Klimaveränderung

Buch: Unsere Welt neu denken. Maja Göpel

Buch: Unsere Welt neu denken. Maja Göpel

Nun, vor uns liegt ein Scherbenhaufen – Klimaveränderung, Plastik in den Ozeanen, Verlust an Biodiversität, Nitrat im Grundwasser, krankmachende Gifte in unserer Umwelt, und und und… All dies sind nicht verschiedene Phänomen, sondern gehören zusammen und sind Sinnbild eines Irrweges, auf dem wir Menschen unterwegs sind. Daran ist zwar nicht allein Adam Smith Schuld, mit seinen Ansichten über die Ökonomie, Bevölkerung und Wachstum, die uns bis heute prägt. Aber wir haben uns, so beschreibt Maja Göpel, zu sehr mit einer einseitigen, und letzten Endes »falschen« Weltanschauung beschäftigt, die uns zu diesem Punkt geführt hat. Weshalb wir »Unser Welt neu denken« (Amazon, Buch7) müssen, so der Titel ihres Buches. In dem beschreibt sie, welche Denkprinzipien, welche Modelle uns seit ein paar Jahrhunderten prägen. Und diese sind ganz schön groß und kräftig. Die gute Nachricht ist jedoch gleichzeitig: Es gibt auch andere Denkweisen, die mehr und mehr im Kommen sind. Schaffen wir es rechtzeitig, die einseitigen Muster unseres Denkens und Handelns, die unserer Gesellschaft und damit v.a. auch Ökonomie und Politik prägt, zu verändern?

PS: Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar erhalten.

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Sibirien leidet unter Rekordhitze – bis zu 34°C

Sibirien leidet unter Rekordhitze – bis zu 34°C

Heieiei, wo wird uns das noch hinführen: »Schon der vergangene Winter soll der heißeste seit 130 Jahren gewesen sein: Jetzt erlebt die russische Wildnis einen nie da gewesenen Extremsommer.« Mit gravierenden Folgen. Deutliche 10-20°C sind die Temperaturen nun schon seit einiger Zeit – und damit ungewöhnlich lange – über den Normalwerten. »Völlig verrückt«, sagt ein Meterologe dazu. Berechnungen zufolge kommt so eine Anomalie nur alle 100.000 Jahre vor. Die Folgen für die Region und das Weltklima sind gravierend.

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Doku: Michael Moore’s neuer Film »Planet of the Humans« – Die Krux mit den erneuerbaren Energien

Doku: Michael Moore’s neuer Film »Planet of the Humans« – Die Krux mit den erneuerbaren Energien

Die Lösung unserer Probleme sind erneuerbare Energien, v.a. Wind und Sonne – so oder ähnlich klingt es immer wieder bei Technik-freundlichen Menschen. Wenn wir nur auf 100% erneuerbare Energien umgestellt haben, dann sind Elektroautos auch kein Problem mehr für die Umwelt, und auch sonst können wir (mit unserem Konsumverhalten) weiter machen wie zuvor.
Das sehe ich klar anders – und Michael Moore in seiner neuen Doku auch. Alles, was wir Menschen entwickeln, hat eine Auswirkung auf die Natur um uns herum. Bei Wind- und Solaranlagen trifft das genauso zu wie auf Kohle- oder Nuklearanlagen. Nur eben, andere Auswirkungen. Seltene Erden die irgendwo aufwendig ausgebuddelt werden müssen, Vögel und Fledermäuse die bei Windanlagen zu Hauf sterben, die Geräusche der Räder, die Menschen in der näheren Umgebung psychisch beeinflussen. Mittlerweile ist auch bekannt, dass sie das lokale bis regionale Wetter nachhaltig (und negativ) beeinflussen und zu geringeren Niederschlägen beitragen. Und natürlich dann nach 20 Jahren der Abfall, der entstanden ist…
Die Doku von Michael Moore zeigt, vielleicht ein bisschen übertrieben negativ aber eben doch sehr deutlich auf, dass es in den USA ein großes Geflecht der Politik und der Wirtschaft gibt, um den Boom der erneuerbaren Energie wirtschaftlich perfekt auszunutzen, und sich das dicke u.a. auch Steuergeld in die Tasche zu schieben.

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Präsentation: Agroforstwirtschaft weltweit und in Europa. Patrick Worms

Präsentation: Agroforstwirtschaft weltweit und in Europa. Patrick Worms

Sehr gute Präsentation über die Agroforstwirtschaft weltweit. Wo stehen wir gerade? Was gibt es an Untersuchungen die die Vorteile der Agroforstwirtschaft aufzeigen? Was könnte getan werden? Patrick Worms, selbst führend politisch wie auch »on the ground« aktiv, ist ein Spitzenkenner der Szene und zeigt wirklich detailliert die verschiedenen Facetten der Agroforstwirtschaft auf. Sehr empfehlenswert!

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Präsentation: Boden beleben mit Zwischenfrüchte & Co. Christoph Felgentreu. Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020

Präsentation: Boden beleben mit Zwischenfrüchte & Co. Christoph Felgentreu. Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020

Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020
Treffpunkt für Vordenker und visionäre Praktiker in der Landwirtschaft

Hier der Link zum Vortag

Christoph Felgentreu hat Pflanzenproduktion an der Humboldt-Universität studiert. Von 1990 bis 2019 war er Leiter der Betriebsstätte Deutsche Saatveredelung AG. Dazu gehören 2,5 ha Versuchsfläche, auf der aktuelle Fragen der Landwirte aufgegriffen werden. Dazu werden gemeinsam mit Pflanzenschutz-, Düngemittel- und Technikfirmen Sorten und Anbautechnologien der wichtigsten in der Umgebung angebauten Kulturen getestet.

Im Fokus des Symposiums standen Erfahrungsberichte von Landwirten, Gärtnerinnen und Beratern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die verschiedene Aspekte einer aufbauenden Landwirtschaft umsetzen.

Themen waren: Mischkulturen, Untersaaten und Zwischenfrüchte; Agroforstwirtschaft; pfluglose und Minimal-Bodenbearbeitung und Direktsaat; Kompostierung und Mulch; Immunsystem der Pflanzen, vitalisierende Blattspritzungen, Rotte-Steuerung und Effektive Mikroorganismen; Solidarische Landwirtschaft, Direkt-Vermarktung.

Mit Hofrundgang, Vorträgen, Kurzreferaten, einer Podiumsdiskussion und vielfältigen kleinen Arbeitsgruppen wollen wir einen offenen Begegnungsraum schaffen für konventionelle und ökologische Bauern, Gärtnerinnen und andere interessierte Menschen. Das Symposium soll Verständnis für Zusammenhänge und Lösungen vermitteln und verbreiten. Es soll dazu anregen, Abhängigkeiten zu verringern und in Partnerschaft mit Menschen und Natur neue Wege einzuschlagen.

Stefan Schwarzer ist Physischer Geograf und Permakultur-Designer. Er arbeitet seit 17 Jahren für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Genf, wo er sich mit globalen Umweltthemen beschäftigt. Die Verbindung globaler Interessen und Ziele mit lokalen Handlungen, vor allem in Form von einer aufbauenden Landwirtschaft in Anlehnung an die Permakultur, ist eines seiner Hauptanliegen. Er ist Co-Autor des Buches “Die Humusrevolution”. Er lebt seit Ende 2012 in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof.

WEITERE INFORMATIONEN
www.aufbauende-landwirtschaft.de
www.webinar-aufbauende-landwirtschaft.de
www.humusrevolution.de
www-lebensraum-permakultur-de
www.schloss-tempelhof.de

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Artikel: Forscher warnen vor Ökosystem-Kollaps innerhalb von Jahrzehnten

Artikel: Forscher warnen vor Ökosystem-Kollaps innerhalb von Jahrzehnten

Durch anthropogene Veränderungen wie Abholzung, landwirtschaftliche Eingriffe, Klimaveränderung, Versauerung u.a. sind große Ökosysteme wie der Amazonas oder die Korallenriffe der Karibik besonders verwundbar, warnen britische Forscher in einer Untersuchung. Sie könnten innerhalb kurzer Zeit zusammenbrechen. Solche ein Kollabieren der großen Ökosysteme kann innerhalb von rund 15 (Korallenriffe mit einer Größe von 20.000 km2) bis 50 Jahren (Amazonas mit 5,5 Millionen km2) geschehen, so die Forscher. Das Besondere an den größeren der betrachteten Ökosystemen sei gewesen, dass sie aus verschiedenen Subsystemen bestanden hätten, so das Team. Zunächst habe das bei Stress die Widerstandsfähigkeit des Gesamtsystems erhöht. Sei aber eine bestimmte Schwelle der Belastung überschritten worden, habe die Modularität des Systems zusätzliche Probleme gebracht und für einen schnelleren Kollaps gesorgt.

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Podcast: Kann uns naturnahe Landwirtschaft ernähren?

Podcast: Kann uns naturnahe Landwirtschaft ernähren?

Beitrag beim Deutschlandfunk zur Frage: »Mischkulturen, Artenvielfalt, die Eigenkräfte der Umwelt nutzen: Naturnäher als mit Permakultur geht Landwirtschaft nicht. Im Garten funktioniert dieses Konzept gut. Doch taugt es auch für die kommerzielle Landwirtschaft?« Und obwohl das Thema Landwirtschaft zur Sprache kommt (ich bin mit einem älteren Interview auch dabei), so dreht sich »rein praktisch« doch wieder vieles um den Garten. Naja, will nicht so engstirnig sein. Ist ja auch wichtig, und die Sendung zeigt doch die große Bandbreite der Wirkungsmöglichkeiten der Permakultur auf.

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Präsentation:  Bodenleben fördern und Boden schützen: Untersaaten und Buffet-Anbau. Peter Bloching. Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020

Präsentation: Bodenleben fördern und Boden schützen: Untersaaten und Buffet-Anbau. Peter Bloching. Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020

Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020
Treffpunkt für Vordenker und visionäre Praktiker in der Landwirtschaft

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Peter Bloching ist Landwirtschaftsmeister mit klassischer Ausbildung. 1996 Übernahme des Familienbetriebes (Milchvieh und Ackerbau) und Aufbau einer Molkerei mit Direktvermarktung (bis 2017). 2004-07 Entwicklung und Umsetzung von Verkauf über Automaten. 2009 Umstellung auf Bioland. 1987 1. Wahrnehmung von Bodenerosion, dann ab 1989 Mulchsaat. Bis 2002 waren wir ein großer Maisanbauer in der Region. Durch die Gentechnikdiskussionen, ab 1995, und die BSE Krisen (1995-2001) habe ich jegliches Vertrauen in die Agrarindustrie verloren. Bereits 2007, vor der Umstellung auf Bio haben wir den Maisanbau eingestellt. Ab 2010 Anpflanzungen von Agroforstbiotopen. Seit Herbst 2015 melken wir im Sommerhalbjahr mit unserem Weidemelkstand auf Wiesen und Äckern. Zwischenfrüchte, ab 1989. Untersaaten, ab 2003. Natürliche Selbstumwandlung zur Wiese, 2010.

Im Fokus des Symposiums standen Erfahrungsberichte von Landwirten, Gärtnerinnen und Beratern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die verschiedene Aspekte einer aufbauenden Landwirtschaft umsetzen.

Themen waren: Mischkulturen, Untersaaten und Zwischenfrüchte; Agroforstwirtschaft; pfluglose und Minimal-Bodenbearbeitung und Direktsaat; Kompostierung und Mulch; Immunsystem der Pflanzen, vitalisierende Blattspritzungen, Rotte-Steuerung und Effektive Mikroorganismen; Solidarische Landwirtschaft, Direkt-Vermarktung.

Mit Hofrundgang, Vorträgen, Kurzreferaten, einer Podiumsdiskussion und vielfältigen kleinen Arbeitsgruppen wollen wir einen offenen Begegnungsraum schaffen für konventionelle und ökologische Bauern, Gärtnerinnen und andere interessierte Menschen. Das Symposium soll Verständnis für Zusammenhänge und Lösungen vermitteln und verbreiten. Es soll dazu anregen, Abhängigkeiten zu verringern und in Partnerschaft mit Menschen und Natur neue Wege einzuschlagen.

Stefan Schwarzer ist Physischer Geograf und Permakultur-Designer. Er arbeitet seit 17 Jahren für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Genf, wo er sich mit globalen Umweltthemen beschäftigt. Die Verbindung globaler Interessen und Ziele mit lokalen Handlungen, vor allem in Form von einer aufbauenden Landwirtschaft in Anlehnung an die Permakultur, ist eines seiner Hauptanliegen. Er ist Co-Autor des Buches “Die Humusrevolution”. Er lebt seit Ende 2012 in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof.

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Doku: Unser Boden, unser Erbe

Doku: Unser Boden, unser Erbe

Der Boden der uns trägt, der Boden der uns nährt. Doch wie gehen wir mit ihm um? Dieser Frage geht Marc Uhlig in seiner Doku »Unser Boden, unser Erbe« hinterher. Ein ruhiger, unaufgeregter Film, der weniger Antworten liefert als Fragen stellt. Uns ins Bewusstsein bringt, was nicht so deutlich ins Auge springt. Sollten wir uns mit dem Boden – und damit mit den etablierten landwirtschaftlichen Praktiken, aber auch unserem Einkaufs- und Konsumverhalten – beschäftigen? Ist das ein Thema für die Gesellschaft? Mit interessanten Menschen und Kommentaren von z.B. Sarah Wiener, Ernst-Ulrich von Weizsäcker, und auch mit ein paar Worten von mir dabei. Schaut ob er bei euch in der Nähe läuft oder fragt euer Lieblingskino dass sie den Film zeigen.

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Buch: Der Boden. Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel

Buch: Der Boden. Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel

Boden – so wichtig. Und doch so vernachlässigt. Was wissen wir schon über ihn? Eigentlich nichts. Gar nichts. Aber er ist faszinierend, unglaublich, fast schon unbeschreiblich. In ihrem Buch »Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel« (Amazon, Buch7) nimmt uns Susanne Dohrn auf eine faszinierende Reise in die »Unterwelt« mit. Wir begegnen den Bakterien und Pilzen, Nematoden, den Regenwürmern, aber auch dem Mikroplastik. Wir erfahren was einen »guten« Boden ausmacht – und was ihm schadet. Kenntnisse über unseren Boden – ja, ich würde sogar sagen: eine echte Beziehung zum Boden – sollte für uns alle zur Pflicht werden. Und zur Kür, denn es ist ein faszinierendes Paradies, was es zu entdecken gibt.

PS: Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar erhalten.

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Doku: „Fliegende Flüsse“ – der Amazonas, der sich selbst den Regen macht

Doku: „Fliegende Flüsse“ – der Amazonas, der sich selbst den Regen macht

Boden, Vegetation und Klima: Wie ja schon beim Artikel über Walter Jehne geschrieben, ist der Wasserkreislauf ein sehr faszinierendes Thema, welches hohe Komplexität und bewundernswerte Entdeckungen bereithält. »„Fliegende Flüsse“ werden die Feuchtigkeitsströme genannt, die aus dem Amazonas-Regenwald aufsteigen und Brasilien bis in den Süden des Landes mit Regen versorgen, ebenso wie Paraguay, Uruguay und Argentinien. Dieses Naturphänomen ist bedroht, wenn immer mehr Regenwald gerodet wird. Versteppt der Urwald, versiegen die „Fliegenden Flüsse“, mit weitreichenden Folgen für Brasilien und das Weltklima. Bereits heute leidet das wasserreichste Land der Erde unter lang andauernden Dürreperioden, musste Wasser in den Metropolen rationiert werden.« Eine (teilweise) faszinierende Doku, welche noch einmal mehr bewusst macht – und auch ein bisschen ohnmächtig ob all der Abholzung und der politischen Ausrichtung Brasiliens -, wie wichtig und gleichzeitig zerbrechlich nicht nur der Amazonas, sondern das komplexe System, was die Erde entwickelt, hat.

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Artikel: Wasserspeicherkapazität von Humus

Artikel: Wasserspeicherkapazität von Humus

Es kursieren unterschiedliche Zahlen bzgl der Wasserspeicherfähigkeit von Humus im Boden. Oft wird eine Zahl von 130.000 oder 160.000 Litern pro Hektar genannt, bezogen auf vermutlich 30cm Bodentiefe – aber dazu fehlt dann meist auch eine Angabe. Dieser Artikel hier (Reevaluating the effects of soil organic matter and other properties on available water-holding capacity using the National Cooperative Soil Survey Characterization Database) ist dem Thema noch mal auf den Grund gegangen, und kommt zu geringeren Werten von 52.000 Litern bei 30cm Bodentiefe pro Prozent Humus – was ja auch kein schlechter Wert ist!

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Buch: Das leise Sterben. Warum wir eine landwirtschaftliche Revolution brauchen, um eine gesunde Zukunft zu haben

Buch: Das leise Sterben. Warum wir eine landwirtschaftliche Revolution brauchen, um eine gesunde Zukunft zu haben

Endlich kommt ein weiteres – um genau zu sein: zweites – Buch auf den Markt, welches die Problematik der »industriellen Landwirtschaft« porträtiert, und ebenso wie unser Buch »Die Humusrevolution«, versucht Lösungen nach Beispielen der regenerativen oder aufbauenden Landwirtschaft vorzustellen. Martin Grassberger, Gerichtsmediziner und Biologe, beleuchtet in seinem Buch „Das leise Sterben“ (Amazon, Buch7)auf vielschichtige Weise die Probleme der etablierten Landwirtschaft und zeigt – sehr spannend – die Konsequenzen auf z.B. die menschliche Gesundheit auf. Denn das Mikrobiom des Darms ist – wie in einer letztens hier vorgestellten Doku – ein Spiegel des Mikrobioms des Bodens. Und wenn im Boden nicht mehr viel Leben ist, was leider auf vielen unserer Äcker der Fall zu sein scheint, dann hat das Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Ein spannendes Buch, mit einem vielleicht zu großen »negativen« Leseanteil. Aber es lohnt sich für einen mündigen Bürger, sich der komplexen Zusammenhänge bewusst zu werden.

PS: Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar erhalten.

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Präsentation: Kohlenstoff, wo er hingehört. Potentiale der Kohlenstoffspeicherung im Boden. Stefan Schwarzer. Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020

Präsentation: Kohlenstoff, wo er hingehört. Potentiale der Kohlenstoffspeicherung im Boden. Stefan Schwarzer. Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020

Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2020
Treffpunkt für Vordenker und visionäre Praktiker in der Landwirtschaft

Hier der Link zum Vortag

Stefan Schwarzer ist Physischer Geograf und Permakultur-Designer. Er arbeitet seit 17 Jahren für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Genf, wo er sich mit globalen Umweltthemen beschäftigt. Die Verbindung globaler Interessen und Ziele mit lokalen Handlungen, vor allem in Form von einer aufbauenden Landwirtschaft in Anlehnung an die Permakultur, ist eines seiner Hauptanliegen. Er ist Co-Autor des Buches “Die Humusrevolution” und Initiator des Symposiums “Aufbauende Landwirtschaft”. Er lebt seit Ende 2012 in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof.

Im Fokus des Symposiums standen Erfahrungsberichte von Landwirten, Gärtnerinnen und Beratern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die verschiedene Aspekte einer aufbauenden Landwirtschaft umsetzen.

Themen waren: Mischkulturen, Untersaaten und Zwischenfrüchte; Agroforstwirtschaft; pfluglose und Minimal-Bodenbearbeitung und Direktsaat; Kompostierung und Mulch; Immunsystem der Pflanzen, vitalisierende Blattspritzungen, Rotte-Steuerung und Effektive Mikroorganismen; Solidarische Landwirtschaft, Direkt-Vermarktung.

Mit Hofrundgang, Vorträgen, Kurzreferaten, einer Podiumsdiskussion und vielfältigen kleinen Arbeitsgruppen wollen wir einen offenen Begegnungsraum schaffen für konventionelle und ökologische Bauern, Gärtnerinnen und andere interessierte Menschen. Das Symposium soll Verständnis für Zusammenhänge und Lösungen vermitteln und verbreiten. Es soll dazu anregen, Abhängigkeiten zu verringern und in Partnerschaft mit Menschen und Natur neue Wege einzuschlagen.

Stefan Schwarzer ist Physischer Geograf und Permakultur-Designer. Er arbeitet seit 17 Jahren für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Genf, wo er sich mit globalen Umweltthemen beschäftigt. Die Verbindung globaler Interessen und Ziele mit lokalen Handlungen, vor allem in Form von einer aufbauenden Landwirtschaft in Anlehnung an die Permakultur, ist eines seiner Hauptanliegen. Er ist Co-Autor des Buches “Die Humusrevolution”. Er lebt seit Ende 2012 in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof.

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Präsentation: Wasser, Boden, Vegetation – Der Schwamm, der unser Klima verändern könnte. Walter Jehne

Präsentation: Wasser, Boden, Vegetation – Der Schwamm, der unser Klima verändern könnte. Walter Jehne

Hier ist mal eine wirklich beeindruckende, und vielleicht Welt-verändernde Präsentation von Walter Jehne.

Thematisch haben wir das in unserem Buch »Die Humusrevolution« ja auch schon mit dem New Water Paradigm heraus gestellt. Aber der Walter präsentiert diesen Themenkomplex noch mal ein bissl mehr in Richtung »Humusaufbau —> Pflanzenwachstum —> erhöhte (Evapo)Transpiration —> erhöhte Abkühlung —> reduzierte Wärmeabstrahlung am Boden im Vergleich zum halb-nackt-liegenden Acker/Land —> erhöhte Wolkenbildung —> erhöhte Sonnenlichtreflexion durch die Wolken und mehr Niederschlag —> geringere Sonneneinstrahlung —> Klima-positive Entwicklung(en)«. (Sehr stark verkürzt)

Sollte das so stimmen, wie er das darstellt, dann sollten wir von der »Single Story« der CO2-Problematik uns hinwenden auf eine ganzheitlichere Sichtweise, wo Wasser, Vegetation und Böden im Zentrum des Geschehens rücken.

Seine Präsentation gibt’s nun auch in deutlich verkürzter Form auch auf deutsch (und leider ohne Hinweis auf den Ursprung der Inhalte, Zahlen, Daten, Fakten).

Aus einem Interview von ihm habe ich mal einige Stichworte rausgeschrieben. Was in dick ist, bräuchte meines Erachtens nach einen wissenschaftlichen Nachweis:

  • Water is governing 95 percent of the heat dynamics of the earth 
  • Solar radiation
    • at the top of the troposphere: 342 W/m2
    • water vapour in atmosphere rises temperature from -18 to 15 °C (+ 33 °C)
    • for stable climate, 342 must go out again
    • instead, 3 W less re-radiation = 1% of the incident solar radiation
    • with an increase of the natural hydrological processes, we can readily get to that one percent
      • latent heat flux of transpiration = 85 W/m2 from surface back out to space
      • if we increase transpiration globally by 5%, that would effectively put another 3 W/m2 out to space 
      • be increasing clouds by 2%, we would get an additional 3 W/m2 reflected back out of space 
  • water vapour
    • 80% of the natural greenhouse effect results from water vapour in the atmosphere
    • rel. constant over time at 4%
    • 1 gram of water can absorb 590 calories of heat energy
    • power of water (molecule) vapor to absorb and transfer heat is 20 times higher than that of CO2 (see below)
    • 40.000 ppm of water vapor to 400 ppm of CO2 —> power of water vapor
  • CO2
    • CO2 governs ~20% of the greenhouse effect
    • large variations over time
    • high concentrations at the beginning
      • drawn down by the formation of corals, limestone, chalk
      • since 420 million years by plants on land and the formation of soils
    • a CO2 molecule can absorb 1/8 of the heat of a water molecule
    • a CO2 molecule weight three times as much as a water molecule
  • when water evaporates, that heat gets transferred into the atmosphere, where is releases energy through condensation
    • that makes storms
    • but most of that gets dissipated back out of space through the upper atmosphere
      • this process accounts for about 24% of the Earth’s natural hydrological cooling 
    • clouds
      • = high albedo
      • 50% of the planet at any given time is covered by clouds
        • with a diminuishing amount 
        • 1/3 of the solar radiation is relefected out to space (by the clouds only?)
          • thus, more clouds, more reflection, more »cooling«
      • humid haze 
        • nucleated on aerosols and dust particulates
          • micro-droplets and thus too small and light to fall
          • electrostatically charged so they repel each other
          • when liquid, they absorb heat from the sun
          • when gaseous, they absorb re-radiated infrared radiation from the Earth
        • pollutant brown haze from Cairo to Beijing
          • Asian brown haze contains up to 4% moisture plus pollutants
          • »takes out« the precipiatation nuvlei so water in the atmopshere does not fall as rain
      • a million cloud micro-droplets need to coalesce to form a raindrop to begin falling
        • for that, we need precipitation nuclei
          • 1) ice crystals, 2) salts, 3) certain bacteria
          • by far the most effective nuclei in cloud chamber studies are the highly hydroscopic bacteria Aerobacter 
            • they are produced in the stomata of trees
            • rainfall in the Amazon is largely a symbiotic, bacterially driven process
            • proof: deforestation on an island leads to diminished rainfall; reforestation to a restoration of rainfall, for example Madeira 
    • oceans
      • cover 71% of the planet
      • evapotranspiration only possible from a two-dimensional monomolecular layer = limited physical dimension
      • surface water is always cooled from water below
    • trees
      • have a leaf area 10 times greater than the land’s surface area
      • three-dimensional process
      • longevity of green growth = four-dimensional
      • thus, much greater potential than oceans
  • soil
    • comparison to a cathedral
      • stones = building blocks = anorganic compounds
      • soil organic matter = cement, that holds the stones together
      • the void = all that empty space in the soil (66% of a healthy soil is just space, air, and partially filled with water)
      • avaiability of nutrients is related to how much surface area of the mineral particles is exposed
      • nutrients = often cations = held as if by Velcro
      • >80% of a soil’s biofertility depends on this surface exposure
      • creating cathedrals = spaces and surface = fundamental for both soil hydrology and biodertility
    • North America: 10-15 meters deep organic soils with 8% SOM within 10.000 years
  • land
    • 5 billion hectares of land degraded, turning 40% of the Earth’s land surface into desert and wasteland
    • 8 billion hectares of old growth forest, 6.3 billion were cleared
    • now at 3 billion hectares »restored«
    • 5 billion hectares of grasslands originally—> how much destroyed, degraded?
      • at times of the roman empire, lions from the libyan savannahs (what has changed that?) (!!!)
      • degradation = decarbonization = less water infliration, retaining, making available —> further degradation
    • if we degrade an area and leave it bare, it will absorb incident solar radiation and heat up and and enormously re-radiate back infrared radiation
  • CO2
    • we are emitting 130 billion tons of carbon emitted from the biosystems (?)
    • fossil fuel emissions are 10 billion tons of carbon per annum
    • photosynthesis draw down 120 billion tons of carbon per year
    • atmosphere:
      • 750 billion tons
    • oceans
      • 38.000 billion tons
      • 1/3 (???) of the man made CO2 emissions have been absorbed and buffered by the oceans
      • when CO2 concentration in the atmosphere diminish, oceans will release CO2 back into the air
      • 93% of the additional heat that we’re generating and retaining is being absorbed by the oceans (!!!)
        • when temperatures rise – we see only 7-10% of the total effect
      • in terms of carbon, energy and heat dynamics, water is the elephant in the room
    • ABC(D) of carbon sequestering
      • Agriculture
      • Burning (oxidation, decomposition, oxidation of plant material)
      • Carbon biosequestration
      • Dividend
        • + biofertility, microbial activity, surface area, moisture-holding capcity, ….
        • instead of »burning« 100 to 120% of the carbon, we could fix 60-70% in the soil
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Buch: Die Wiederbegrünung der Welt: 50 Geschichten vom Bäumepflanzen

Buch: Die Wiederbegrünung der Welt: 50 Geschichten vom Bäumepflanzen

Die Welt ist voller Lösungen. Dieser Untertitel der Doku »Tomorrow« gilt auch für diese sympathische, Mut machende Buch. In »Die Wiederbegrünung der Welt: 50 Geschichten vom Bäumepflanzen« (Amazon, Buch7) berichtet Jochen Schilk von vielen Projekten, die zu einer besseren Welt führen. Bäume und ganze Wälder pflanzen, das ist das zentrale Thema dieses Buches. Quasi einmal rund um die Welt entführt er uns – wenn auch leider nur über gelesene und nicht besuchte Projekte. Und leider auch mit ausschliesslich Text und ohne Bilder. Nichtsdestotrotz ist es ein Buch, mit interessanten Informationen und vielen, mutmachenden Beispielen, von Menschen, die aktiv geworden sind und die Welt wieder ein kleines bisschen besser, eben grüner, gemacht haben.

PS: Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar erhalten.

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2. Webinar-Reihe zur »Aufbauenden Landwirtschaft«

2. Webinar-Reihe zur »Aufbauenden Landwirtschaft«

Nach der erfolgreichen 1. Webinar-Reihe zur aufbauenden Landwirtschaft, starten wir am 13.2.2020 in die 2. Reihe.

Die Anforderungen an die Landwirtschaft im 21. Jahrhundert sind groß. Bodenfruchtbarkeit aufbauen, Ökosysteme regenerieren, Biodiversität erhöhen, Wasserhaushalte erhalten, gesunde und nahrhafte Lebensmittel erzeugen – und dies ökonomisch rentabel.

Die Webinar-Reihe „Aufbauende Landwirtschaft“ richtet sich an alle Landwirte, die auf der Suche nach Lösungen sind, ob konventionell oder ökologisch, jung oder alt, aus dem Ackerbau, der Tierhaltung oder dem Gemüsebau kommend. Organisiert wird diese von Manuel Nagel (Stiftung Ökologie & Landbau) und Stefan Schwarzer (Co-Autor des Buches „Die Humusrevolution“, Organisator des Symposiums »Aufbauende Landwirtschaft« und Mitarbeiter der Vereinten Nationen). Ab dem 13.02.2020 teilen 11 Praktiker in 11 Webinaren à 90 Minuten ihre Erfahrungen mit den Teilnehmenden. Durch die Interaktionsmöglichkeit bekommen diese wiederum direkt ihre Fragen vom Praktiker beantwortet.

Die Themen sind vielfältig und reichen von grundlegenden Analysen der Zusammenhänge im Boden bis zu der Anwendung der landwirtschaftlichen Praktiken (u.a. Direktsaat, Zwischenfrüchte, Komposttee, Kompostierung, Gülleaufbereitung) einer aufbauenden Landwirtschaft, wie auch Vorträge zu Obstanbau und Waldwirtschaft. Mit dabei sind u.a. Ines Fritz, Franz Grötschl, Jan-Hendrik Cropp und Olaf Schnelle.

Das Format
• 11 Webinare à 90 Minuten (60 Minuten Präsentation, 30 Minuten Fragen & Antworten).
• Die Webinar-Reihe kann als Ganzes für 139,50€ gebucht werden.
• Alle Webinare werden aufgezeichnet und stehen den Teilnehmenden im Anschluss zur Verfügung.
• Beginn: Donnerstag, 13. Februar 2020 um 20:00 Uhr. Danach wöchentlicher Rhythmus.
• Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

Anmeldung sowie weitere Informationen unter www.webinar-aufbauende-landwirtschaft.de

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4. Symposium »Aufbauende Landwirtschaft«

4. Symposium »Aufbauende Landwirtschaft«

„Alles steht permanent im Austausch, die Grenze sind fließend, und wenn wir von der Natur lernen, tragen wir zur Gesundheit des Bodens, aber auch zur Gesundheit der Ökosysteme und unserer Gesundheit bei!« so ließe sich das Fazit vom vierten Symposium »Aufbauende Landwirtschaft« beschreiben, das im Januar 2020 am Schloss Tempelhof stattfand. Mit 150 Teilnehmenden war auch der letzte Platz gefüllt. Die große Vielfalt an Themen und die offene Atmosphäre waren das ganz Besondere, so die Stimmen vieler Gäste am Ende.

Pfluglose Landwirtschaft, Zwischenfrüchte, ständige Bodenbedeckung, das Füttern des Bodenlebens, Kompostherstellung, Agroforstwirtschaft, Gemüseanbau und der Zusammenhang zwischen Boden- und menschlicher Gesundheit waren zentrale Themen.14 inspirierende Vorträge boten viele Einblicke und innovative Impulse. Obwohl das Thema Boden und die komplexen Vorgänge darin genau genommen immer noch einer „Black Box“ gleichen, gibt es dennoch immer mehr wissenschaftliche Studien, die das Zusammenspiel von Pilzen, Bakterien und Pflanzen und die Wirksamkeit bzw. Bedeutung regenerativer landwirtschaftlicher Methoden belegen und somit auch zu mehr Akzeptanz beitragen. Außerdem wurde klar: „Lasst uns endlich aufhören nur die Erträge zu maximieren! Sondern auch andere Dinge in den Blick nehmen, wie z.B. die Wasserrückhaltefähigkeit des Bodens als Erosionsschutz, aber auch die Bereitstellung von nährstoffreichen, qualitativ hochwertigen Lebensmitteln.“

Neben dem inhaltlichen Input gab es auch ausreichend Zeit für Diskussion und Austausch, für Begegnungen und Vernetzung. Besonders auffällig sei gewesen, so äußerten viele am Ende der Veranstaltung, dass hier keine Grenzen oder Barrieren hochgezogen wurden zwischen konventionellen und ökologischen Praktiken. Es seien bewusst Brücken gebaut und sehr offen, konstruktiv und verbindend miteinander geredet worden. Ein konventioneller Landwirt aus Berlin stand am Ende der Veranstaltung auf und äußerte: »Es gibt so viele junge Menschen, die in den Gemüseanbau einsteigen wollen, aber keine Flächen finden. Ich biete euch 1500 m2 oder auch 10 Hektar, wenn ihr das machen wollt. Das Wichtigste für mich: Lasst uns anfangen.« Begeisterter Applaus.

In vielen Vorträgen wurde immer wieder die Wichtigkeit des Bodens und des Bodenlebens herausgestellt. Viele wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Pflanze das unglaublich vielfältige Bodenleben ernährt – vor allem Bakterien und Pilze. Diese wiederum versorgen die Pflanze mit Wasser und Nährstoffen, und machen sie damit kräftig, gesund und widerstandsfähig. Und deswegen sollte auch jede Gärtnerin und jeder Ackerbauer sich klar machen, dass sie »Tierhaltung« betreiben und alles dafür tun sollten, dass das Bodenleben reichhaltig ernährt wird. Und, so leitete der Organisator Stefan Schwarzer den vorletzten Vortrag des Gerichtmediziners und Biologen Martin Grassberger über »Holobionten und ihr Mikrobiom« ein: »Das Mikrobiom des Darms ist ein Spiegel des Mikrobioms des Bodens.« Herr Grassberger zeigte auf ganz eindrückliche Weise, untermauert mit neuesten wissenschaftlichen Veröffentlichungen, den Zusammenhang zwischen dem Mikrobiom des Darms, seiner Zusammenstellung in Bezug auf unsere Umwelt und unsere Ernährung und letztendlich die unmittelbare Auswirkung auf unsere Gesundheit. Nur wenn wir den Boden und das Bodenleben pflegen, können wir Menschen auch gesund leben.

Posted by Stefan in Klimaveränderung, Konsum, Landwirtschaft, Natur, Pilze, Präsentation, Seminar, Technik, Tiere, Wirtschaft, 0 comments