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Bodenaufbau von Oben nach Unten

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Wie Bodenaufbau auch statt finden kann wird hier bei Mark Shepard, „Restoration Agriculture„, sehr gut beschrieben. Es geht nicht nur darum den Boden von oben nach oben „aufzubauen“; man kann ihn auch nach unten hin aufbauen, wie er eindrücklich anhand eigener Erfahrungen beschreibt: Bodenaufbau nach unten.

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Artikel: Kohl fürs Klima

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Ein einzigartiger CO2-Deal: Bauern in Österreich binden Treibhausgase und werden dafür von Firmen bezahlt. Diese werben dann mit Klimaneutralität.

KAINDORF taz | Der Anfang war nicht einfach für Bauer Johann Gradwohl: Der Kompost, mit dem er seine Felder düngte, brachte auch das Unkraut mächtig zum Wachsen. Doch sein Lohn war ein fruchtbarer Boden. Gradwohl ist einer von sieben Landwirten in der österreichischen „Ökoregion Kaindorf“, die Chinakohl als „Klimakohl“ anbauen; in der letzten Saison waren es etwa 700 Tonnen.
Neben Kohl produzieren sie auch Erdbeeren, Karotten und Cocktailtomaten, die die „Spar“-Handelskette in ihren 1.500 Filialen in ganz Österreich als „Humusgemüse“ verkauft. „Die Kunden reißen uns die Produkte aus den Händen“, freut sich „Spar“-Chef Gerhard Drexler.

Die Idee mit „Klimakohl“ könnte man als „Abfallprodukt“ einer pfiffigen Nachhaltigkeitsinitiative bezeichen, wenn es den Engagierten in der Steiermark nicht gerade darum ginge, Abfälle zu vermeiden und im Kreislauf zu wirtschaften. Die mit mehreren Umweltpreisen ausgezeichnete „Ökoregion Kaindorf“, die die sechs ländlichen Gemeinden Dienersdorf, Ebersdorf, Hartl, Hofkirchen, Kaindorf und Tiefenbach umfasst, hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 CO2-neutral zu werden – unter anderem durch erneuerbare Energien und Humusaufbau.

Auf Initiative des 2007 gegründeten Vereins Ökoregion Kaindorf ist ein weltweit einzigartiger regionaler Handel mit CO2-Zertifikaten initiiert worden: Gewerbeunternehmen, die CO2-neutral produzieren wollen, schließen mit Landwirten, die über den Humus Kohlenstoff im Boden binden, freiwillig einen Vertrag ab.
Preisgekrönter Kompostbetrieb

Wie funktioniert das? Böden sind der größte Treibhausgasspeicher auf Erden, sie speichern mehr CO2 in Form von Kohlenstoff als Ozeane und Wälder zusammen. Ein Bauer könne durch Humusaufbau das Äquivalent von 50 Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr binden, erklärt Mitinitiator Gerald Dunst, dessen Kompostbetrieb „Sonnenerde“ mit dem österreichischen Klimaschutzpreis ausgezeichnet wurde. Dunst leitet die Arbeitsgruppe Landwirtschaft des Vereins Ökoregion Kaindorf und berät rund 200 bislang zumeist konventionell wirtschaftende Bauern beim Humusaufbau ihrer Äcker.
Auf Musterflächen haben sich die Humusgehalte durch die Einbringung von Kompost und Pflanzenkohle („Terra-Preta-Technik“), pfluglose Bodenbearbeitung, Winterbegrünung und Fruchtwechsel bereits auf sagenhafte sechs Prozent erhöht. Folge: Die Böden brauchen weder Dünger noch Pestizide, weil die Bodenfruchtbarkeit den Schädlingsbefall hemmt, und im Gegensatz zu früher können sie Starkregen vollständig aufsaugen und speichern.

Der Verein Ökoregion Kaindorf bezahlt Landwirten ein Erfolgshonorar von 30 Euro pro Tonne nachweislich gebundenes CO2, um deren Mehrkosten auszugleichen, erklärt der Landwirtschaftsberater das Prinzip dieses Zertifikathandels. Im Gegenzug verpflichten sich die Gärtnerinnen und Bauern, den Humusgehalt ihrer Böden über fünf Jahre stabil zu halten – was unabhängige Sachverständige mittels Bodenproben überprüfen.

Das Geld für die Zertifikate kommt von regionalen Unternehmen, die ihren unvermeidbaren CO2-Ausstoß kompensieren wollen. Beteiligt sind unter anderem eine Brauerei, ein Ökokaffeehandel, ein Malerbetrieb und eine Fleischerei. Sie bezahlen 45 Euro pro Tonne, wobei die Preisdifferenz an den Verein für dessen Aufbauarbeit geht. Ihr Gewinn: Sie können mit CO2-neutral hergestellten Produkten werben und auf diese Weise neue Kundschaft generieren. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Die Fruchthandelskette Frutura wiederum hat eine langfristige Kooperation mit der Ökoregion und ihren Feldfruchtproduzenten vereinbart. Bis 2020 soll sämtliches Obst und Gemüse, das sie der „Spar“-Kette liefert, CO2-neutral produziert werden.

Manfred Hohensinner, früher selbst Landwirt, jetzt Geschäftsführer von Frutura, stimmt dieses neue Geschäftsmodell geradezu euphorisch: „Eine Riesenchance für die Bauernschaft“, jubelt er. „Die Bauern werden Klimaschützer!“ Auch aus deutschen Umweltbehörden sind Stimmen zu hören, dies sei der einzige funktionierende und sinnvolle CO2-Handel, weil nachweisbar und transparent auf die Region bezogen; auch das Geld bleibe in der Region.

Quelle

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Artikel: The Fight Against Global Warming: A Failure and A Fix

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Sehr interessanter Artikel: Wie lange wird schon vor der menschengemachten Klimaerwärmung gewarnt? Wie viele Wissenschaftler sind sich seit Jahren einig? Wie oft ist demonstriert und lamentiert worden? Wie viele internationale Konferenzen gab’s? Und, was ist passiert? Rhetorische Fragen, die nur eins zeigen: Die Welt bewegt sich (in dieser Frage) nicht. Und Hoffnung ist nicht in Sicht. Zeit also die Strategie der Umweltschützer zu überdenken. Statt zu versuchen den CO2-Ausstoß zu senken, gäb’s da die Möglichkeit CO2 aus der Luft schnell, billig und effektiv zu binden. Und zwar mit den Ergebnissen die das Holistic Management v.a. in Afrika und den USA liefert. Wie schon in einigen Artikel hier zuvor aufgezeigt, besteht bei dieser Methode die Möglichkeit mittels gut überlegter Weidewirtschaft und der Einbeziehung verschiedener Umweltfaktoren, (fast) schon verloren gegangene Wiesen und Steppen, welcher mittlerweile die Verwüstung drohen, wieder in prächtige Landschaften zu verwandeln. Denn diese Grasvegetation benötigt, wie in einer Symbiose, dicht trampelnde und grasende Tiere um sich gut zu entwickeln. Und da ein großer Teil des Pflanzenwachstums im Boden, bei den Wurzeln stattfindet, können große Mengen CO2 langfristig gebunden werden. Wie gesagt: Sehr interessanter Artikel: The fight against global warming – a failure and a fix. (Hier lokal.)

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Präsentation: Reversing Global Warming with Livestock?. Seth Itzkan

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Ein weiterer Beitrag zum Thema: „Wie sollte Weidewirtschaft (in semiariden) Gebieten betrieben werden um Bodenverbesserung zu erreichen (und nicht Bodenverschlechterung)?“. Sehr interessant, weil’s echt entgegen weit verbreiterter Ansichten geht.

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Präsentation: 30 Jahre aktiver Humusaufbau. Friedrich Wenz

In vielen anderen Ländern schon fast Allgemeinwissen, so kämpft die pfluglose Bodenbearbeitung in Deutschland und generell in Europa noch mit 4-7.000 Jahren Geschichte. Denn dass der Boden gepflügt werden muss, das steckt in den Genen eines jeden Bauern. Um sich dagegen aufzulehnen, und das nicht mehr zu machen, was Vater, Grossvater, Urgrossvater (und so weiter) vor ihnen gemacht haben – nämlich zu pflügen – dazu gehört viel Kraft, Überwindung und Überzeugung, und auch das nötige Wissen. Friedrich Wenz, Pionier der pfluglosen Bearbeitung, zeigt wie’s funktioniert und worauf es ankommt.

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Doku: Pflugloser Anbau in der Landwirtschaft (Englisch)

Sehr interessante, wenn auch manchmal etwas schwer verständliche kurze Doku über pflugloseen Ackerbau in den USA. Bei uns hat’s sicher immer noch nicht durchgesetzt, während in anderen Ländern, vor allem in Südamerika, bis zu 70% der Fläche schon pfluglos bearbeitet wird. In dieser Filmchen wird kurz aufgezeigt wie’s funktioniert und wo die Vorteile liegen. Nach generellem Einvernehmen der Bauern hat die ständige Bodenbedeckung bzw. die hohe Biomasse durch diverse Pflanzensorten die vor dem Anpflanzen der Hauptfrucht auf den Boden gedrückt oder geschnitten wird, vor allem den (indirekten) Effekt der verbesserten Wasserspeicherung des Bodens. Andersherum gesagt: Durch die höhere Biomasse wird das Bodenleben angeregt welches wiederum die Biomasse in den Boden einarbeitet. Der dabei entstehende Humus hat eine deutlich höhere Wassserspeicherkapazität als der Mineralboden. Hier z.B. ein Screenshot der Doku, wo zwei benachbarte Flächen fotografiert wurden, die eine ohne, die andere mit Bodenpflug bearbeitet. Wie man deutlich sehen kann ist der Wachstum auf dem linken Acker (ohne Bodenpflug) deutlich gesünder – v.a. aufgrund der Wasserretenzionskraft des Bodens:

Auch auf diesem Bild zeigt sicher der Unterschied der Böden. Während auf dem „konventionell“ bearbeiteten Boden sich das Wasser staut, sickert es bei dem pfluglos bearbeiteten Boden langsam in den Boden ein und wird dort entweder gespeichert und nach unten „weiter gereicht“:

Einige kurze Aussagen der Bauern (Bemerkung: Dies sind keine Biobauern.):

Reduzierung von Stickstoff-Dünger-Gaben von über 70% nach 6 Jahren pfluglosen Anbau. Ziel und bei manchen schon verwirklicht: Null chemischen Stickstoff-Einsatz.

Unkäuter werden bis zu 95% unterdrückt (im Vergleich zum „normalen“ Ackerbau)

Damit einhergehend Herbizid-Reduzierung von über 70%.

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