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Artikel: Agroforstsysteme der gemäßigten Breiten bieten einen größeren Bestäubungsdienst als Monokulturen

Artikel: Agroforstsysteme der gemäßigten Breiten bieten einen größeren Bestäubungsdienst als Monokulturen

Überraschend sind diese Ergebnisse nicht: Klar, die Integration von Bäumen in Aecker und Wiesen fördert die Artenvielfalt. Aber doch interessant, welchen Unterschied es machen kann – obwohl ich den durchaus auch höher eingeschätzt hätte. Hier eine Untersuchung aus England, auf ökologischen Flächen: »Wir fanden heraus, dass Agroforstsysteme (AF) in gemäßigten Klimazonen einen größeren Bestäubungsdienst bieten können als Monokulturen (MK): Bei AF-Systemen gab es doppelt so viele Einzelbienen und Schwebfliegen und in AF-Ackersystemen 2,4-mal mehr Hummeln als bei MK. Bei AF wurde in einem der beiden Jahre auch 4,5-mal mehr Saatgut gesetzt als bei MK. Bei 40 % der standortbezogenen Stichprobeneinheiten pro Jahr war der Artenreichtum der Solitärbienen bei AF durchschnittlich 10,5-mal höher.«

Quelle: »Temperate agroforestry systems provide greater pollination service than monoculture«

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Sibirien leidet unter Rekordhitze – bis zu 34°C

Sibirien leidet unter Rekordhitze – bis zu 34°C

Heieiei, wo wird uns das noch hinführen: »Schon der vergangene Winter soll der heißeste seit 130 Jahren gewesen sein: Jetzt erlebt die russische Wildnis einen nie da gewesenen Extremsommer.« Mit gravierenden Folgen. Deutliche 10-20°C sind die Temperaturen nun schon seit einiger Zeit – und damit ungewöhnlich lange – über den Normalwerten. »Völlig verrückt«, sagt ein Meterologe dazu. Berechnungen zufolge kommt so eine Anomalie nur alle 100.000 Jahre vor. Die Folgen für die Region und das Weltklima sind gravierend.

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Artikel: Erhöhter Beitrag von Wurzelexsudaten zum Kohlenstoffeintrag im Boden während der Grünlanddegradierung

Artikel: Erhöhter Beitrag von Wurzelexsudaten zum Kohlenstoffeintrag im Boden während der Grünlanddegradierung

Interessanter Artikel: Je mehr Grünland degradiert, desto mehr Kohlenstoff pumpen zwar einzelne Pflanzen über die Wurzelexudate in den Boden. Aber die Gesamtsumme ist abnehmend, da immer weniger Pflanzen und weniger Pflanzenvielfalt zur Verfügung steht. Ausserdem leidet die oberflächliche Biomasse darunter, dass die Pflanzen so viel Energie in den Boden pumpen muss.
Diese Ergebnisse folgen dem logischen Denken, würde ich sagen. Ich kenne das von anderen Untersuchungen, die aufzeigen, dass je mehr Pionierstadium im Boden, desto mehr arbeiten die Pflanzen dran, das Bodenleben zu füttern und damit die Bodenfruchtbarkeit aufzubauen. In dieser anderen Untersuchung wurde von Werten von 70-90% des Kohlenstoffs gesprochen, welches die Pflanzen generiert und in den Boden schickt. Wow!
Quelle: »Increased contribution of root exudates to soil carbon input during grassland degradation«

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Artikel: Boden- und organische Kohlenstoffverluste durch unterschiedliche Bodennutzung: Eine globale Meta-Analyse

Artikel: Boden- und organische Kohlenstoffverluste durch unterschiedliche Bodennutzung: Eine globale Meta-Analyse

Immer wieder mal interessant auf die Zahlen zu schauen. In dieser Publikation, basierend 52 Studien aus der ganzen Welt, werden global gemittelte Bodenverluste von 12,34 ± 2,25 Tonnen/Hektar/Jahr bzw. Verluste an organischem Bodenkohlenstoff (»Humus«) von 218 ± 9,1 kg C/Hektar/Jahr angegeben. Grasland wies 77%, 66% und 41% niedrigere Bodenverluste auf als Obstgärten, Ackerland und Wälder, was auf eine höhere organische Bodensubstanz und Oberflächenbedeckung zurückzuführen ist. Die natürliche Vegetation hatte 98% und 70% weniger Abfluss und Bodenverlust als die mit Pflanzenresten gemulchten Parzellen, was auf ihr großes Potential für Oberflächenabfluss- und Bodenerosionskontrolle hinweist.

Quelle: »Soil and organic carbon losses from varying land uses:a global meta-analysis«

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Artikel: Ursachen für das Insektensterben v.a. durch die intensive Landwirtschaft

Artikel: Ursachen für das Insektensterben v.a. durch die intensive Landwirtschaft

Laut einer wissenschaftlichen Studie von 2019, in der Wissenschaftler Studien von 73 Orten aus der ganzen Welt ausgewertet haben, ist die moderne Landwirtschaft eine der Hauptursachen für das weltweite Insektensterben. Insbesondere der Verlust an Habitaten – Hauptverursacher die Landwirtschaft, aber auch die Verstädterung – sowie die Umweltbelastung durch den intensiven Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, führt dazu, dass Insekten massiv verschwinden. Mit knapp 50% ist damit die Landwirtschaft eindeutig der Sektor, der die weitreichendsten Konsequenzen auf den Insektenschwund hat. Mehr als 40% der Insektenarten sind vom Aussterben bedroht.
Gleichzeitig jedoch hat dieser Sektor auch die größten Potentiale, dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Natürlich kann dies nur funktionieren, wenn die Verbände, die Politik, der Handel und die Konsumenten dazu an einem Strang ziehen.

Die Forscher schreiben: »Ein Überdenken der gegenwärtigen landwirtschaftlichen Praktiken, insbesondere eine ernsthafte Verringerung des Pestizideinsatzes und dessen Ersetzung durch nachhaltigere, ökologisch basierte Praktiken, ist dringend erforderlich, um die gegenwärtigen Trends zu verlangsamen oder umzukehren, die Erholung der rückläufigen Insektenpopulationen zu ermöglichen und die lebenswichtigen Ökosystemleistungen, die sie erbringen, zu sichern.«

»Am beunruhigendsten ist die Tatsache, dass die abnehmende terrestrische Insektenfauna nicht nur Spezialisten mit engen ökologischen Anforderungen wie Abhängigkeit von bestimmten Wirtspflanzen, ökologischen Nischen oder eingeschränkten Lebensräumen umfasst, sondern auch generalistische Arten, die einst in vielen Ländern verbreitet waren. Dies deutet darauf hin, dass die Ursachen für den Rückgang der Insekten nicht an bestimmte Lebensräume gebunden sind, sondern vielmehr gemeinsame Merkmale betreffen, die allen Insekten gemeinsam sind.«

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Artikel: Die Erde soll niemals nackt sein

Artikel: Die Erde soll niemals nackt sein

Interessanter Artikel aus der Schweiz. Zwar in meinen Augen zu skeptisch, was die Potentiale des Humusaufbaus angeht. Aber mit klarer Message: Ständige Bodenbedeckung ist ein absolutes Muß zum Schutz und Aufbau des Bodens und sollte politisch institutionalisiert werden.

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Umweltschutz – Eine heikle Partnerschaft

Umweltschutz – Eine heikle Partnerschaft

Wie glaubhaft ist es, wenn sich Konzerne für den Umweltschutz engagieren? Wie wichtig – oder auch richtig – kann eine Kooperation sein? Ist all das Engagement nur Greenwashing? Interessanter Artikel in brand eins: »Wenn Umweltschützer und Konzerne kooperieren, können sie eine Menge erreichen. Zumindest theoretisch. Ein Realitäts-Check.«

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Artikel: Forscher warnen vor Ökosystem-Kollaps innerhalb von Jahrzehnten

Artikel: Forscher warnen vor Ökosystem-Kollaps innerhalb von Jahrzehnten

Durch anthropogene Veränderungen wie Abholzung, landwirtschaftliche Eingriffe, Klimaveränderung, Versauerung u.a. sind große Ökosysteme wie der Amazonas oder die Korallenriffe der Karibik besonders verwundbar, warnen britische Forscher in einer Untersuchung. Sie könnten innerhalb kurzer Zeit zusammenbrechen. Solche ein Kollabieren der großen Ökosysteme kann innerhalb von rund 15 (Korallenriffe mit einer Größe von 20.000 km2) bis 50 Jahren (Amazonas mit 5,5 Millionen km2) geschehen, so die Forscher. Das Besondere an den größeren der betrachteten Ökosystemen sei gewesen, dass sie aus verschiedenen Subsystemen bestanden hätten, so das Team. Zunächst habe das bei Stress die Widerstandsfähigkeit des Gesamtsystems erhöht. Sei aber eine bestimmte Schwelle der Belastung überschritten worden, habe die Modularität des Systems zusätzliche Probleme gebracht und für einen schnelleren Kollaps gesorgt.

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Artikel: Wasserspeicherkapazität von Humus

Artikel: Wasserspeicherkapazität von Humus

Es kursieren unterschiedliche Zahlen bzgl der Wasserspeicherfähigkeit von Humus im Boden. Oft wird eine Zahl von 130.000 oder 160.000 Litern pro Hektar genannt, bezogen auf vermutlich 30cm Bodentiefe – aber dazu fehlt dann meist auch eine Angabe. Dieser Artikel hier (Reevaluating the effects of soil organic matter and other properties on available water-holding capacity using the National Cooperative Soil Survey Characterization Database) ist dem Thema noch mal auf den Grund gegangen, und kommt zu geringeren Werten von 52.000 Litern bei 30cm Bodentiefe pro Prozent Humus – was ja auch kein schlechter Wert ist!

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Präsentation: Wasser, Boden, Vegetation – Der Schwamm, der unser Klima verändern könnte. Walter Jehne

Präsentation: Wasser, Boden, Vegetation – Der Schwamm, der unser Klima verändern könnte. Walter Jehne

Hier ist mal eine wirklich beeindruckende, und vielleicht Welt-verändernde Präsentation von Walter Jehne.

Thematisch haben wir das in unserem Buch »Die Humusrevolution« ja auch schon mit dem New Water Paradigm heraus gestellt. Aber der Walter präsentiert diesen Themenkomplex noch mal ein bissl mehr in Richtung »Humusaufbau —> Pflanzenwachstum —> erhöhte (Evapo)Transpiration —> erhöhte Abkühlung —> reduzierte Wärmeabstrahlung am Boden im Vergleich zum halb-nackt-liegenden Acker/Land —> erhöhte Wolkenbildung —> erhöhte Sonnenlichtreflexion durch die Wolken und mehr Niederschlag —> geringere Sonneneinstrahlung —> Klima-positive Entwicklung(en)«. (Sehr stark verkürzt)

Sollte das so stimmen, wie er das darstellt, dann sollten wir von der »Single Story« der CO2-Problematik uns hinwenden auf eine ganzheitlichere Sichtweise, wo Wasser, Vegetation und Böden im Zentrum des Geschehens rücken.

Seine Präsentation gibt’s nun auch in deutlich verkürzter Form auch auf deutsch (und leider ohne Hinweis auf den Ursprung der Inhalte, Zahlen, Daten, Fakten).

Aus einem Interview von ihm habe ich mal einige Stichworte rausgeschrieben. Was in dick ist, bräuchte meines Erachtens nach einen wissenschaftlichen Nachweis:

  • Water is governing 95 percent of the heat dynamics of the earth 
  • Solar radiation
    • at the top of the troposphere: 342 W/m2
    • water vapour in atmosphere rises temperature from -18 to 15 °C (+ 33 °C)
    • for stable climate, 342 must go out again
    • instead, 3 W less re-radiation = 1% of the incident solar radiation
    • with an increase of the natural hydrological processes, we can readily get to that one percent
      • latent heat flux of transpiration = 85 W/m2 from surface back out to space
      • if we increase transpiration globally by 5%, that would effectively put another 3 W/m2 out to space 
      • be increasing clouds by 2%, we would get an additional 3 W/m2 reflected back out of space 
  • water vapour
    • 80% of the natural greenhouse effect results from water vapour in the atmosphere
    • rel. constant over time at 4%
    • 1 gram of water can absorb 590 calories of heat energy
    • power of water (molecule) vapor to absorb and transfer heat is 20 times higher than that of CO2 (see below)
    • 40.000 ppm of water vapor to 400 ppm of CO2 —> power of water vapor
  • CO2
    • CO2 governs ~20% of the greenhouse effect
    • large variations over time
    • high concentrations at the beginning
      • drawn down by the formation of corals, limestone, chalk
      • since 420 million years by plants on land and the formation of soils
    • a CO2 molecule can absorb 1/8 of the heat of a water molecule
    • a CO2 molecule weight three times as much as a water molecule
  • when water evaporates, that heat gets transferred into the atmosphere, where is releases energy through condensation
    • that makes storms
    • but most of that gets dissipated back out of space through the upper atmosphere
      • this process accounts for about 24% of the Earth’s natural hydrological cooling 
    • clouds
      • = high albedo
      • 50% of the planet at any given time is covered by clouds
        • with a diminuishing amount 
        • 1/3 of the solar radiation is relefected out to space (by the clouds only?)
          • thus, more clouds, more reflection, more »cooling«
      • humid haze 
        • nucleated on aerosols and dust particulates
          • micro-droplets and thus too small and light to fall
          • electrostatically charged so they repel each other
          • when liquid, they absorb heat from the sun
          • when gaseous, they absorb re-radiated infrared radiation from the Earth
        • pollutant brown haze from Cairo to Beijing
          • Asian brown haze contains up to 4% moisture plus pollutants
          • »takes out« the precipiatation nuvlei so water in the atmopshere does not fall as rain
      • a million cloud micro-droplets need to coalesce to form a raindrop to begin falling
        • for that, we need precipitation nuclei
          • 1) ice crystals, 2) salts, 3) certain bacteria
          • by far the most effective nuclei in cloud chamber studies are the highly hydroscopic bacteria Aerobacter 
            • they are produced in the stomata of trees
            • rainfall in the Amazon is largely a symbiotic, bacterially driven process
            • proof: deforestation on an island leads to diminished rainfall; reforestation to a restoration of rainfall, for example Madeira 
    • oceans
      • cover 71% of the planet
      • evapotranspiration only possible from a two-dimensional monomolecular layer = limited physical dimension
      • surface water is always cooled from water below
    • trees
      • have a leaf area 10 times greater than the land’s surface area
      • three-dimensional process
      • longevity of green growth = four-dimensional
      • thus, much greater potential than oceans
  • soil
    • comparison to a cathedral
      • stones = building blocks = anorganic compounds
      • soil organic matter = cement, that holds the stones together
      • the void = all that empty space in the soil (66% of a healthy soil is just space, air, and partially filled with water)
      • avaiability of nutrients is related to how much surface area of the mineral particles is exposed
      • nutrients = often cations = held as if by Velcro
      • >80% of a soil’s biofertility depends on this surface exposure
      • creating cathedrals = spaces and surface = fundamental for both soil hydrology and biodertility
    • North America: 10-15 meters deep organic soils with 8% SOM within 10.000 years
  • land
    • 5 billion hectares of land degraded, turning 40% of the Earth’s land surface into desert and wasteland
    • 8 billion hectares of old growth forest, 6.3 billion were cleared
    • now at 3 billion hectares »restored«
    • 5 billion hectares of grasslands originally—> how much destroyed, degraded?
      • at times of the roman empire, lions from the libyan savannahs (what has changed that?) (!!!)
      • degradation = decarbonization = less water infliration, retaining, making available —> further degradation
    • if we degrade an area and leave it bare, it will absorb incident solar radiation and heat up and and enormously re-radiate back infrared radiation
  • CO2
    • we are emitting 130 billion tons of carbon emitted from the biosystems (?)
    • fossil fuel emissions are 10 billion tons of carbon per annum
    • photosynthesis draw down 120 billion tons of carbon per year
    • atmosphere:
      • 750 billion tons
    • oceans
      • 38.000 billion tons
      • 1/3 (???) of the man made CO2 emissions have been absorbed and buffered by the oceans
      • when CO2 concentration in the atmosphere diminish, oceans will release CO2 back into the air
      • 93% of the additional heat that we’re generating and retaining is being absorbed by the oceans (!!!)
        • when temperatures rise – we see only 7-10% of the total effect
      • in terms of carbon, energy and heat dynamics, water is the elephant in the room
    • ABC(D) of carbon sequestering
      • Agriculture
      • Burning (oxidation, decomposition, oxidation of plant material)
      • Carbon biosequestration
      • Dividend
        • + biofertility, microbial activity, surface area, moisture-holding capcity, ….
        • instead of »burning« 100 to 120% of the carbon, we could fix 60-70% in the soil
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Doku: Sand – Die neue Umweltzeitbombe

Doku: Sand – Die neue Umweltzeitbombe

Sand – da springt uns direkt mediterrane Bilder oder Südseeinseln in den Kopf. Unendlich, unerschöpflich, paradiesisch. Jedoch, die Realität sieht anders aus: Wir benötigen für den Bau von Gebäuden, Strassen und Brücken gigantische Mengen Sand. Denn Beton ist v.a. eins: Sand. Eigentlich ist Sand wohl derzeitig die wichtigste Ressource weltweit. Und dann doch irgendwie endlich. Und auch hier plündern wir Menschen, was das Zeug hält: Vor allem von Stränden (teilweise in Nacht-und-Nebel-Aktionen) und von intakten Meeresböden (wo er abgesaugt wird, mit allem was da kreucht und fleucht). Nachhaltig, zukunftsfähig kann man das beileibe nicht nennen! Diese Doku zeigt uns deutlich auf, wie wir mit der endlichen Ressource Sand umgehen.

Dazu ist über mein UNEP-Büro auch dieser Bericht letztens lanciert worden.

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Weltweite Kraftwerk-Laufzeiten sprengen alle Klimaziele

Weltweite Kraftwerk-Laufzeiten sprengen alle Klimaziele

Schlechte Nachrichten für das Klima und die zukünftigen Generationen: »Um die globale Erwärmung auf höchstens 1,5 oder 2 Grad zu begrenzen, ist die Menge an CO2, die noch frei werden darf, stark begrenzt. Eine neue Studie zeigt: Schon die existierenden Kraftwerke werden weitaus mehr verbrauchen. Weitere sind geplant.« Ja, man kann zum Glück Kraftwerke früher abschalten – siehe die Kernkraftwerke in Deutschland oder wohl demnächst die Kohlekraftwerke in Holland. Aber das wird nicht einfach und deutlich teuerer!

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Boston Consulting Group: Die Zukunft der deutschen Landwirtschaft nachhaltig sichern

Boston Consulting Group: Die Zukunft der deutschen Landwirtschaft nachhaltig sichern

Interessanter Beitrag von der Boston Consulting Group, die (zumindest bei mir) nicht unbedingt als ökologisches Zentrum bekannt ist. Dabei nutzen sie eine typische Kosten-Nutzen-Kalkulation, wie sie in der Wirtschaft Norm ist.

Dabei kommt dann heraus dass die deutsche Landwirtschaft einen Anteil von rund 0,7 Prozent (~ 21 Milliarden Euro) an der deutschen Bruttowertschöpfung hat und rund 2 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland beschäftigt. Demgegenüber stehen externe Kosten von mindestens 90 Milliarden Euro pro Jahr. Synthetischer Dünger und Pestizide schädigen Bodenleben und Grundwasser, großflächige Monokulturen lassen die Böden ein leichtes Opfer für Wind und Wasser werden und tragen den Humus ab. Diese Wirtschaftsweise hinterlässt verdeckte Kosten, die die Wirtschaftsprüfer der Boston Consulting auf 40 Milliarden Euro pro Jahr schätzen. Ähnliches gilt für den massiven Verlust an Artenvielfalt, die Auswirkung der Intensivlandwirtschaft auf das Klima, den Wasserhaushalt, die Luftqualität und den Zustand von Kultur- und Erholungslandschaften. Auch hier entstehen verdeckte Kosten, die noch einmal mit jährlich 50 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Klare Herangehensweise, die den Regeln jeder Unternehmensberatung entspricht: verdeckte Kosten aufdecken, Wirtschaftlichkeit durch Kostensenkung erhöhen.

An dieser Situation hilft nicht ein kleines bisschen Veränderung, wie es momentan angepriesen wird – ein bisschen weniger von Dünger, Pestiziden, ein bisschen mehr für die Natur, … Nein, was wirklich hilft, sind grundsätzliche Weichenstellungen, radikale Veränderungen. Die Berater halten vier Szenarien für bedenkenswert:

– Angenommen, der Fleischkonsum würde sich in Deutschland an den EAT-­Lancet-­Empfehlungen orientieren – das sind 45 Gramm pro Tag und Person – und die Produktion würde entsprechend angepasst, dann reduzierten sich die externen Kosten um rund 25 Prozent.
– Könnten wir die Verschwendung der in Deutschland verbrauchten Lebensmittel von derzeit rund 30 Prozent auf null reduzieren, ergäbe sich ein Reduktionspotenzial der externen Kosten von rund 15 Prozent.
– Würde die deutsche Landwirtschaft – rein hypothetisch – nicht mehr für den Export produzieren, sondern nur noch für den heimischen Verbrauch, so könnten die in Deutschland anfallenden externen Kosten um bis zu 40 Prozent reduziert werden.
– Kombinierte man alle drei obigen Szenarien, das heißt, würden nachhaltige Methoden und Maßnahmen verwendet, nur für den Eigenverbrauch produziert, in Deutschland keine Lebensmittel mehr verschwendet und würde sich der inländische Fleischkonsum an EAT Lancet orientieren, dann würden die externen Kosten auf nur noch rund 20 Milliarden Euro reduziert werden. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass eine Landwirtschaft ohne externe Kosten in naher Zukunft nicht möglich sein wird.

Klingt utopisch. Ist es vielleicht auch. Aber gibt eine klare Richtung vor, von einem Consulting-Unternehmen, welches zumindest mal nicht aus der ökologischen Ecke kommt und dadurch hoffentlich auch andere Beteiligte erreichen kann.

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Buschfeuer in Australien treiben CO2-Emissionen deutlich in die Höhe

Buschfeuer in Australien treiben CO2-Emissionen deutlich in die Höhe

Der australische Premier glaubt ja nicht so recht an den menschengemachten Klimawandel. Deswegen wird diese Nachricht für ihn kein Problem sein: »Die Menge an CO2, die durch die Buschfeuer in Australien seit August freigeworden ist, entspricht der Hälfte der Treibhausgasemissionen, die Kraftwerke, Industrie und Verkehr des Landes zusammen in einem Jahr ausstoßen. Experten fürchten, dass diese zusätzlichen Emissionen selbst innerhalb von Jahrzehnten nicht ausgeglichen werden können.« Zwar könnte man sagen, dass das das CO2 ist, was die Pflanzen ja vorher aus der Atmosphäre gezogen haben und deswegen spiele das keine Rolle – gerade bei den Steppen ist das ein natürlicher Prozess. Aber zum einen wäre ein Teil des CO2s im Boden (Stichwort Humus) besser aufgehoben gewesen. Und zum zweiten handelt es sich zunehmend um Bäume, die man für ein paar Jahrhunderte in Gebäuden oder Möbeln noch verwenden könnte, und damit das CO2 über lange Zeit gespeichert hätte. Dieses Jahr jedoch brennen auch Teile der australischen Regenwälder – und die werden Jahrzehnte brauchen, um sich wieder zu erholen und in größeren Mengen CO2 zu speichern.

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Oberster Gerichtshofs der Niederlande verpflichtet die Regierung zur Einhaltung der Klimaziele

Oberster Gerichtshofs der Niederlande verpflichtet die Regierung zur Einhaltung der Klimaziele

Wow, da bin ich gespannt was das für neue Prozesse in Deutschland und anderswo heisst, und ob das nun der Beginn einer von unten gestalteten und gewünschten Veränderung ist, wenn sie denn schon nicht von oben kommt: „Der Oberste Gerichtshof der Niederlande verpflichtet die Regierung, den Treibhausgasausstoß des Landes im kommenden Jahr drastisch zu senken. Die Richter bestätigten damit in letzter Instanz den Spruch eines Gerichts aus dem Jahr 2015. Dieses schrieb Den Haag vor, bis Ende 2020 die nationalen Emissionen um mindestens 25 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Gegen den Entscheid vom Freitag ist keine Berufung mehr möglich.“ SpiegelOnline

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Forscher finden Neonikotinoide im Rapsnektar trotz langjährigem Anwendungsverbot

Forscher finden Neonikotinoide im Rapsnektar trotz langjährigem Anwendungsverbot

Forscher des französischen Agrarforschungsinstitutes (INRA), des staatlichen Forschungszentrums (CNRS) und des Bieneninstitutes (ITSAP) haben heraus gefunden, dass der Nektar von Raps offenbar weiterhin mit neonikotinoiden Wirkstoffen belastet sein kann, auch wenn für diese Kultur seit 2013 ein Anwendungsverbot gilt. Insbesondere Imidacloprid sei jedes Jahr aufgetreten und in insgesamt 43 % der Proben sowie auf 48 % der Parzellen gefunden worden. Für Bienen können die Rückstände nach Einschätzung der Forscher ein signifikantes Risiko darstellen. Die Ergebnisse deuten den Wissenschaftlern zufolge darauf hin, dass der Einsatz von Neonikotinoiden in Freilandkulturen auch Bienen und Bestäuber gefährdet, die andere unbehandelte Kulturen besuchen. Zudem verdichteten sich die Hinweise, dass sich Rückstände von Imidacloprid viel länger als bisher gedacht in der Umwelt hielten und auch weiträumig verbreiten könnten.

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Wie Mikroben im Boden unsere Gesundheit und unsere Ernährung beeinflussen

Wie Mikroben im Boden unsere Gesundheit und unsere Ernährung beeinflussen

Zum Weltbodentag möchte ich die Aufmerksamkeit auf das Wunder »Bodenleben« richten und einen wunderbaren Artikel ansatzweise wiedergeben:

»Bodenmikroben verhindern Bodenerosion, speichern Wasser und brechen Umweltgifte auf. Wenn dies alles wäre, was Bodenmikroben täten, wären sie eindeutig von zentraler Bedeutung für unser Wohlergehen und Überleben auf diesem Planeten. Aber neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das Bodenmikrobiom eine noch direktere Wirkung auf unsere Gesundheit haben könnte, indem es direkt mit unseren eigenen Zellen kommuniziert und den Nährstoffgehalt unserer Nahrung erhöht.
Bodenmikroben helfen, unsere Emotionen und die Immunreaktionen zu regulieren. Und sie spielen auch eine Schlüsselrolle bei der Festlegung des Nährstoffgehalts unserer Lebensmittel.
„Das könnte die nächste Grenze in der Ernährungswissenschaft sein“, sagt Kao-Kniffin und erklärt, wie Pflanzen Verbindungen absondern, um nahegelegene Mikroben zu ernähren. Im Gegenzug ermöglichen die Mikroben den Pflanzen, essentielle Nährstoffe einzufangen und eine Reihe von Chemikalien herzustellen, die Phytonährstoffe oder Antioxidantien genannt werden. Diese Chemikalien schützen Pflanzen vor Schädlingen und anderen Stressfaktoren; sie geben Obst und Gemüse auch ihre Farbe, ihren Geruch und ihren unverwechselbaren Geschmack. Die Forschung zeigt, dass dieselben Chemikalien uns direkt zugute kommen, indem sie unser Immunsystem stimulieren, unsere Hormone regulieren und das Wachstum menschlicher Krebszellen verlangsamen. Kao-Kniffins jüngste Erkenntnis ist, dass Böden mit einer vielfältigen mikrobiellen Gemeinschaft das Pflanzenwachstum fördern, während Böden mit homogenerer mikrobieller Zusammensetzung das Wachstum unterdrücken.“

Bodengesundheit ist öffentliche Gesundheit!

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Größte Insektenstudie Nordamerikas: Ein Drittel der Schmetterlinge ist verschwunden

Größte Insektenstudie Nordamerikas: Ein Drittel der Schmetterlinge ist verschwunden

Eine weitere Unterschung: »In den vergangenen 21 Jahren ist die Zahl der Schmetterlinge in Ohio, USA, demnach jedes Jahr um zwei Prozent gesunken – insgesamt ging sie um 33 Prozent zurück, schreiben die Forscher um Tyson Wepprich von der Oregon State University im Fachmagazin „Plos One“. Der Schmetterlingsschwund in Ohio sei damit größer als der weltweit geschätzte Wert von 35 Prozent in 40 Jahren.«

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Neonikotinoide schaden auch indirekt, z.B. über Honigtau

Neonikotinoide schaden auch indirekt, z.B. über Honigtau

Wie Spektrum der Wissenschaft (hier die Publikation) schreibt: „In ihrer Studie behandelten die Wissenschaftler die Zitrusbäume entweder mit Wasser oder mit den Neonikotinoiden Thiamethoxam oder Imidachloprid, die sie wahlweise auf die Blätter sprühten oder in den Boden einbrachten. Beides sind gängige Methoden, mit denen Landwirte Schädlinge bekämpfen. Anschließend setzten die Biologen die Schildläuse aus und verfütterten den in der Folge erzeugten Honigtau an Schwebfliegen und Schlupfwespen, Insektengruppen die als Nützlinge gelten, weil sie Fressfeinde von Schädlingen sind. Innerhalb von drei Tagen starben anschließend alle Schwebfliegen, die das Sekret von Schmierläusen bekamen, welche an mit Thiamethoxam behandelten Blättern saugten – während in der Kontrollgruppe mit dem Wasser nur ein Zehntel der Population nach dieser Zeit tot war. Wurde das Pestizid in den Boden eingebracht, verendeten immer noch 70 Prozent der Schwebfliegen. Bei den Schlupfwespen betrug die Todesrate in beiden Fällen mehr als 50 Prozent der Tiere, während in den Vergleichsgruppen weniger als 20 Prozent umkamen.“

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Neue Insekten-Studie zeigt für Deutschland einen deutlichen Trend nach unten

Weitere erschreckende Hinweise auf einen deutlichen Insektenschwund in Deutschland: An 290 Standorten in drei Regionen Deutschlands (Schwäbische Alb, Hainich, Schrofheide (Brandenburg)) haben Forscher zwischen 2008 und 2017 regelmässig Gliederfüßer untersucht. Insgesamt analysierten die Wissenschaftler Daten von mehr als einer Million Gliederfüßern, die zu mehr als 2700 Arten gehörten. Sowohl auf Wiesen als auch in Wäldern ging die Vielfalt unter den untersuchten Arten im Untersuchungszeitraum um etwa ein Drittel zurück. Auch deren Gesamtmasse nahm ab, besonders ausgeprägt in den Graslandschaften – um 67 Prozent. In den Wäldern schrumpfte sie um etwa 40 Prozent.

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