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Buch: Unsere Welt neu denken. Maja Göpel

Buch: Unsere Welt neu denken. Maja Göpel

Nun, vor uns liegt ein Scherbenhaufen – Klimaveränderung, Plastik in den Ozeanen, Verlust an Biodiversität, Nitrat im Grundwasser, krankmachende Gifte in unserer Umwelt, und und und… All dies sind nicht verschiedene Phänomen, sondern gehören zusammen und sind Sinnbild eines Irrweges, auf dem wir Menschen unterwegs sind. Daran ist zwar nicht allein Adam Smith Schuld, mit seinen Ansichten über die Ökonomie, Bevölkerung und Wachstum, die uns bis heute prägt. Aber wir haben uns, so beschreibt Maja Göpel, zu sehr mit einer einseitigen, und letzten Endes »falschen« Weltanschauung beschäftigt, die uns zu diesem Punkt geführt hat. Weshalb wir »Unser Welt neu denken« (Amazon, Buch7) müssen, so der Titel ihres Buches. In dem beschreibt sie, welche Denkprinzipien, welche Modelle uns seit ein paar Jahrhunderten prägen. Und diese sind ganz schön groß und kräftig. Die gute Nachricht ist jedoch gleichzeitig: Es gibt auch andere Denkweisen, die mehr und mehr im Kommen sind. Schaffen wir es rechtzeitig, die einseitigen Muster unseres Denkens und Handelns, die unserer Gesellschaft und damit v.a. auch Ökonomie und Politik prägt, zu verändern?

PS: Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar erhalten.

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»Der Niedersächsische Weg«: Der Weg zum Umweltschutz nach fairen Regeln?

»Der Niedersächsische Weg«: Der Weg zum Umweltschutz nach fairen Regeln?

Interessant: In Niedersachsen ist ein Vertrag mit Namen „Der Niedersächsische Weg“ unterzeichnet worden, in dem erstmalig die Landesregierung, das Niedersächsisches Landvolk, die Landwirtschaftskammer, BUND und NABU festlegen, welche Umweltanforderungen die Landwirte in den kommenden Jahren zusätzlich neben den bestehenden zu erfüllen haben – und wie das honoriert wird.
Mehr dazu auch bei TopAgrar

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Die schwindende Macht der Agrarlobby

Die schwindende Macht der Agrarlobby

Es braucht eine Veränderung in der Landwirtschaft. Keine Frage. Dass sich die Bauern gerade ziemlich aufregen, ist durchaus nachvollziehbar, denn eine klare politische Linie fehlt. Komplett. Und eine wirkliche Unterstützung, mit entsprechender Klarheit auch. Diese kurze Doku zeigt meine ich ganz gut auf, wie die derzeitige, verworrene Situation aussieht.

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Und G.Ott sprach sich gegen CO2-Emissionen aus…

Und G.Ott sprach sich gegen CO2-Emissionen aus…

Lassen wir mal das Höhere Bewusstsein zu Wort kommen! Die Anstalt, diesmal, mal wieder, über CO2, Greta und ähnliche Themen…. Sehr empfehlenswert für die Freunde des satirischen Humors aber doch sehr reellen Geschehens. Wie sich G.Ott dafür ins Zeug legt, dass seine Schöpfung – und auch sein fauler Sohn – nun mal endlich was gegen die Klimaerwärmung unternimmt! Andere interessante Themen, u.a. Minister Scheuer und seine Eskapaden und Schönrechnerei! So satarisch, und dann doch, leider, auch recht nah an der Wirklichkeit.

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Die Anstalt: Die Wahrheit über die EEG-Umlage und was Grünen-Politiker so bewegt

Mal wieder klasse, die letzte Ausgabe von »Die Anstalt«. Von der EEG-Umlage profitieren v.a. jene stromintensiven Industrien, die von ihr ausgenommen wurden. Und: Was macht ein Grünen-Politiker eigentlich noch sonst alles? Oder: Wie verändern sich bestimmte politischen Beschlüsse, je nachdem welcher Minister das Amt innewohnt?
Klasse, und doch ziemlich frustrierend!

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Umweltfreundliche Landwirtschaft? So blockiert die Agrarlobby Reformen

Umweltfreundliche Landwirtschaft? So blockiert die Agrarlobby Reformen

“ rel=“noopener“ target=“_blank“>Kurzer Beitrag im SWR – wenn der Bauernpräsident mit der Landwirtschaftsminisertin…: »Die anstehende EU-Reform der gemeinsamen Agrarpolitik soll 2021 in Kraft treten. Naturschützer, die Mehrheit der Bauern und die Bevölkerung sind dafür – die Agrarlobby macht dagegen aber mit allen Mitteln mobil.«

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Wahl & Klima: Drei Prozent! Unglaublich

Interessanter Artikel bei SpiegelOnline: „Die Regierungsparteien reagieren auf die Europawahl mit Wählerschelte und Selbstzerfleischung. Eine aktuelle Studie zeigt den wahren Grund für ihr miserables Abschneiden – doch sie wird ignoriert. […] Drei Prozent, das ist der Anteil der Befragten, die in einer repräsentativen Studie namens „Umweltbewusstsein in Deutschland“, der Aussage zustimmten, die Bundesregierung tue „genug“ für den Umwelt- und Klimaschutz. Weitere 11 Prozent rangen sich zu einem „eher genug“ durch.“

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Doku: Gekaufte Agrarpolitik?

Verflechtungen am laufenden Band: Ein Politiker der in verschiedensten Firmen der Agrarlandschaft im Aufsichtsrat oder sonst wo sitzt. Und der Bauernpräsident, der mit einem Dutzend Firmen, Institutionen, Verbänden verbündelt ist. Eigentlich nichts Neues. So funktioniert das heutzutage, in der sogenannten Demokratie. Die Doku »Gekaufte Agrarpolitik?« von u.a. Valentin Thun (10 Milliarden), mal ein düsteres Bild der Agrarpolitik. Zum Teil wirklich berechtigt. Zum Teil aber auch ein bisschen einseitig. Denn egal wo ich hinschaue – Verkehr, Bau, Wasser, Umwelt, Siedlung, .. – das Bild wird sich ziemlich ähneln. Jedoch mit dem Unterschied dass ungefähr die Hälfte der EU-Gelder in die Landwirtschaft fliessen… dort also großes Geld zu machen ist. Interessant ist schon, wer so alles an einem Schwein verdient. Der Bauer mit 6-20 € Gewinn ist da noch der kleinste Profiteur (was ist das für ein Gewinn, wenn der Bauer sein Schwein mit 6€ (!!!) Gewinn verkauft?!). Aber da gibt es dann ein lange Kette von Verarbeitern und Händlern, die starke wirtschaftliche Interessen haben. Was wäre die Sache doch wieder einfach, wenn der lokale Metzger mit dem lokalen Bauern und den lokalen Konsumenten zusammen arbeiten täte… Oder eher: die lokalen Konsumenten mit dem lokalen Metzger und dem lokalen Bauern…

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Bei der Umweltpolitik ist Deutschland Entwicklungsland

Spannende (aber leider auch frustrierende) Untersuchung: Deutschland ist weit davon entfernt, Vorreiter in ökologischen Themen zu sein. Es braucht einen systemischen Wandel, eine Transformation, so die Forscher – z.B. in Bereichen wie Verkehr, Landwirtschaft und Ressourcenverbrauch.

Und wir sind an einem Punkt, wo marginale Verbesserungen auf freiwilliger Basis nicht mehr ausreichen.

Wir brauchen einen transformativen Wandel, also einen Übergang zu einem neuen System.

Der Wandel muss von unten und oben kommen. Es kommt viel Innovation von Gemeinden, Unternehmen, Städten und Nichtregierungsorganisationen, die versuchen, das Leben anders zu organisieren als bisher. Aber es fehlt eine entsprechende Politik von oben. Besonders beklagenswert ist, dass der Preis für Umweltverbrauch so gering ist. Beim Anteil der Umweltsteuern an den Staatseinnahmen ist Deutschland ganz weit hinten im EU-Vergleich, Platz 25 von 28.

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»Die Anstalt«: Stickstoffoxide, Autolobby und Co. Politsatire vom Feinsten

Wunderbare Sendung mal wieder. Wie die (Auto)Industrie die Politik und v.a. auch die öffentliche Diskussion beeinflusst. Ganz grosse Klasse. Wenn auch nur ein Teil davon stimmt, dann ist das erschreckend und problematisch für unser gesellschaftliches System. Und ich bin davon überzeugt: Es stimmt (mehr oder weniger genau) ziemlich viel davon.

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Doku: Trump und der Staatsstreich der Konzerne

Freie Gesellschaft und Demokratie? Was heisst das in einem Staate (sei es der USA, wie in diesem Falle, oder auch bei uns in Deutschland), wenn das Geld die Macht hat? Wer lenkt und bestimmt denn die politischen Entscheidungen? Vordergründig scheinen es die Politiker zu sein, die wir gewählt haben (naja, oft nur die Parteien dazu). Hintergründig sind viele dieser gewählten Repräsentanten entweder selbst so stark in die Wirtschaft verwickelt, dass Eigeninteressen der größte Antrieb zu sein scheint, und nicht »das Wohle des Volkes«, oder sie derart von den Wirtschaftsvertretern beeinflusst werden, richtungsweisende (d.h. wirtschaftsfreundliche) Entscheidungen zu fällen, dass jene wiederum ruhig und gelassen im Hintergrund bleiben können. Dass dies nicht erst seit Trump der Fall – wie diese Doku zeigt – sondern seit vielen Jahrzehnten (und wohl auch Jahrhunderten) so abläuft (siehe diverse Sendungen von »Die Anstalt« zu diesem Thema), wird mehr und mehr deutlich.

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Doku: Die Macht der Bauernlobby

Wie einflussreich ist der Deutsche Bauernverband? Wie gestaltet er die Politik mit? Oder besser: Wie bestimmt er die Politik? Interessante Sendung, die den Weg des Bauernverbandes vom Ende des Zweiten Weltkrieges bins in die heutige Zeit verfolgt und dabei aufzeigt, mit welchen Mitteln der Verband schon früh Druck auf die Politik ausgeübt hat. Und wie stark die Verflechtungen des Verbandes mit der Politik und der Wirtschaft (Bayer und Co) sind. Nach doch teils frustrierenden 45 Minuten bleibt die Quintessenz: Der Konsument hat die Macht zu entscheiden, in welche Richtung sich die Landwirtschaft entwickeln soll. Der Verband, und mit ihm die Politik, werden wohl nicht zu einer Veränderung beitragen.

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Interview von Bauer Willi mit Martin Häusling

Interessantes kurzes Interview zwischen (dem in den sozialen Medien bekannten) Bauern Willi und dem grünen EU Abgeordneten Martin Häusling, der lautstark und fundiert über sein Büro mit gut aufbereiteten Broschüren zum Insektensterben, Pestizideinsatz und Bodenproblematik die Aufmerksamkeit auf eine »bessere« Landwirtschaft richtet. Ganz offensichtlich begegnen sich dort zwei, die nicht einer Meinung sind. Aber der Herr Häusling, selbst Bauer, hat meines Erachtens nach gute Antworten parat!

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Die Angst der Machteliten vor dem Volk, Prof. Rainer Mausfeld

Was ist dran an der »Angst der Machteliten vor dem Volk«? Stimmt es, dass die Machteliten alles tun, vieles davon im Hintergrund, so dass das Volk es nicht mit bekommt, um ihre Macht zu sichern und den Bürgen eine homöopathische Dosis »Demokratie« anzubieten, um diese zufrieden zu stellen? Werden ThinkTanks und Stiftungen von reichen Männern und Frauen im Hintergrund finanziert, um das Wissen der Reichen zu stärken und damit das System zu stärken? Es klingt deutlich, was der Herr Mausfeld da sagt. Aber es klingt auch etwas hetzerisch und ideologisch. Was meint ihr?

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Die Anstalt – Tierfabrik, Billigschnitzel, verantwortlicher Konsument und Lobby-Politiker

Satire und Komödie? Oder einfach nur Realität? Ziemlich bissig nimmt die aktuelle Anstalt die Fleischindustrie auseinander. Massentierhaltung – aber deutlich humaner geworden, glückliche Tiere aber vor allen Vermarkter und Lobby-Politiker, die mit allen groß-industriellen Interessensorganisationen eng verwoben sind, und der »verantwortliche« Kunde, der immer herhalten muss als derjenige, der ja beim Kauf des Produktes über dessen Schicksal entscheidet.

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Der große Irrglauben. Die (angeblichen) Freunde und (angeblichen) Feinde der Bauern

Schöne, mal ganz andere Blickweise (taz) auf die Bauern und ihre Freunde/Feinde. Sind’s die Ökos (die Feinde) und die „herrschende“ Politik (die Freunde) – so wie’s gemeinhin gesehen wird? Oder ist’s vielleicht anders herum?

„Die Umweltaktivisten? Die Tierschützer und Grünen, die am Samstag in Berlin unter dem Motto „Wir haben es satt“ für eine Agrarwende demonstrieren? Der durchschnittliche Landwirt in Deutschland hält sie für seine Gegner. Der Bauernverband spricht von Demonstrationen „gegen die Landwirtschaft“. Die Kritiker der Agrarindustrie seien Träumer, Ignoranten und Heuchler, heißt es in den einschlägigen Internetforen der Branche. Dabei sind in Wirklichkeit die Ökos die besten Freunde der Bauern.“ …mehr…

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Anastasia – die Macht eines Phantoms

Die Anastasia-Idee und -Bewegung ist in der Permakultur-Szene ja durchaus weit verbreitet. Ein Hektar große Familienlandsitze, die sich selbst versorgen und eng mit der Natur zusammen leben. Eine schöne Idee. Dahinter stecken eine ganze Reihe von Büchern. Und, wenn man genauer liest und hinschaut, aber auch nachdenklich machende und sehr fragwürdige Gedanken, Ansichten, Formulierungen, die sich sehr nah am rechten Rand der politisch-gesellschaften Szene bewegen. Die Oya hat jetzt einen sehr guten Erfahrungsbericht mit Hintergründen und Erlebnissen dazu geschrieben, der interessante Einblicke in die Bewegung bietet, und verschiedene Punkte anspricht, die sich jeder bewußt sein sollte, der sich mit dem Thema beschäftigt.

© Foto: Arsen Kljan

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Die 4p1000 Initiative erhält den World Future Policy Award

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Das World Future Council zeichnet mit dem World Policy Award Gesetze aus, die bessere Lebensbedingungen für heutige und zukünftige Generationen fördern. Bei der diesjährigen Gewinnern zum Thema Desertifikation ist u.a. die 4p1000 Initiative ausgezeichnet worden: „Diese hochrangige politische Initiative präsentiert eine neues Konzept im Kampf gegen den Klimawandel: Die jährliche Erhöhung des im Boden gebundenen Kohlenstoff in den oberen 30-40cm der Ackerböden um 0,4 Prozent. Die Initiative setzt sich für einen Paradigmenwechsel in der landwirtschaftlichen Praxis ein.“

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Europaparlament: Monsanto-Lobbyisten müssen draußen bleiben

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Ach, wer das schön wenn das nicht nur auf Monsanto zuträfe… und auch dauerhaft: „Vor der Zulassung des Pflanzengiftes Glyphosat hat das Europaparlament noch Fragen, doch Hersteller Monsanto entzieht sich einer Anhörung. Nun entziehen die Politiker den Lobbyisten des Konzerns den Zugang.“ (Handelsblatt)

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Offener Brief für die Zukunft der Landwirtschaft

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An:
Frau Maybrit Illner, Frau Sandra Maischberger, Herrn Peter Kloeppel, Herrn Claus Strunz

29. August 2017

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, liebe Journalistinnen und Journalisten,

in wenigen Tagen werden Sie Angela Merkel und Martin Schulz in der Debatte der Spitzenkandidaten mit den drängendsten Fragen konfrontieren, die sich stellen, wenn man politische Verantwortung für eine der größten Volkswirtschaften der Welt übernimmt.
Die unterzeichnenden Personen und Organisationen fordern Sie mit diesem Brief dazu auf, dabei ein Thema aufzugreifen, das für die Zukunft unseres Landes und die aller Menschen weltweit zentrale Bedeutung besitzt: der Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen, insbesondere mit der Ressource Boden.

Weltweit gehen fruchtbare Böden im Umfang von ca. 10 Millionen Hektar jährlich durch eine falsche landwirtschaftliche Nutzung und durch die Folgen des Klimawandels verloren. Das entspricht fast der gesamten Fläche, die in Deutschland als Ackerland genutzt wird. Nicht nur für die unmittelbar betroffenen Menschen ist dies katastrophal. Zugleich ist dieser Verlust Ausgangspunkt für politische Spannungen und Migrationsbewegungen, die längst begonnen haben, auch uns einzuholen.
Auch hier in Deutschland wird die Fruchtbarkeit der Böden durch eine nach industriellen Prinzipien organisierte Landbewirtschaftung abgebaut. Dies geschieht durch einseitige Fruchtfolgen mit hohen Anteilen derselben Anbaukulturen, sowie durch die Anwendung chemisch-synthetischer Stoffe zur Düngung, durch Biozide, wie Insektizide und Herbizide, die die biologische Vielfalt, und damit die unersetzbaren Funktionen des Bodenlebens, beeinträchtigen. Auf diese Weise werden die natürliche ökologische Widerstandsfähigkeit unserer Agrarlandschaften und ihre Ertragsfähigkeit gravierend geschwächt. Zusammen mit der weiter fortschreitenden Flächenversiegelung durch Überbauung gefährden wir so langfristig unsere Fähigkeit, ausreichend Agrarprodukte und Nahrungsmittel zu erzeugen.

Dagegen könnte eine regenerative, Humus und biologische Vielfalt aufbauende Landwirtschaft enorme positive Wirkung entfalten. Sie erhöht nicht nur die Fruchtbarkeit und Produktivität der Böden, sowie ihre Widerstandskraft gegen extremer werdende Umweltereignisse. Mittels des Aufbaus biologischer Vielfalt und organischer Masse können Böden in erheblichem Maß Kohlenstoff binden und für die landwirtschaftliche Produktivität nutzbar machen. Eine zukunftsfähige Bodenbewirtschaftung kann der Atmosphäre große Mengen CO2 entziehen – was angesichts der bereits deutlich sichtbar werdenden Folgen des Klimawandels von zentraler Bedeutung ist.

Um die Bedingungen für eine zukunftsorientierte Wirtschaft zu schaffen, benötigt es politische Unterstützung und einen förderlichen wirtschaftspolitischen Ordnungsrahmen. Die politischen und regulativen Rahmenbedingungen beeinflussen maßgeblich die unternehmerischen Erfolgsfaktoren und gestalten so Wirtschaftspraxis und die marktliche Entwicklung. Bislang befördert die Politik ein Wirtschaftshandeln, das unsere gesellschaftliche und ökonomische Zukunftsfähigkeit gefährdet und die natürlichen Lebensgrundlagen schädigt. Nicht nachhaltige Wirtschaftsweisen, die Lebensgrundlagen abbauen und die Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen, sind bislang profitabler und somit wettbewerbsstärker. Dabei werden jedoch langfristig und global Ressourcen vernichtet, die zukünftig weder den Menschen, noch für Wirtschaftsaktivitäten und -unternehmen zur Verfügung stehen. Die Folgen davon tragen alle.

Unsere KanzlerkandidatInnen müssen Antwort auf die Fragen danach geben, wie sie die politischen Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Marktwirtschaft gestalten wollen, damit regenerative Landwirtschaft und ein weltweiter Schutz von Böden und ihrer Fruchtbarkeit stattfinden.
Sie werden am 3. September 2017 diese Antwort aber nur geben, wenn Sie Ihnen dazu die erforderlichen Fragen stellen !
Wir, die wir in großer Sorge um die Wichtigste unserer natürlichen Lebensgrundlagen sind, wollen Sie dazu ermutigen. Denn hier geht es nicht um ein idealistisches „nice to have“- Thema, sondern um ein Überlebensthema für die Menschheit.
Die Böden und Landschaften, die wir nutzen, bilden das Fundament unserer Wirtschaft, sie sind Lebensgrundlagen als auch Produktionsgrundlagen in einem. Ihr Erhalt und ihr Aufbau ist eine Bedingung für unsere gemeinsame Zukunft – das ist unser aller Angelegenheit.

Mit besten Wünschen

Dr. J. Daniel Dahm
Vize Direktor, European Centre for Sustainability Research ECS, Zeppelin Universität Deutsche Gesellschaft Club of Rome DCoR
Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V. VDW
Dr. Felix Prinz zu Löwenstein
Vorstandvorsitzender, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW e.V.)
Alexandra Wandel
Direktorin und Stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Stiftung World Future Council
anstiftung
Daniel Überall, Vorstand
Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e.V. Dr. Alexander Beck, Geschäftsführender Vorstand
Biokreis e.V. – Verband für ökologischen Landbau und gesunde Ernährung Franz Strobl, Vorstandsvorsitzender
Bioland e.V.
Jan Plagge, Präsident
Biopark e.V.
Jens Rasim, Vorstandsvorsitzender
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender
Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. Elke Röder, Geschäftsführerin
ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V. Andreas Hattemer, Vorsitzender
European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility (ENSSER) e.V.
Dr. Hartmut Meyer, Vorsitzender des Vorstandes Dr. Angelika Hilbeck, Mitglied des Vorstandes
Demeter e.V.
Dr. Alexander Gerber, Vorstandssprecher
Gäa e.V. – Vereinigung ökologischer Landbau Kornelie Blumenschein, 1. Vorsitzende
Germanwatch e.V. Klaus Milke, Vorsitzender
Kartoffelkombinat eG Daniel Überall, Vorstand
Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V.
Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V.
Naturland e.V. Hubert Heigl, Präsident
Naturschutzbund Deutschland (NABU) Olaf Tschimpke, Präsident
Verbund Ökohöfe e.V. Jürgen Hartmann, Vorstand
Josef Braun
Biolandbauer Präsidium, Bioland e.V.
Nikolai Fuchs
Vorstand, GLS Treuhand
Stiftungsrat Zukunftsstiftung Landwirtschaft
Prof. Dr. Klaus Gabriel
Geschäftsführer des Corporate Responsibility Interface Center (CRIC) e.V. Gastprofessor für Wirtschafts- und Unternehmensehtik an der Universität Kassel
Prof. Dr. Maximilian Gege Vorsitzender, B.A.U.M. e.V.
Dr. Jörg Geistlinger
Hochschule Anhalt
Fachbereich 1: Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung Institut für Bioanalytische Wissenschaften
Leiter der Arbeitsgruppe „Nachhaltige Düngung und alternativer Pflanzenschutz“
Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald Vorstand, Schweisfurth Stiftung
Prof. Dr.-Ing. Susanne Hartard
Umwelt-Campus Birkenfeld/Hochschule Trier Industrial Ecology
Hermann Graf Hatzfeldt
Prof. Dr.em. Eva Lang
Vorstand der Vereinigung für Ökologische Ökonomie
Mitglied und ehem. Vorstand des Netzwerks Vorsorgendes Wirtschaften
Prof. Dr. Rudolf Prinz zur Lippe Präsident, Forum der Kulturen zu Fragen der Zeit
Prof. Dr. Dirk Löhr
Professor für Steuerlehre und Ökologische Ökonomik
Prof. Dr. Konrad Ott Philosophisches Seminar der CAU zu Kiel
Dr. Manuel Schneider
Redaktionsleitung „Der kritische Agrarbericht“ Geschäftsführer oekom e.V.
Karl Ludwig Schweisfurth Schweisfurth Stiftung
Prof. Dr. Irmi Seidl
Eidg. Forschungsanstalt WSL
Prof. em. Dr. Michael Succow
Vorstandsvorsitzender der Michael Succow Stiftung Träger des alternativen Nobelpreises
Beate Weber-Schuerholz
Oberbürgermeisterin a.D. MdEP a.D.
Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker Ko-Präsident des Club of Rome
Prof. Dr. Hubert Wiggering
Institut für Erd- und Umweltwissensschaften der Universität Potsdam
Vorstandsmitglied der Deutschen AgrarForschungsallianz (DAFA)
Mitglied der Kommissionen Landwirtschaft (KLU) sowie Bodenschutz (KBU) beim Umweltbundesamt

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