
Die Bücher von Josef Reichholf sind ja immer flüssig zu lesen. Unterhaltsam, lehrreich, irgendwo was zwischen Uni- und Strandlektüre. Sein Buch „Der Tanz um das goldene Kalb. Der Ökokolonialismus Europas„, ein schmales Werk von knapp 150 Seiten, ist wieder ein solches. Es dreht sich dabei viel um’s Fleisch – die Produktion von Tieren in Deutschland, aber auch die Landwirtschaft im Allgemeinen. Wie sieht die gegenwärtige Situation aus? Was kommt „in die Kuh rein“, und „was kommt raus“- und wohin geht das? Welche Auswirkungen hat der Konsum der Deutschen auf unserer Böden? Und auf andere Länder? Eine sehr interessante Zusammenstellung eines komplexen Themas, welches mal wieder zu dem Schluss führt: Der Paradigmenwechsel von industrieller hin zu einer klein-bäuerlichen Landwirtschaft mit fast geschlossenen Kreisläufen steht an!


Was haben die Machtverschiebung im Mittelalter von Spanien nach England, der Einfall der Mongolen in Europa und die Pest gemeinsam? Dass sie stark vom Klimawandel beeinflusst waren. Erst mit den Verschiebungen im Wettergeschehen, mit veränderten Temperaturen und Regenfällen, lassen sich viele der geschichtlichen Geschehnissen gut erklären. Josef Reichholf gibt dazu in seinem Buch „Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends“ sehr fundiert Hinweise und liefert Erklärungen. Damit erscheinen die Veränderungen im Mittelalter und der Neuzeit in einem ganz anderen Licht. Inwieweit das Klima die Geschichte geprägt hat, ist mir vorher nicht klar gewesen. Sehr interessantes Buch für jeden der sich mit den Auswirkungen des Klimas auf den Menschen (und seine Geschichte) auseinander setzen mag.