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Überweidung als ursächliches Problem des Konfliktes in Syrien

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In einem interessanten Artikel im Ecologist schreibt Gianluca Serra, der in Syrien eine Dekade gearbeitet hat, dass der Krieg in Syrien ein Ergebnis der Desertifikation der ökologisch fragilen syrischen Steppe ist. Der Prozess startete 1958, als ehemals als Allmende der Beduinen deklarierte Bereiche zur Beweidung freigegeben wurden. Dies führte zu einem breiteren ökologischen, hydrologischen und landwirtschaftlichen Zusammenbruchs, und dann zu einer „ländlichen Intifada“ der Bauern und Nomaden, die nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen.

Bild: Der Rand einer experimentellen Schafweide-Sperrzone (rechts) im Al Talila Reserve, Palmyra im März 2008 in der Mitte einer intensiven Dürreperiode fotografiert. Quasi unkontrolliertes Weiden der Schafe wurde auf der linken Seite des Zauns erlaubt. Das Weiden von eingeführten, einheimischen Antilopen bei niedrigen Dichten wurde innerhalb der Sperrzone für einen Zeitraum von 10 Jahren erlaubt. Foto: Gianluca Serra.

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Buch: Dreck: Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert. David Montgomery

Screen Shot 2014-09-29 at 20.32.28Ich muss sagen: Ich habe selten so ein wertvolles Buch gelesen. Ich bin so beeindruckt, dass ich der Meinung bin dass dieses Buch – Dreck: Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert“ von David Montgomery, zumindest in einer stark gekürzten Version, alle Menschen v.a. in der von industrieller Landwirtschaft geprägten „Zivilisation“ lesen sollten. Seit Anbeginn der Landwirtschaft behandeln wir den Boden wie ein Abfallprodukt, eben wie Dreck. Bei den Amis heisst Erde, Boden ja meist auch eher abfällig „Dirt“ (so auch der Originaltitel). Die Landwirtschaft führte so ziemlich von Anfang an dazu, dass wir dauernd den Boden stören, ihn über Monate blank liegen lassen und damit den Wetterunbilden frei aussetzen, was zur Folge hat dass Wind und Regen ihn wegwehen und wegwaschen. Dies führt zu Erosionsraten die im Durchschnitt 10-20, aber oft auch 200-fach über den Bodenneubildungsraten liegen. Die Erosion der Zivilisationen – von den Mesopotamiern, über die Römer, hin zu den Maya und den frühen Neu-Amerikanern – hängt nach Montgomery stark mit der Erosion des Bodens zusammen. Mit vielen Zitaten aus Werken der vergangenen 2500 Jahre erklärt er wie vorher fruchtvolles Land in wenigen Jahrzehnten bis Jahrhunderten ausgezehrt, verarmt und fast zu Halbwüsten verarmt, verkommen. Ein deutliches Warnzeichen an uns und unsere Zivilisation, welches wir uns zu Herzen nehmen sollten.

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Präsentation: How to green the world’s deserts and reverse climate change. Allan Savory

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Tja, das ist nun wirklich entgegengesetzt von allem was ich gehört, gelesen und gelernt habe. Und geradezu revolutionär. Die Methan-ausstossenden und grosse Flächen beanspruchenden Rinderherden sind nicht die (Mit-)Verursacher der Klimaveränderung (siehe meinen Artikel über den Fleichkonsum z.B.) sondern die Lösung. He?! Seth Itzekan’s Meinung nach sollten wir (wie grundsätzlich in der Permakultur) uns die Natur anschauen und zum Vorbild nehmen. Und dort ziehen grosse Herden dichtgedrängt durch die Gegenden und fressen intensiv das Gras ab (sei es in Afrika mit den Zebra- u.v.a. oder in den USA die Bison-Herden). Gut gedüngt kann sich die Natur aber schnell wieder davon erholen. Was aber gemeinhin bei der menschlichen Bewirtschaftungweise passiert, ist das kleine Herden locker durch die Gegend ziehen und das abfressen was noch da ist – und so die Versteppung und Wüstenbildung verursachen. Statt dessen sollte eine Zonierung entwickelt werden in der dann Tiere ganz bewusst für kurze Zeit intensiv Grasen. Die im Vortrag gezeigten Beispiele der positiven „Rückentwicklung“ sind beeindruckend.

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