Wow, ein spannendes Buch, das Florian Hurtig da geschrieben hat: »Paradise Lost. Vom Ende der Vielfalt und dem Siegeszug der Monokultur« (Amazaon, Buch7). Mich bewegt dieses Thema – Wie sind wir zur Landwirtschaft gekommen und was hat das gesamt-gesellschaftlich verändert? Und wie prägt uns dies noch heute? – ja auch schon lange; siehe hier eine Präsentation von mir dazu. Aber Florian Hurtig ist der Geschichte noch viel weiter auf den Grund gegangen, und verfolgt, wie über die Jahrhunderte und Jahrtausende der Anbau von Getreide (nicht nur als Symbol für die Landwirtschaft stehend) unser aller Leben verändert hat. Manche hat es reich gemacht – eine kleine Elite sorgt seit tausenden von Jahren dafür, dass es so bleibt. Und (sehr) viele sind in Gefangenschaft, Knechtschaft, Abhängigkeit gekommen, und arbeiten (teils immer noch) für die Reichen.
Ich finde es sehr wichtig, dass wir uns mit unserer Geschichte beschäftigen, um zu verstehen was damals passierte, und wie dies uns heute noch beeinflusst. Florian Hurtig nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise über die Zeit der ersten mesopotamischen Zivilisationen, über die Römer hin zum Kolonialismus und der Neuzeit.
PS: Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar erhalten.



Ein absoluter Kenner seines Fachs, beschreibt Peter Bellwood die Entwicklung vom Jäger und Sammler hin zum Bauern in den verschiedenen Weltregionen sehr detailliert. Ein eher wissenschaftliches Buch, welches durchaus sehr informativ ist, aber manchmal auch etwas zäh zu lesen. Viele Informationen, sehr interessant.
Seit einiger Zeit interessiere ich mich dafür, wie der Mensch zur Landwirtschaft kam und was daraufhin passierte, sozial, ökonomisch und organisatorisch. Uns scheint eine Leben mit der Landwirtschaft so normal, dass es kaum vorzustellen ist dass wir über 2 Millionen Jahre lang als Homo jagend und sammelnd durch die Gegend zogen; 10.000 Jahre landwirtschaftliche Geschichte ist da nur ein winziger Zeitabschnitt. Aber einer, der unsere Gesellschaft in vielen Bereichen unglaublich veränderte. Was können wir daraus lernen?
Wir leben mit und von ihr, aber es gab Zeiten, da gab es sie nicht: die Landwirtschaft. Dass das eine mit dem anderen zusammen hängt, ist klar. Oder doch nicht?! Josef Reichholff geht in seinem Buch „Warum die Menschen sesshaft wurden“ lange in der Geschichte der Menschheit zurück, um zuerst einmal zu klären wie die Menschen sich entwickelt haben und lange, lange Zeit lebten. Mit dem Verständnis der Evolution und der Naturgeschichte im Bewusstsein, lassen sich seine Vermutungen und Schlussfolgerungen dann, die durchaus überraschen, gut verstehen. Manche Seiten sind etwas ausschweifend – man merkt da hat jemand sehr viel Wissen; aber verliert sich dann auch mal schnell in der Weite (die für manche Leser aber sicher auch bereichernd wirkt). Aber insgesamt ist das Bild was er da malt sehr interessant und wirft ein neues Licht auf eines der ganz grossen Rätsel der Menschheit.