klimawandel

Artikel: Das Golfstromsystem macht schlapp

Artikel: Das Golfstromsystem macht schlapp

SpiegelOnline: »Mehr Brände, Hitzewellen und Niederschläge – viele Vorhersagen der Klimaforschung sind Realität geworden. Nun könnte auch die lang befürchtete Golfstromsystem-Abschwächung eintreffen, mit Folgen für Europa.«

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tagesschau: Justus Kliss, RBB, kommentiert das Verhältnis von Landwirtschaft und Klimawandel

tagesschau: Justus Kliss, RBB, kommentiert das Verhältnis von Landwirtschaft und Klimawandel

Und noch etwas kam in der tagesschau: Ein Kommentar zum Verhältnis von Landwirtschaft und Klimawandel. Gut zu hören, dass »eine Versicherung gegen die Folgen des Klimawandels für die Landwirte«, wie der Vorschlag des Bauernverbandes ist, als nicht wirklich zukunftsorientiert bewertet wird. Wen wundert’s, der ein paar Schritte weiter denken kann?!

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Präsentation: Kohlenstoff, wo er hingehört. Potentiale der Kohlenstoffspeicherung im Boden. Stefan Schwarzer. Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020

Präsentation: Kohlenstoff, wo er hingehört. Potentiale der Kohlenstoffspeicherung im Boden. Stefan Schwarzer. Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020

Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020
Treffpunkt für Vordenker und visionäre Praktiker in der Landwirtschaft

Hier der Link zum Vortag

Stefan Schwarzer ist Physischer Geograf und Permakultur-Designer. Er arbeitet seit 17 Jahren für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Genf, wo er sich mit globalen Umweltthemen beschäftigt. Die Verbindung globaler Interessen und Ziele mit lokalen Handlungen, vor allem in Form von einer aufbauenden Landwirtschaft in Anlehnung an die Permakultur, ist eines seiner Hauptanliegen. Er ist Co-Autor des Buches “Die Humusrevolution” und Initiator des Symposiums “Aufbauende Landwirtschaft”. Er lebt seit Ende 2012 in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof.

Im Fokus des Symposiums standen Erfahrungsberichte von Landwirten, Gärtnerinnen und Beratern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die verschiedene Aspekte einer aufbauenden Landwirtschaft umsetzen.

Themen waren: Mischkulturen, Untersaaten und Zwischenfrüchte; Agroforstwirtschaft; pfluglose und Minimal-Bodenbearbeitung und Direktsaat; Kompostierung und Mulch; Immunsystem der Pflanzen, vitalisierende Blattspritzungen, Rotte-Steuerung und Effektive Mikroorganismen; Solidarische Landwirtschaft, Direkt-Vermarktung.

Mit Hofrundgang, Vorträgen, Kurzreferaten, einer Podiumsdiskussion und vielfältigen kleinen Arbeitsgruppen wollen wir einen offenen Begegnungsraum schaffen für konventionelle und ökologische Bauern, Gärtnerinnen und andere interessierte Menschen. Das Symposium soll Verständnis für Zusammenhänge und Lösungen vermitteln und verbreiten. Es soll dazu anregen, Abhängigkeiten zu verringern und in Partnerschaft mit Menschen und Natur neue Wege einzuschlagen.

Stefan Schwarzer ist Physischer Geograf und Permakultur-Designer. Er arbeitet seit 17 Jahren für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Genf, wo er sich mit globalen Umweltthemen beschäftigt. Die Verbindung globaler Interessen und Ziele mit lokalen Handlungen, vor allem in Form von einer aufbauenden Landwirtschaft in Anlehnung an die Permakultur, ist eines seiner Hauptanliegen. Er ist Co-Autor des Buches “Die Humusrevolution”. Er lebt seit Ende 2012 in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof.

WEITERE INFORMATIONEN
www.aufbauende-landwirtschaft.de
www.webinar-aufbauende-landwirtschaft.de
www.humusrevolution.de
www-lebensraum-permakultur-de
www.schloss-tempelhof.de

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Oberster Gerichtshofs der Niederlande verpflichtet die Regierung zur Einhaltung der Klimaziele

Oberster Gerichtshofs der Niederlande verpflichtet die Regierung zur Einhaltung der Klimaziele

Wow, da bin ich gespannt was das für neue Prozesse in Deutschland und anderswo heisst, und ob das nun der Beginn einer von unten gestalteten und gewünschten Veränderung ist, wenn sie denn schon nicht von oben kommt: „Der Oberste Gerichtshof der Niederlande verpflichtet die Regierung, den Treibhausgasausstoß des Landes im kommenden Jahr drastisch zu senken. Die Richter bestätigten damit in letzter Instanz den Spruch eines Gerichts aus dem Jahr 2015. Dieses schrieb Den Haag vor, bis Ende 2020 die nationalen Emissionen um mindestens 25 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Gegen den Entscheid vom Freitag ist keine Berufung mehr möglich.“ SpiegelOnline

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»Vermehrt die Wale« statt »Pflanzt Bäume«

»Vermehrt die Wale« statt »Pflanzt Bäume«

FAZ: Meeresbiologen (interessanter Weise über den Internationalen Währungsfonds, IMF) haben herausgefunden, dass große Wale im Schnitt über ihre Lebenszeit 33 Tonnen Kohlendioxid (CO2) binden. Das ist im Vergleich zu Bäumen, die nur wenige Tonnen binden, eine ganz schöne Menge. Einen großen Teil davon scheinen sie am Ende ihres Lebens mit in die Tiefe zu nehmen und wird dort für viele Jahrhunderte fixiert. Zur Zeit schwimmen nach Schätzungen von Meeresbiologen rund 1,3 Millionen Wale durch die Meere, in ihren besten Zeiten waren es vier Millionen bis fünf Millionen. Bestände einiger Arten wie der gewaltigen Blauwale sind um 97 Prozent geschrumpft. Ausserdem füttern sie über ihre Ausscheidungen das Phytoplankton, was wiederum dazu beiträgt unglaubliche Mengen an CO2 zu absorbieren: Ein Minimum von 1 Prozent Wachstum der Plankton-Produktivität würde hunderte Millionen zusätzliche Tonnen Kohlendioxid absorbieren. Nach Darstellung der IWF-Autoren würde das der Leistung von zwei Milliarden Bäumen entsprechen.

Dazu habe ich vor längere Zeit auch mal dieses wunderbare kurze Video gepostet.

Also sollte der neue Slogan gegen den Klimawandel wohl lauten: »Vermehrt die Wale« statt »Pflanzt Bäume«!

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Artikel: Alarmierende Studie zeigt dass die US Düngerindustrie 100 mal mehr Methan emittiert als von ihr geschätzt

Holla die Waldfee: Das ist mehr als nur ein bisschen daneben liegen und ist eine äusserst beunruhigende Nachricht für den Klimawandel: »Eine beunruhigende neue Studie von Forschern der Cornell University und des Environment Defense Fund hat unabhängig voneinander die Methanemissionen aus einer Reihe von Ammoniakdüngemittelanlagen gemessen. Die erstaunlichen Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Methanemissionen 100-mal höher sind als die Branchenschätzungen und dreimal höher als die Schätzung der Environmental Protection Agency für alle industriellen Methanemissionen in den Vereinigten Staaten. […] Die Studie skalierte diese [gemessene] Zahl [Menge] dann auf alle Düngemittelhersteller in den Vereinigten Staaten und berechnete die jährlichen Methanemissionen auf 28 Gigagram. Berichten zufolge schätzt die Industrie ihre Methanemissionen nur auf 0,2 Gigagram pro Jahr. Die EPA behauptet derzeit, dass alle industriellen Prozesse und Produktverwendungen in den Vereinigten Staaten insgesamt 8 Gigagram Methanemissionen verursachen.«

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Wahl & Klima: Drei Prozent! Unglaublich

Interessanter Artikel bei SpiegelOnline: „Die Regierungsparteien reagieren auf die Europawahl mit Wählerschelte und Selbstzerfleischung. Eine aktuelle Studie zeigt den wahren Grund für ihr miserables Abschneiden – doch sie wird ignoriert. […] Drei Prozent, das ist der Anteil der Befragten, die in einer repräsentativen Studie namens „Umweltbewusstsein in Deutschland“, der Aussage zustimmten, die Bundesregierung tue „genug“ für den Umwelt- und Klimaschutz. Weitere 11 Prozent rangen sich zu einem „eher genug“ durch.“

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Kritik an Greta Thunberg, aus dem anderen Lager. Techniken des Ablenkens und Misskreditierens

https://www.flickr.com/photos/worldeconomicforum/46870447501

Ein guter Artikel der TAZ beleuchtet die Querschüsse aus Lobby und von Ideologen und hebt hervor wie hier Fakten verzogen, Zitate aus dem Zusammenhang und bewusst formulierte Unterstellungen in die Öffentlichkeit gebracht werden.

»Ihre Familie handelt mit CO2-Zertifikaten!« Oder »Sie befürwortet Atomkraftwerke!«. Oder »Sie ist nur eine Marionette. Das ist von langer Hand geplant, weil die Familie nun ein Buch über Greta rausbringt!«. Auweia! Wer spricht denn da aus welcher Absicht heraus?!?!

Schon interessant was passiert, wenn da eine Person oder manchmal auch ein Thema steigende Aufmerksamkeit bekommt. Da wird dann auf einmal aus »dem anderen Lager« (Menschen, die ganz andere Positionen einnehmen, aber v.a. die Lobby, die um ihre Pfründe fürchtet) gegen die Person gepoltert und verschiedenste »Fakten« veröffentlicht, die die Person persönlich und sachlich in Misskredit bringen sollen, um damit vom eigentlichen Thema abzulenken. Ein immer wiederkehrendes Muster, sei es beim Thema Tabak, beim Ozonloch, beim sauren Regen, beim Klimawandel oder auch ganz aktuell bei den Stickoxide (Stichwort »Die Lungenfachärzte«; gute Sicht drauf über »Die Anstalt«). Ein spannendes Buch dazu ist »Merchants of Doubts« – diejenigen, die dafür bezahlt werden Zweifel zu säen.

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Artikel: »Antarktis verliert mehr Eis als befürchtet.« Oder: »Grönlands Eis schmilzt schneller als befürchtet«

Tja, schlechte Nachrichten aus dem Süden wie dem Norden. Nicht nur: »Das Eis schmilzt.« Sondern: »Das Eis schmilzt schneller als befürchtet.« Da ging man in der Antarktis eigentlich nicht von so einem negativen Trend aus. Für Grönland sind wir ja an solche Nachrichten mittlerweile gewöhnt. Oder wer reagiert da noch drauf? Mal ehrlich?

Wer sich die Daten mal anschauen will – hier sind drei »live« Grafiken dazu, die ich vor einiger Zeit gemacht habe, und die die Daten automatisch jeden Tag oder alle paar Monate sich runter ziehen damit die Grafik aktuell bleibt:

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Doku: Austrocknende Böden: was können wir gegen Versteppung tun?

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Interessante Sendung über die große Problematik »Boden«: Trocken, sonnig, warm: Die Folgen des Klimawandels. Was für die meisten Menschen eher Anlass zur Freude ist, kann dramatische Konsequenzen haben. Vor allem – aber nicht nur – für die Landwirtschaft. Die „Xenius“-Moderatoren machen sich auf nach Brandenburg. Hier erforscht Forstwirt Christian Böhm eine Lösung für trockene, erosionsgefährdete Böden.

Die weiteren Aussichten: trocken, sonnig, warm. Was für die meisten Menschen eher Anlass zur Freude ist, kann dramatische Konsequenzen haben. Vor allem – aber nicht nur – für die Landwirtschaft. Weltweit ebenso wie direkt vor unserer Haustür sorgt der Klimawandel zunehmend für längere Dürreperioden. Wenn die Regionen mit vorwiegend sandigen Böden versteppen, dann wird es kritisch. Sie können nur wenig Wasser speichern und fallen daher leicht der Winderosion zum Opfer. Was können wir gegen diese drohende Versteppung tun? In Niedersachsens Wäldern werden beispielsweise Nadel- durch Laubbäume ersetzt und Kläranlagen angezapft, um ihr Abwasser zu „verregnen“. Ziel: mehr Grundwasser für die Bewässerung von benachbarten Ackerflächen zu „erzeugen“, denn das wird in manchen Gegenden Deutschlands längst knapp. Weit dramatischer ist die Situation in Kalifornien: Der sogenannte Sunshine State erlebt die schlimmste Dürre seit Jahrhunderten. Mancherorts ist die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Nun entwickeln und nutzen Wissenschaft und Wirtschaft modernste Technik, um in riesigen Dimensionen neue Wasserquellen zu erschließen und das kostbare Gut effizienter zu nutzen. Austrocknende Böden sind aber nicht nur für die Land- und Forstwirtschaft eine Gefahr, das zeigt ein spektakulärer Fall aus Mecklenburg-Vorpommern: Im Jahr 2011 kam es durch staubtrockenen Boden und Wind zu einem Sandsturm auf der Autobahn. Die Folge: eine Massenkarambolage mit zahlreichen Toten und Verletzten. Wie können solche und andere dramatische Folgen von Bodenerosion verhindert werden? Die „Xenius“-Moderatoren Dörthe Eickelberg und Pierre Girard machen sich auf nach Brandenburg. Hier erforscht Forstwirt Christian Böhm eine Lösung für erosionsgefährdete Böden: den Agroforst – also Bäume auf Äcker zu pflanzen.

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Die 4p1000 Initiative erhält den World Future Policy Award

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Das World Future Council zeichnet mit dem World Policy Award Gesetze aus, die bessere Lebensbedingungen für heutige und zukünftige Generationen fördern. Bei der diesjährigen Gewinnern zum Thema Desertifikation ist u.a. die 4p1000 Initiative ausgezeichnet worden: „Diese hochrangige politische Initiative präsentiert eine neues Konzept im Kampf gegen den Klimawandel: Die jährliche Erhöhung des im Boden gebundenen Kohlenstoff in den oberen 30-40cm der Ackerböden um 0,4 Prozent. Die Initiative setzt sich für einen Paradigmenwechsel in der landwirtschaftlichen Praxis ein.“

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Lesenswerte Artikel

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Umweltverschmutzung: Meer aus Müll: Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr im Meer. Eine interaktive Karte zeigt, welche Länder die größten Dreckschleudern sind.

Klimawandel: Wärmestrahlen beweisen verstärkten Treibhauseffekt: Klimatologen haben erstmals über einen längeren Zeitraum in der Natur messen können, wie stark Treibhausgase wirken. Doch nun rätseln sie: Warum ist die Lufttemperatur in den letzten Jahren nicht mehr gestiegen?

Verlorener Regenwald: Satellitenfotos zeigen immer schnellere Abholzung: Tausende Satellitenaufnahmen belegen, dass die Abholzung des Regenwalds seit 2000 weltweit rasant zugenommen hat: Alle fünf Jahre verschwindet ein Areal, das beinahe so groß ist wie Deutschland.

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Buch: Selbst Denken. Harald Welzer

Screen Shot 2013-10-14 at 21.02.47Gerade ein wunderbares Buch gelesen, was mich tief bewegt und zugleich bestätigt in meinem derzeitigen Entwicklungsprozesses: „Selbst denken“ von Harald Welzer. Es dreht sich stark um Fragen wie „Kann Wachstum nachhaltig sein? Kann unser Wohlstandsmodell, auch ohne Wachstum, nachhaltig sein? Kann eine „Grosse Transformation“ mit den derzeitigen Mitteln, wie z.B. Techniken der erneuerbaren Energien, nachhaltig sein? Was brauchen wir damit Wissen zu Handeln führt (schliesslich wissen wir mehr als genug über unser negativen Einflüsse auf die Natur)? Wie könnte ein Nachhaltiges Gesellschafts- (und damit auch Wirtschafts-) model aussehen?“

Anstatt einer Rezension, hier nun einige Zitate aus dem Buch. Natürlich mit dem Nachteil dass sie aus dem Zusammenhang gerissen hier nun vereinzelt stehen. Aber ich denke sie geben einen sehr guten Einblick in das Denken des Autors.

„Die Wirklichkeit, die besteht in dem schlichten Umstand, dass eine endliche Welt keinen Raum für unendliches Wachstum bereithält, weshalb man konsequenterweise dazu übergegangen ist, nicht mehr, wie früher, im Raum, sondern in der Zeit zu expandieren.“

„Als einzige Ressource zur Erzeugung globalen Mehrwerts verbleibt nur die Zukunft. Die Kultur des ALLES IMMER verbraucht die Zukunft derjenigen, die das Pech hatten, später geboren zu sein als Sie.“

„…bemerken die allerwenigsten Menschen, dass sie aktive Teile einer Kultur sind, die permanent ihren Ressourcenbedarf erhöht, obwohl sie ihrem Selbstbild nach längst „grün“, „nachhaltig“ oder gar „klimabewusst“ ist.“

„Bei Harley kaufen sie ein Lebensgefühl und bekommen noch kostenlos ein Motorrad dazu.“

„Deshalb greift alle grüne Kritik an der ressourcenübernutzenden Kultur und jede Forderung nach mehr Nachhaltigkeit in der Wachstumswirtschaft gleich zweimal daneben: Erstens geht es heute nicht mehr um Korrekturen, sondern um eine Umkehr, und zweitens nicht um die Frage, was es zu vermeiden, sondern was es zu erhalten gilt.“

„… dass Umweltbewusstsein und Handeln nur entfernt miteinander zu tun haben können und davon, dass das Unbehagen, das mitunter entsteht, wenn man Dinge tut, die eigentlich falsch sind, ausgesprochen leicht zu bewältigen sind.“

„Teil des Problems ist überdies die falsche Annahme, negative Argumente könnten proaktive Handlungen motivieren“.

„Jede Kultur stattet ihre Mitglieder mit Verhaltens-, Erwartungs- und Gefühlsstandards aus, die ihre Wirksamkeit gerade daraus beziehen, dass man sich gewöhnlich nie Rechenschaft über sie abgelegt hat. Daher erreichen Bemühungen um die Veränderung solcher Standards überhaupt nichts, wenn sie nur auf der kognitiven Eben ansetzen. … Weil Habitusprägungen jenseits der Bewusstseinsschwelle verlaufen, bleibt es in der Regel auch erfolglos, an „Einsicht“ und „Vernunft“ zu appellieren. … Einsicht dringt meist nicht bis zum Verhalten vor, weil das Verhalten nicht auf Einsicht beruht. So einfach ist das.“

„Der Glaube zum Beispiel, man könne auf der Grundlage von wissenschaftlichem Wissen – zum Beispiel über gefährliche Klimaerwärmung – eine „grosse Transformation“ einläuten und mit einem Wandel des Energiesystems die wesentlichen Zukunftsprobleme moderner Gesellschaften bewältigt haben, ist naiv. Tatsächlich würde das Gegenteil der Fall sein: Würde man nämlich die Nutzung fossiler Energien vollständig durch die Nutzung erneuerbarer Energie ersetzen, gäbe es hinsichtlich der Expansion von rohstoffintensiven Ernährungs-, Wohn- und Mobilitätsstilen kein Halten mehr, denn schliesslich wäre die zu deren Erzeugung benötigte Energie dann ja unbegrenzt verfügbar. … Eine gelingende „Energiewende“ in der falschen Kultur kann in der Konsequenz zu einer Erhöhung der Zerstörungskraft der bestehenden Praxis führen, also gerade nicht zu einer Transformation.“

„Es geht weniger positiv um die Frage, wie die Gesellschaft sein solle und zu denken wäre, sondern negativ und immer präsentistisch darum, wie sie gerade nicht sein sollte. Demgemäß richteten sich die Anstrengungen primär gegen die Auswüchse von Produktion und Entsorgung, nicht auf die Wirtschaftsformen und Produktionsverhältnisse, noch weniger auf Gegenentwürfe nachhaltiger Wirtschafts- und Gesellschaftsformen.“

„Die Vorraussetzung für einen nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen ist ihr sozialer Gebrauch, nicht die physikalisch mögliche Effizienz ihrer Nutzung. Je mehr Material oder Energie in einer expansiven Kultur verfügbar ist, desto mehr wird konsumiert – umgekehrt wird desto mehr Material und Energie genutzt, je effizienter sie generiert werden. Ökonomen nennen das den „Rebound-Effekt“. Effizienzsteigerung gehört zum Industriekapitalismus wie Kapital und Arbeitskraft, sie ist eine Bedingung seines Funktionierens. So gesehen, ist auch das viel-gepriesene „Grüne Wachstum“ nur mehr vom Gleichen: Wirtschaftswachstum durch Steigerung von Effizienz, ganz was Neues.
Eine Kultur, die nicht dem expansiven, sondern einem reduktiven Paradigma folgen würde, wäre an Effizienzsteigerungen gar nicht interessiert: Sie würde nämlich darüber befinden, was sie für ihre Vorstellung von gutem Leben braucht, und danach ihren Mitteleinsatz bestimmen.“

„Will man soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit im globalen Massstab, hilft alles nichts: Dann muss man die Komfortzone verlassen, auf Wohlstand verzichten, abgeben, andere Modelle des Verteilens, Wirtschaftens und Lebens entwickeln.“

„Erst wenn ein achtsamer Umgang mit Ressourcen und ein entsprechender Lebensstil nicht mehr „gedacht“ werden, sondern fragloser Teil lebensweltlicher Praxis sind, ist man in der nachhaltigen Modernen angekommen.“

Möglichkeitssinn (vs Wirklichkeitssinn): eine Fähigkeit, „alles, was ebensogut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist.“ Das ist ein faszinierender Gedanke, weil er folgenreich ist: Sobald eine Möglichkeit gedacht wird, tritt ja eine weitere Variante neben die gerade vorhandene Wirklichkeit.“

„Soziale Transformationen sind ungleichzeitig; zunächst werden die sogenannten „first movers“ als Spinner betrachtet, dann als Avantgarde, dann als Vorbilder. Man braucht daher auch keinen Mehrheiten, um Gesellschaften zu verändern; andere kulturelle Modelle und Praktiken diffundieren dann in die Gesamtgesellschaft, wenn sie von Minderheiten in allen relevanten gesellschaftlichen Schichten getragen werden. Drei bis fünf Prozent der Bevölkerung reichen unter dieser Vorraussetzung, um einen tiefgreifenden und nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel in Gang zu setzen.“

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Buch: Ausgepowert: Das Ende des Ölzeitalters als Chance. Marcel Hänggi

Screen Shot 2013-10-14 at 21.09.04Ein weiteres interssantes Buch von Marcel Hänggi: „Ausgepowert: Das Ende des Ölzeitalters als Chance„. Darin vertieft sich Hänggi in die Weichenstellung und Entwicklung bestimmter, entscheidender Technologien vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte, um aufzuzeigen warum wir jetzt da sind wo wir stehen, und warum es so schwierig ist sich davon weiter als ein paar wenige Prozente wegzubewegen. Sei es die Entdeckung und Nutzung der Kohle, die Einführung des Autos oder die (industrielle) Landwirtschaft: Sehr gut analysiert, zeigt Hänggi die oft vielen Gründe die uns fast in Sackgassen bewegen lassen. Was die Lösungsansätze angeht (wie’s ja im Untertitel angedeutet wird), ist das Buch eher lau. Aber ansonsten ein sehr lesenswertes Buch für die Entwicklung eines Verständnisses unserer Zeit!

„Ein neuer Energieträger löst einen alten in der Regel nicht ab, sondern ergänzt ihn.“

„Aber wenn die Aussage denn stimmte: Den Energieverbrauch auf ein Drittel zu reduzieren, indem man die Energie dreimal so effizient nutzt, hiesse, an unserer Hochenergiegesellschaft festzuhalten und das menschliche Maß weiterhin zu überschreiten.“

„Die beste Technik wird die Probleme nicht lösen, denn Ressourcenprobleme sind nicht technische, sonder politische Probleme, und die bedürfen einer politischen Antwort. Die fantasievollsten kommunalen und regionalen Initiativen werden nicht genügen, weil globale Probleme global gelöst werden müssen.“

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Biodiversität im Wandel der Zeit – Artikel im SPIEGEL

Ein paar interessante Artikel im SPIEGEL:

Biodiversität in Europa: Artensterben vollzieht sich mit Zeitverzögerung. Das Artensterben ist bedrohlich genug, doch laut einer neuen Studie sieht es noch düsterer aus: Die Effekte von Zersiedlung und Umweltverschmutzung schlagen sich bei vielen Spezies erst Jahrzehnte später nieder. Die Zahl der bedrohten Arten müsste deutlich nach oben korrigiert werden.

Intensive Landwirtschaft: Zahl der Feldvögel hat sich halbiert: Lerche, Kiebitz, Rebhuhn – die Zahl der Feldvögel in Europa sinkt dramatisch. Seit 1980 hat sich der Bestand halbiert. Als eine Ursache gilt der massenhafte Anbau von Energiepflanzen wie Mais. Naturschützer fordern, dass mehr landwirtschaftliche Flächen stillgelegt werden.

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Klimawandel, Ernährnungssicherheit, Permakultur – Artikel im SPIEGEL

Zwei interessante Artikel im Spiegel über Klimaveränderung und Nahrungsmittelproduktion. Leider ist Permakultur noch nicht in den wissenschaftlichen Kreisen (und im Spiegel) angekommen; denn neben all diesen schlechten Nachrichten (s.u.) gibt es Hoffnung (dazu in ein paar Wochen mehr; ich bin gerade dabei einen wissenschaftlichen Artikel darüber zu schreiben) – dass nämlich Agroökologie (und mit ein bisschen Mut könnten wir daraus Permakultur machen) v.a. für kleine Betriebe, so wie sie in vielen Entwicklungsländern der Fall sind, zu mehr Nahrungsmittelsicherheit in einem beständig wechselnden Klima führen kann.

Klimawandel bedroht globale Nahrungsproduktion
„Reichen die produzierten Nahrungsmittel aus, um in Zukunft neun Milliarden Menschen satt zu bekommen? Experten aus aller Welt beschäftigen sich derzeit auf zwei Kongressen in Dublin mit Fragen zur Ernährungssicherheit – und schlagen Alarm: Der Klimawandel bedroht die Versorgung der Armen.“ (Spiegel)

Klimawandel bedroht globale Getreideernte
„Die Temperatur steigt, die Ernteerträge fallen: Forscher haben überprüft, wie sich die Erderwärmung in den vergangenen 30 Jahren auf die Produktion von Getreide ausgewirkt hat. Vor allem Weizen und Mais sind betroffen – ein massives Problem für die Versorgung der Weltbevölkerung droht.“ (Spiegel)

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