Wirkung entfalten kann. Für die Studie wurde reines Glyphosat, drei verschiedene glyphosathaltige Pestizide sowie einen wichtigen Zusatzstoff verglichen. Diese Polyoxyethylenamine (POEA) sorgen in den Pestiziden dafür, dass der Wirkstoff Glyphosat ins Innere der Blätter eindringen kann. In einem ersten Versuch besprühten die Forscher einzelne Tomatenstauden jeweils mit einer der verschiedenen Flüssigkeiten in der landwirtschaftsüblichen einprozentigen Verdünnung. Erstaunlicherweise wuchsen die Pflanzen, die mit einer reinen Glyphosatlösung besprüht wurden, munter weiter. Das liegt daran, dass Glyphosat stark wasserlöslich ist. Es bleibt an der Oberfläche des Blattes und tropft ab oder trocknet ein. Um seine Wirkung zu entfalten, muss es mit Tensiden wie Polyoxyethylenamine (POEA) vermischt werden, die es durch die Schutzschicht der Blätter ins Innere transportieren. Dementsprechend ließen die drei glyphosathaltigen Pestizide mit POEA die Tomatenpflanzen welken. Noch zerstörerischer wirkte das in der Praxis nur als Zusatzstoff verwendete POEA alleine. Auch bei Toxizitätsversuchen mit menschlichen Zellen zeigte Glyphosat alleine die geringste Wirkung. Fertige Pestizide und der POEA-Zusatz waren deutlich giftiger, wobei die Wirkung laut Studie vor allem auf die Zusatzstoffe zurückging.

Ausserdem kam bei den Messungen heraus, dass einige der Produkte mit Schwermetallen wie Arsen, Kobalt, Chrom und Nickel belastet waren.

Spannend dabei auch diese Aussage: »Glyphosat wird nie allein in der Landwirtschaft verwendet, sondern nur mit Verbindungen gemischt, die hauptsächlich aus verschiedenen oxidierten Erdöldestillaten oder Derivaten bestehen. Dabei handelt es sich um Tenside, Verdünnungs- oder Hilfsstoffe, die Glyphosat stabilisieren und sein Eindringen in Pflanzen ermöglichen. Die Tatsache, dass ihre Zusammensetzung als vertraulich eingestuft wird, erlaubt es den Wissenschaftlern jedoch nicht, ihren Wirkungsmechanismus entweder bei Nichtzielorganismen oder sogar bei Pflanzen zu beschreiben. Sie werden von den Herstellern als inert deklariert, da sie nicht als direkt verantwortlich für die herbizide Wirkung angesehen werden. […] Die vorliegenden Ergebnisse und andere überprüfte Ergebnisse zeigen, dass der Unterschied zwischen „Wirkstoff“ und „inerter Verbindung“ eine regulatorische Angelegenheit ohne nachgewiesene toxikologische Grundlage ist.«

Kein Wunder, dass die Forschung in diesem Gebiet bisher kaum vorwärts kam, und sich die Glyphosat-Industrie ins Fäustchen lacht…

Posted by Stefan in Artikel, Landwirtschaft, Natur, Wirtschaft, 0 comments
Alternativen zur Nutzung von Glyphosat – Methoden einer Ressourcen aufbauenden Landwirtschaft

Alternativen zur Nutzung von Glyphosat – Methoden einer Ressourcen aufbauenden Landwirtschaft

»Kann die Landwirtschaft ohne Glyphosat oder andere eventuell noch schädlichere Herbizide auskommen? Ist der Fokus auf die „Unkrautbekämpfung“ der richtige und einzige Ansatz, um sich diesem Thema zu nähern? Oder sollte die eigentliche Frage lauten: Wie können wir ein Agrar(öko)system gestalten, dessen Maßnahmen zur Unkrautbekämpfung nicht nur die Ernährungssicherheit gewährleisten, sondern auch wertvolle Lebensmittel pro- duzieren und gleichzeitig die Gesundheit von Mensch und Umwelt schützen?«

In der Zeitschrift »Landwirtschaft ohne Plfug (LOP)« ist eine komprimierte Version meines Artikels für UNEP zu Thema »Alternativen zur Nutzung von Glyphosat« erschienen. Hier ist er.

Posted by Stefan in Artikel, Landwirtschaft, Natur, Technik, Tiere, 0 comments

Artikel: Potenziale der Kohlenstoffspeicherung im Boden. Stefan Schwarzer

Ich habe einen Artikel für UNEP geschrieben zum Kohlenstoff-Sequestrierungs-Potential von Böden: »Der Beitrag des Bodens zum Klimawandel durch die Oxidation von Bodenkohlenstoff ist von ernst zu nehemender Bedeutung. Allerdings können Böden – und damit die Landwirtschaft – eine wichtige Rolle bei der Abschwächung des Klimawandels spielen. Durch verschiedene landwirtschaftliche Praktiken könnten wir dazu beitragen, große Mengen an Kohlendioxid aus der Luft im Boden zu speichern und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit, die Pflanzengesundheit und ganze Ökosysteme zu regenerieren. Dies ist eine Win- Win-Lösung, die mehrere Vorteile bietet und eine hohe Aufmerksamkeit verdient.«

Ziemlich lange Recherche, viele sehr interessante Quellen integriert, meiner Meinung nach gute Zusammenfassung der derzeitig bekannten Möglichkeiten. Hier ist das Original in Englisch, hier die (inoffizielle) Übersetzung ins Deutsche.

Posted by Stefan in Artikel, Klimaveränderung, Landwirtschaft, Pilze, Technik, Tiere, Wirtschaft, 0 comments

Artikel: Insektenfressende Vögel der Agrarlandschaft europaweit auf dem Rückzug

Aussage einer neuen Studie: „Die Hauptursache für den europaweiten Rückgang der Insektenfresser sehen die Wissenschaftler in der modernen Landwirtschaft. Neben dem starken Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gingen mit dem Trend zu großflächigen Monokulturen auch immer mehr Hecken, Ackerränder und Brachen verloren und viele Wiesen und Weiden würden in Ackerland umgewandelt.“ TopAgrar, Resümee der Studie

Dabei soll hier nicht der Landwirt als »der Böse« abgestempelt werden. Natürlich gibt es auch andere Gründe für das Verschwinden von Insekten & Vögeln: Zerschneidung und Zersiedlung der Landschaft; Lichtverschmutzung; das Fangen von Vögeln im Mittelmeerraum; usw. Aber klar müsste schon sein: Der größte Landschaftsgestalter ist in Deutschland und Europa die Landwirtschaft. Und unsere Landschaft hat sich v.a seit dem Ende des 2. Weltkriegs dramatisch verändert. Heckenschwund, Solitärbäume weg, Feuchtgebiete trocken gelegt, hohe Düngung und damit Verlust an Magerstandorten, Monokulturen, die Verwendung von Glyphosat, Insektizidnutzung, usw. Und dies ist ja gesellschaftlich getragen – also nicht mit dem Finger auf die Bauern zeigen! Da liegt es in unser aller Verantwortung, diesen Weg zu verändern.

Posted by Stefan in Artikel, Landwirtschaft, Natur, Tiere, 1 comment

Artikel: Landwirtschaftliche Nutzung verringert Schmetterlingsvielfalt in der Umgebung

Insektenschwund, nicht nur aber eben doch auch aufgrund der industriellen Landwirtschaft: „Laut dem Erstautor der Studie, Prof. Jan Christian Habel, zeigen die Ergebnisse einen klaren Trend. In der Nähe von intensiv bewirtschafteten, regelmäßig gespritzten Feldern sei die Vielfalt von Tagfaltern und ihre Anzahl deutlich geringer als auf Wiesen in der Nähe von wenig bis ungenutzten Flächen.“ TopAgrar

Posted by Stefan in Artikel, Landwirtschaft, Natur, Tiere, 0 comments

Artikel: Als das letzte Mal so viel CO2 in der Luft war, wuchsen Pflanzen in der Antarktis

Spiegel-Online: Derzeit befindet sich so viel Kohlendioxid in der Atmosphäre wie zuletzt vor drei Millionen Jahren, berichten Potsdamer Forscher. Damals war es deutlich wärmer als heute, der Meeresspiegel lag mindestens 15 Meter höher. In der Epoche der Erdgeschichte des Pliozäns vor gut 5,3 bis 2,5 Millionen Jahren lagen die weltweiten Temperaturen drei bis vier Grad höher als heute. In Europa lebten Giraffen, in der Antarktis wuchsen Pflanzen und Grönland war komplett eisfrei. Allerdings lag der Meeresspiegel 15 bis 20 Meter höher als heute. Forscher interessieren sich seit Langem für diese Zeitspanne. Das Pliozän wird auch als Blaupause für das künftige Klima gehandelt, weil damals ähnlich viel Kohlendioxid in der Atmosphäre vorhanden war wie heute.“

Posted by Stefan in Artikel, Klimaveränderung, Natur, 0 comments

Artikel: „Wir betreiben unsere Toaster und Fernseher mit Mais“. ZEIT-Interview mit Schloss Tempelhof Gärtner Sebastian Heilmann

© Leonie Sontheimer

Kurzes Interview in der ZEIT mit Sebastian, unserem Gemüsegärtner und Landwirt. Welches Modell Landwirtschaft wollen wir? Welches können wir? Welche Argumente braucht es – aber welche ZDF (Zahlen, Daten, Fakten) braucht auch dazu, auch als Argumente (und verständlicherweise)? Und wo sind unsere Ansichten (und die ZDFs) eben auch geprägt vom bisherigen Denken, von der weit verbreiteten Bildung in Sachen »Wie Landwirtschaft nur funktionieren kann«. Wie heisst es so schön:

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ (Albert Einstein)

Posted by Stefan in Artikel, Garten, Gemeinsam Leben, Klimaveränderung, Konsum, Landwirtschaft, Natur, Peak Oil, Technik, 2 comments

Artikel: Gehölzstrukturen in Agrarlandschaften bieten Zuflucht für intrinsische und funktionale Biodiversität

Klingt mal (endlich wieder) für einen Nachweis, wie wertvoll Gehölzstrukturen sind – nicht nur für die Artenvielfalt, »Ökosystemdienstleistungen«, auch als (potentielle) Ernährungsgrundlage:

„These findings demonstrate that woody elements can harbour a diverse range of plant species, including those of pollinator and edibility value. As such, relatively simple measures — such as protecting existing woody elements and establishing new ones that consider design and location — can produce benefits in both intrinsic and functional diversity. The researchers describe several potentially useful conservation initiatives. These include:

– Conserving intrinsic biodiversity by ensuring the survival of old woody elements, giving priority to historical woody elements in areas with forests.
– Supporting grassland, tall herb, and pioneer species diversity through the design and location of woody elements.
– Maximising plant species diversity, RPV, and PEV with pollarded tree lines (where the top and branches of the trees are cut off to promote new growth at the top) and broad hedgerows, or tree lines, with a considerable surface area, next to roads or ditches.”

Auf zur nächsten Agroforstkampagne!

Posted by Stefan in Artikel, Landwirtschaft, Natur, Tiere, 0 comments

Handle with (Agri-)Care!

Regenerative Agrikultur ist eine klima-, boden- und ­lebewesenfreundliche Landwirtschaft. Dazu müssen wir eine »Care Revolution« auf den Äckern in Gang bringen. Ein Artikel in der OYA von Ute Scheub.

Posted by Stefan in Artikel, Landwirtschaft, Natur, Technik, Wirtschaft, 2 comments

Artikel: Guter Boden gegen die Klimakrise. Über die regenerative Agrikultur am Schloss Tempelhof

Schön bebilderter Artikel im WERDE-Magazin über unsere landwirtschaftliche und gemeinschaftliche Arbeit am Schloss Tempelhof: „Auf unserem Boden wächst die Zukunft. Wir treten ihn mit Füßen und laugen ihn aus. Im Ökodorf Schloss Tempelhof unterstützt und schützt man ihn mit den Methoden der regenerativen Agrikultur.“ Ueber den Marktgarten, den Waldgarten, den Ackerbau; den Boden und dem Bodenleben; den Pflanzen und deren Interaktion mit dem Bodenleben; und über uns Menschen, und unserem Umgang mit diesem prallen Leben.

Posted by Stefan in Artikel, Garten, Gemeinsam Leben, Klimaveränderung, Konsum, Landwirtschaft, Natur, Pilze, 0 comments

Artikel: Je vielfältiger die Nahrung, desto höher die Ernährungsqualität.

Tja, in heutigen Zeiten, da wir 70% der Kalorien von nur vier Grundnahrungsmittel erhalten (Weizen, Reis, Mais, Kartoffeln) und dem großen Verlust vielfältiger, alter Gemüsesorten, da scheint die folgende Aussage genauso simple wie auch deutlich:

Der Artenreichtum oder die Anzahl der Arten, die pro Tag konsumiert werden, wird sowohl in Bezug auf die Angemessenheit der Nahrungsqualität als auch auf die Biodiversität der Ernährung von Frauen und Kindern in ländlichen Gebieten bewertet.
Oder andersherum gesagt – und eigentlich ziemlich einfach:
Je vielfältiger die Nahrung, desto höher die Ernährungsqualität.

Von „Dietary species richness as a measure of food biodiversity and nutritional quality of diets

Posted by Stefan in Artikel, Garten, Konsum, Landwirtschaft, 0 comments

Artikel: Can Dirt Save the Earth? (New York Times)

Sehr guter Artikel über die neue, »aufbauende« (oder regenerative) Landwirtschaft in der New York Times. Endlich mal wieder ein fundierter Artikel über Mob-Grazing und deren Erfolge. Wow! Super! Ermutigend zu sehen, dass dieses Thema von einer so hochkarätigen Zeitung aufgegriffen und meiner Meinung nach auch sehr gut dargestellt wird. Zum Glück gibt es nicht nur Praktiker, die neue Wege gehen. Sondern zunehmend (wenn auch noch sehr vereinzelt) Wissenschaftler, die versuchen das zu untersuchen, was diese Menschen auf die Beine stellen. Denn ohne diese »wissenschaftliche Nachweisbarkeit« wird’s wohl nichts für die Masse werden. Da kann man auf die »Wissenschaft« schimpfen wie man will – ich merke es selbst, bei der UN, bei meinen Veranstaltungen, bei Vorträgen: es braucht die wissenschaftliche Bestätigung, um aus der »Geschichten-erzählen« und »Alternativo-Esos« rauszukommen.

Posted by Stefan in Artikel, Klimaveränderung, Landwirtschaft, Natur, Tiere, 0 comments

Könnte die ökologische Landwirtschaft die Welt ernähren? Mit welchen Konsequenzen?

Ob das die richtige Fragestellung ist, die die Wissenschaftler in ihrer Modellierung untersucht haben (leider nur im Abstract öffentlich zugänglich), möchte ich direkt mal in Zweifel ziehen. Denn die grundsätzliche Aussage könnte man, à la Felix zu Löwenstein, so formulieren: „Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“.
Aber gut, lassen wir uns mal drauf ein.

  • „Organic farming, which currently accounts for only 1% of global agricultural land”… Ich vermute mal dass die damit »zertifizierte Fläche« meinen, oder? Denn ich vermute mal dass ein guter Teil der Bauern z.B. in Afrika durchaus »organic« wirtschaftet, schon aufgrund von fehlender Finanzkraft, fehlendem Dünger usw.
  • Kann man so einfach »industrielle LW im Westen« und »kleinbäuerlich LW in Entwicklungsländern« vergleichen? Meine Vermutung ist, dass gerade bei letzterem – die ja 70% der Lebensmittel weltweit produzieren – ein sehr großes Potential steckt, gerade auch in Verbindung mit Permakultur (und Wissen). Mehrstöckiger Anbau, Nutzung von Stickstoff-fixierenden Sträuchern und Bäumen, Wasserretention usw.
  • Und da ist dann bei mir auch schon der Punkt erreicht mit der Frage, ob konventionell und ökologisch solche nicht vereinbare Ansätze sein müssen, wie nun im Artikel behauptet oder beschrieben. Ich kenne Konvis, die unglaublich gut arbeiten – Boden aufbauen, Pflanzenvielfalt fördern, Bäume pflanzen wollen, usw. Und es gibt Oekos, die halt »konventionell« arbeiten, nur ohne die Gifte. Weiter Monokulturen, weiter Pflügen, weiter mechanisch, Grundwasser pumpen usw. Also, es ist nicht schwarz und weiss da draussen. In der wissenschaftlichen Literatur dann aber schon, wie es scheint. Als theoretisches Experiment (Modellierung, wie in diesem Artikel) interessant – aber ich bezweifle die Aussagekraft.
  • Die »neueren« Erkenntnisse à la Joel Salatin, Gabe Brown und anderen innovativ wirtschaftenden Bauern haben die Autoren wohl nicht mit einbezogen. Also, vielfältige Gründüngungen, Holistisches Weidemanagement, Tiere in den Acker integrieren, mehrjährige Kulturen, Keyline-Design, usw. Sofern ich das beurteilen kann (ich kann es nicht), scheinen da riesige Potentiale zu sein – die gleichzeitig alle Richtung Oeko-Anbau gehen. Hier noch ein interessanter Artikel in der New York Times dazu.
  • Für mich ist die Argumentation: “Bio kann die Welt nicht ernähren, deswegen brauchen wir »konventionell«…” auch deswegen zu kurz gegriffen, als wir (als Gesellschaft, als Wissenschaftler) der Bio-Landwirtschaft unrecht tun, wenn sie ~25% weniger produziert als die konventionelle. Zum einen, verständlicherweise, als dass die Reduktion auf “Ertrag pro Hektar” viel zu kurz gegriffen ist und die vielen anderen »Qualitäten«, die durch diese andere Art der Landbewirtschaftung unterstützt und erfüllt werden (Förderung der Biodiversität, Schutz des Bodens, Wasserinfiltration, und viele andere sog. Ökosystemdienstleistungen), nicht passend gemessen und einbezogen werden können in die Rechnung. Und zum anderen, weil – wenn ich nicht falsch liege – gerade mal in Deutschland 2% der landwirtschaftlichen Forschungsgelder für die ökologische Landwirtschaftsforschung ausgegeben werden. Da kann man dann auch nicht viel »Output« erwarten. Währenddessen sind in den letzten Jahrzehnten Milliarden und Milliarden in die konventionelle Forschung gesteckt worden – welches ganz offensichtlich zu deutlichen Ertragssteigerungen geführt hat. Ähnliche Entwicklungen sind auch in der ökologischen Landwirtschaft durchaus vorstellbar.
  • Das grundlegende Problem in der Diskussion um »wir müssen mehr produzieren um die wachsende Bevölkerung zu ernähren» sehe ich in Peter Farb’s Paradox: „“Die Intensivierung der Produktion mit dem Ziel, eine grössere Bevölkerung zu ernähren, führt zu einem noch stärkeren Wachstum der Bevölkerung.”

So, das sind meine Kamelle zum Thema/Artikel, ohne viel wissenschaftliche Nachweisbarkeit. Gerne Kommentare, Meinungen, Nachweise hinzufügen…

Posted by Stefan in Artikel, Klimaveränderung, Konsum, Landwirtschaft, Natur, Tiere, Wirtschaft, 0 comments