klimawandel

Lesenswerte Artikel

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Umweltverschmutzung: Meer aus Müll: Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr im Meer. Eine interaktive Karte zeigt, welche Länder die größten Dreckschleudern sind.

Klimawandel: Wärmestrahlen beweisen verstärkten Treibhauseffekt: Klimatologen haben erstmals über einen längeren Zeitraum in der Natur messen können, wie stark Treibhausgase wirken. Doch nun rätseln sie: Warum ist die Lufttemperatur in den letzten Jahren nicht mehr gestiegen?

Verlorener Regenwald: Satellitenfotos zeigen immer schnellere Abholzung: Tausende Satellitenaufnahmen belegen, dass die Abholzung des Regenwalds seit 2000 weltweit rasant zugenommen hat: Alle fünf Jahre verschwindet ein Areal, das beinahe so groß ist wie Deutschland.

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Buch: Selbst Denken. Harald Welzer

Screen Shot 2013-10-14 at 21.02.47Gerade ein wunderbares Buch gelesen, was mich tief bewegt und zugleich bestätigt in meinem derzeitigen Entwicklungsprozesses: „Selbst denken“ von Harald Welzer. Es dreht sich stark um Fragen wie „Kann Wachstum nachhaltig sein? Kann unser Wohlstandsmodell, auch ohne Wachstum, nachhaltig sein? Kann eine „Grosse Transformation“ mit den derzeitigen Mitteln, wie z.B. Techniken der erneuerbaren Energien, nachhaltig sein? Was brauchen wir damit Wissen zu Handeln führt (schliesslich wissen wir mehr als genug über unser negativen Einflüsse auf die Natur)? Wie könnte ein Nachhaltiges Gesellschafts- (und damit auch Wirtschafts-) model aussehen?“

Anstatt einer Rezension, hier nun einige Zitate aus dem Buch. Natürlich mit dem Nachteil dass sie aus dem Zusammenhang gerissen hier nun vereinzelt stehen. Aber ich denke sie geben einen sehr guten Einblick in das Denken des Autors.

„Die Wirklichkeit, die besteht in dem schlichten Umstand, dass eine endliche Welt keinen Raum für unendliches Wachstum bereithält, weshalb man konsequenterweise dazu übergegangen ist, nicht mehr, wie früher, im Raum, sondern in der Zeit zu expandieren.“

„Als einzige Ressource zur Erzeugung globalen Mehrwerts verbleibt nur die Zukunft. Die Kultur des ALLES IMMER verbraucht die Zukunft derjenigen, die das Pech hatten, später geboren zu sein als Sie.“

„…bemerken die allerwenigsten Menschen, dass sie aktive Teile einer Kultur sind, die permanent ihren Ressourcenbedarf erhöht, obwohl sie ihrem Selbstbild nach längst „grün“, „nachhaltig“ oder gar „klimabewusst“ ist.“

„Bei Harley kaufen sie ein Lebensgefühl und bekommen noch kostenlos ein Motorrad dazu.“

„Deshalb greift alle grüne Kritik an der ressourcenübernutzenden Kultur und jede Forderung nach mehr Nachhaltigkeit in der Wachstumswirtschaft gleich zweimal daneben: Erstens geht es heute nicht mehr um Korrekturen, sondern um eine Umkehr, und zweitens nicht um die Frage, was es zu vermeiden, sondern was es zu erhalten gilt.“

„… dass Umweltbewusstsein und Handeln nur entfernt miteinander zu tun haben können und davon, dass das Unbehagen, das mitunter entsteht, wenn man Dinge tut, die eigentlich falsch sind, ausgesprochen leicht zu bewältigen sind.“

„Teil des Problems ist überdies die falsche Annahme, negative Argumente könnten proaktive Handlungen motivieren“.

„Jede Kultur stattet ihre Mitglieder mit Verhaltens-, Erwartungs- und Gefühlsstandards aus, die ihre Wirksamkeit gerade daraus beziehen, dass man sich gewöhnlich nie Rechenschaft über sie abgelegt hat. Daher erreichen Bemühungen um die Veränderung solcher Standards überhaupt nichts, wenn sie nur auf der kognitiven Eben ansetzen. … Weil Habitusprägungen jenseits der Bewusstseinsschwelle verlaufen, bleibt es in der Regel auch erfolglos, an „Einsicht“ und „Vernunft“ zu appellieren. … Einsicht dringt meist nicht bis zum Verhalten vor, weil das Verhalten nicht auf Einsicht beruht. So einfach ist das.“

„Der Glaube zum Beispiel, man könne auf der Grundlage von wissenschaftlichem Wissen – zum Beispiel über gefährliche Klimaerwärmung – eine „grosse Transformation“ einläuten und mit einem Wandel des Energiesystems die wesentlichen Zukunftsprobleme moderner Gesellschaften bewältigt haben, ist naiv. Tatsächlich würde das Gegenteil der Fall sein: Würde man nämlich die Nutzung fossiler Energien vollständig durch die Nutzung erneuerbarer Energie ersetzen, gäbe es hinsichtlich der Expansion von rohstoffintensiven Ernährungs-, Wohn- und Mobilitätsstilen kein Halten mehr, denn schliesslich wäre die zu deren Erzeugung benötigte Energie dann ja unbegrenzt verfügbar. … Eine gelingende „Energiewende“ in der falschen Kultur kann in der Konsequenz zu einer Erhöhung der Zerstörungskraft der bestehenden Praxis führen, also gerade nicht zu einer Transformation.“

„Es geht weniger positiv um die Frage, wie die Gesellschaft sein solle und zu denken wäre, sondern negativ und immer präsentistisch darum, wie sie gerade nicht sein sollte. Demgemäß richteten sich die Anstrengungen primär gegen die Auswüchse von Produktion und Entsorgung, nicht auf die Wirtschaftsformen und Produktionsverhältnisse, noch weniger auf Gegenentwürfe nachhaltiger Wirtschafts- und Gesellschaftsformen.“

„Die Vorraussetzung für einen nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen ist ihr sozialer Gebrauch, nicht die physikalisch mögliche Effizienz ihrer Nutzung. Je mehr Material oder Energie in einer expansiven Kultur verfügbar ist, desto mehr wird konsumiert – umgekehrt wird desto mehr Material und Energie genutzt, je effizienter sie generiert werden. Ökonomen nennen das den „Rebound-Effekt“. Effizienzsteigerung gehört zum Industriekapitalismus wie Kapital und Arbeitskraft, sie ist eine Bedingung seines Funktionierens. So gesehen, ist auch das viel-gepriesene „Grüne Wachstum“ nur mehr vom Gleichen: Wirtschaftswachstum durch Steigerung von Effizienz, ganz was Neues.
Eine Kultur, die nicht dem expansiven, sondern einem reduktiven Paradigma folgen würde, wäre an Effizienzsteigerungen gar nicht interessiert: Sie würde nämlich darüber befinden, was sie für ihre Vorstellung von gutem Leben braucht, und danach ihren Mitteleinsatz bestimmen.“

„Will man soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit im globalen Massstab, hilft alles nichts: Dann muss man die Komfortzone verlassen, auf Wohlstand verzichten, abgeben, andere Modelle des Verteilens, Wirtschaftens und Lebens entwickeln.“

„Erst wenn ein achtsamer Umgang mit Ressourcen und ein entsprechender Lebensstil nicht mehr „gedacht“ werden, sondern fragloser Teil lebensweltlicher Praxis sind, ist man in der nachhaltigen Modernen angekommen.“

Möglichkeitssinn (vs Wirklichkeitssinn): eine Fähigkeit, „alles, was ebensogut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist.“ Das ist ein faszinierender Gedanke, weil er folgenreich ist: Sobald eine Möglichkeit gedacht wird, tritt ja eine weitere Variante neben die gerade vorhandene Wirklichkeit.“

„Soziale Transformationen sind ungleichzeitig; zunächst werden die sogenannten „first movers“ als Spinner betrachtet, dann als Avantgarde, dann als Vorbilder. Man braucht daher auch keinen Mehrheiten, um Gesellschaften zu verändern; andere kulturelle Modelle und Praktiken diffundieren dann in die Gesamtgesellschaft, wenn sie von Minderheiten in allen relevanten gesellschaftlichen Schichten getragen werden. Drei bis fünf Prozent der Bevölkerung reichen unter dieser Vorraussetzung, um einen tiefgreifenden und nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel in Gang zu setzen.“

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Buch: Ausgepowert: Das Ende des Ölzeitalters als Chance. Marcel Hänggi

Screen Shot 2013-10-14 at 21.09.04Ein weiteres interssantes Buch von Marcel Hänggi: „Ausgepowert: Das Ende des Ölzeitalters als Chance„. Darin vertieft sich Hänggi in die Weichenstellung und Entwicklung bestimmter, entscheidender Technologien vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte, um aufzuzeigen warum wir jetzt da sind wo wir stehen, und warum es so schwierig ist sich davon weiter als ein paar wenige Prozente wegzubewegen. Sei es die Entdeckung und Nutzung der Kohle, die Einführung des Autos oder die (industrielle) Landwirtschaft: Sehr gut analysiert, zeigt Hänggi die oft vielen Gründe die uns fast in Sackgassen bewegen lassen. Was die Lösungsansätze angeht (wie’s ja im Untertitel angedeutet wird), ist das Buch eher lau. Aber ansonsten ein sehr lesenswertes Buch für die Entwicklung eines Verständnisses unserer Zeit!

„Ein neuer Energieträger löst einen alten in der Regel nicht ab, sondern ergänzt ihn.“

„Aber wenn die Aussage denn stimmte: Den Energieverbrauch auf ein Drittel zu reduzieren, indem man die Energie dreimal so effizient nutzt, hiesse, an unserer Hochenergiegesellschaft festzuhalten und das menschliche Maß weiterhin zu überschreiten.“

„Die beste Technik wird die Probleme nicht lösen, denn Ressourcenprobleme sind nicht technische, sonder politische Probleme, und die bedürfen einer politischen Antwort. Die fantasievollsten kommunalen und regionalen Initiativen werden nicht genügen, weil globale Probleme global gelöst werden müssen.“

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Biodiversität im Wandel der Zeit – Artikel im SPIEGEL

Ein paar interessante Artikel im SPIEGEL:

Biodiversität in Europa: Artensterben vollzieht sich mit Zeitverzögerung. Das Artensterben ist bedrohlich genug, doch laut einer neuen Studie sieht es noch düsterer aus: Die Effekte von Zersiedlung und Umweltverschmutzung schlagen sich bei vielen Spezies erst Jahrzehnte später nieder. Die Zahl der bedrohten Arten müsste deutlich nach oben korrigiert werden.

Intensive Landwirtschaft: Zahl der Feldvögel hat sich halbiert: Lerche, Kiebitz, Rebhuhn – die Zahl der Feldvögel in Europa sinkt dramatisch. Seit 1980 hat sich der Bestand halbiert. Als eine Ursache gilt der massenhafte Anbau von Energiepflanzen wie Mais. Naturschützer fordern, dass mehr landwirtschaftliche Flächen stillgelegt werden.

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Klimawandel, Ernährnungssicherheit, Permakultur – Artikel im SPIEGEL

Zwei interessante Artikel im Spiegel über Klimaveränderung und Nahrungsmittelproduktion. Leider ist Permakultur noch nicht in den wissenschaftlichen Kreisen (und im Spiegel) angekommen; denn neben all diesen schlechten Nachrichten (s.u.) gibt es Hoffnung (dazu in ein paar Wochen mehr; ich bin gerade dabei einen wissenschaftlichen Artikel darüber zu schreiben) – dass nämlich Agroökologie (und mit ein bisschen Mut könnten wir daraus Permakultur machen) v.a. für kleine Betriebe, so wie sie in vielen Entwicklungsländern der Fall sind, zu mehr Nahrungsmittelsicherheit in einem beständig wechselnden Klima führen kann.

Klimawandel bedroht globale Nahrungsproduktion
„Reichen die produzierten Nahrungsmittel aus, um in Zukunft neun Milliarden Menschen satt zu bekommen? Experten aus aller Welt beschäftigen sich derzeit auf zwei Kongressen in Dublin mit Fragen zur Ernährungssicherheit – und schlagen Alarm: Der Klimawandel bedroht die Versorgung der Armen.“ (Spiegel)

Klimawandel bedroht globale Getreideernte
„Die Temperatur steigt, die Ernteerträge fallen: Forscher haben überprüft, wie sich die Erderwärmung in den vergangenen 30 Jahren auf die Produktion von Getreide ausgewirkt hat. Vor allem Weizen und Mais sind betroffen – ein massives Problem für die Versorgung der Weltbevölkerung droht.“ (Spiegel)

Posted by Stefan in Artikel, Klimaveränderung, Landwirtschaft, 0 comments