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Schädlich fürs Bodenleben? Wie wirkt Glyphosat auf Regenwürmer?

Seit vier Jahrzehnten werden glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel weltweit verspritzt. Für Menschen und Tiere soll Glyphosat ungefährlich sein. Schließlich hemmt es ein Enzym, das nur in Pflanzen vorkommt. Doch stimmt das wirklich? Forscher an der Universität für Bodenkultur in Wien kommen zu einem anderen Ergebnis. Sie haben die Auswirkungen des Totalherbizids auf Regenwürmer untersucht.

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Buch: Kompost aus der Kiste: Wurmkisten für den Hausgebrauch selbst bauen

Screen Shot 2015-12-27 at 17.30.02Es hat etwas gedauert, oder anders gesagt: Es musste erst einmal reifen. Doch mittlerweile bin ich ein grosser Anhänger der Wurmkompostierung. Und dies hat verschiedene Gründe. Das Vorhandensein einer Wurm-Kompost-Kiste ist eine einfache Möglichkeit, seinen Bioabfall loszuwerden. Allzuviel falsch machen kann man dabei nicht. Die Würmer produzieren Wurmtee – ein super Dünger für die Balkontomaten oder andere Pflanzen. Und der entstehende Kompost ist einer der Besten die es gibt (siehe auch eine Präsentation hier). Selbst wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen dies mittlerweile (hier). Und es macht immer wieder Freude in die Kiste hinein zu schauen, und die vielen Würmer bei der Arbeit zu sehen.
Das Buch „Kompost aus der Kiste: Wurmkisten für den Hausgebrauch selbst bauen“ von Lydia Bruksch und Jasper Rimpau, selbst professionell mit den Wurmwelten.de unterwegs, gibt einen guten Einblick in das Leben als Wurm – die Biologie, die Nahrung, die Fortpflanzung. Da gibt’s einiges Interessantes zu lernen. Einige nette Comics begleiten den Leser über die Seiten. Der Bau der Kisten ist jedoch etwas kurz gehalten und auch nicht so ganz einfach verständlich. Da gibt im Internet sicher auch bessere Anleitungen zu finden.

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Artikel zu Kompost- und Regenwürmern

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Na, so langsam beschäftigt sich die Forschung ja auch mit „alternativen“ Ansätzen. Interessant zum Beispiel die Untersuchung zu den Bodenbakterien und dem Geschmack des Weines. Diese beiden hier fielen mir in die Hände, gerade zu einem Zeitpunkt als wir anfingen ausrangierte Badewannen für einen Wurmkompost (auf Kaffeesatz) umzufunktionieren, und sich die Gärtnerei über den Wurmtee freute – und deutliche Wachstumssteigerungen bei der Anzucht erkannte. Auch der Wurmkompost wird im Frühjahr dann verwendet – er wird in die Anzuchtserde gemischt.

Humic substances from vermicompost enhance urban lettuce production
Urban agriculture is growing worldwide with the growth of cities. Urban agriculture represents about 20 % of Cuban agriculture. In Cuba, urban agriculture is institutionalized and organized with ecological principles. For instance, local agriculture enhances food security and decreases the use of nonrenewable fertilizers. However, organic crop production in urban environments is challenging because of intensive plant nutrient requirements and disease incidence. Here, we tested an innovative technology based on plant growth promoters isolated from vermicompost and applied directly to lettuce leaves. We monitored plant metabolism by measuring the activities of nitrate reductase, an enzyme linked to N assimilation, and of phenylalanine ammonia lyase, an enzyme linked to plant defense. The experiment was conducted in the organic urban system in Guines, Cuba. We applied liquid humates at 10, 15, or 20 mg C L−1 once at the seedling stage and again 15 days after transplantation. Our results show that humates at 15 mg C L−1 shortened by 21 days the lettuce production cycle, allowing early harvesting without changing quality while increasing yields expressed as the number of leaves per plant. Humate application also decreased total carbohydrate, increased protein, increased nitrate uptake, and stimulated nitrate reductase and phenylalanine ammonia lyase in lettuce leaves.

Earthworm services for cropping systems. A review
Intensive agriculture is often criticized for negative impacts on environment and human health. This issue may be solved by a better management of organisms living in crop fields. Here, we review the benefits of earthworms for crops, and we present techniques to increase earthworm abundance. The major points are the following: (1) Earthworms usually improve soil structural stability and soil porosity and reduce runoff. (2) Earthworms modify soil organic matter (SOM) and nutrient cycling. Specifically, earthworms stabilize SOM fractions within their casts, and they also increase the mineralization of organic matter in the short term by altering physical protection within aggregates and enhancing microbial activity. (3) The positive correlation between earthworm abundance and crop production is not systematic, and contrasting effects on yields have been observed. Earthworms induce the production of hormone-like substances that improve plant growth and health. (4) Direct drilling increases earthworm abundance and species diversity, but the beneficial effect of reduced tillage depends upon the species present and tillage intensity. (5) Organic amendments enhance earthworm abundance. (6) Earthworms feeding at soil surface are the most exposed to pesticides and other agrochemicals. Finally, we discuss how to combine management practices, including inoculation, to increase the earthworm services. We conclude that using earthworm services in cropping systems has potential to boost agricultural sustainability.

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Ob ein Bauer auf Bio setzt, hat nur wenig Einfluss auf die natürliche Artenvielfalt

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Auf und rund um landwirtschaftlichen Flächen von Bio-Bauernhöfen gibt es kaum mehr Arten als auf nicht-biologisch bewirtschafteten Betrieben. Eine aktuelle EU-Studie zur Biodiversität im Landbau unter Beteiligung der Universität für Bodenkultur Wien (Boku) zeigt, dass für die Artenvielfalt die Zahl unterschiedlicher Lebensräume ausschlaggebend ist.

Im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts haben die Wissenschafter mehr als 200 Betriebe mit unterschiedlichen Produktionsschwerpunkten in zehn europäischen und zwei afrikanischen Regionen untersucht. Dabei zeigte sich, dass sich die Artenvielfalt auf Betriebsebene nur geringfügig unterscheidet: Auf den Flächen von Bio-Betrieben fanden sich nur um 4,6 Prozent mehr Arten als auf den übrigen Betrieben. Vor allem auf Wiesen und in Rebkulturen gab es kaum Unterschiede.

Dagegen wurden auf Bio-Äckern um mehr als zehn Prozent mehr Arten gefunden als auf nicht-biologischen Ackerflächen. Im Vergleich zu intensiv bewirtschafteten Feldern waren es sogar bis zu 45 Prozent mehr. Dabei profitieren verschiedene Artengruppen offensichtlich unterschiedlich: Auf Bio-Äckern fanden sich mehr Pflanzen- und Wildbienenarten, aber nicht mehr Spinnen- und Regenwurmarten. In der im Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlichten Studie wurden stellvertretend für die Vielfalt an Lebewesen die vier Artengruppen Pflanzen, Regenwürmer, Spinnen und Wildbienen untersucht.

Der Unterschied zwischen Biolandbau und nicht-biologischem Landbau verringerte sich, wenn die auf Randflächen wie Hecken oder Feldrändern gefundenen Arten miteingerechnet wurden. „Offenbar kommen die Arten aus den Bio-Äckern bei den Nicht-Bio-Betrieben einfach in den Randbereichen vor und die gesamte Artenzahl verändert sich deshalb kaum“, erklärte Jürgen Friedel vom Institut für Ökologischen Landbau der Boku. Auch das Vorkommen seltener oder gefährdeter Arten sei nicht von der biologischen Bewirtschaftung abhängig.

Vielfalt an Lebensräumen viel wichtiger

Es braucht also offensichtlich mehr als Bio-Landbau, um die Artenvielfalt in landwirtschaftlich genutzten Gebieten zu erhalten bzw. zu erhöhen. Die Studienautoren empfehlen eine Erhöhung der Zahl an Lebensräumen. „Die Vielfalt an Lebensräumen ist entscheidend für die Artenvielfalt“, empfehlen die Wissenschafter gezielte Fördermaßnahmen zur Schaffung zusätzlicher Lebensräume. „Wenn sich diese vom Rest der Betriebsfläche unterscheiden, etwa Hecken in Graslandbetrieben oder Krautstreifen in Ackerbaubetrieben, erhöhen sie die gesamte Artenzahl eines Betriebs stark“.

Genau in diese Richtung würden einige Maßnahmen im neuen Österreichischen Programm für eine umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL 2015) zielen. Bei diesen Maßnahmen sei die Anlage von Biodiversitätsflächen auf Acker- und Grünland eine Fördervoraussetzung. (APA/red, derStandard.at, 14.10.2014)

Quelle

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Josef Braun: Boden, Bäume, Regenwürmer

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Sehr interessanter Vortrag von einem, der ganz klassisch anfing als Bauer und nun zu einem „Vorzeige-Bauer“ geworden ist, mit einem prosperierenden Bauernhof. Ob Bodenbedeckung, pfluglos, Bodenaufbau, Agroforst, …. Alles ist dabei. Bravo!

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Wurmfarm in der Badewanne

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Die kleine Wurmfarm steht bei mir im Treppenhaus. Aber wie diese etwas hochskalieren („upscalen“)? In einer alten, ausrangierten Badewanne schien dies möglich zu sein. Allerdings brauchte es drei Anläufe, bis die Würmer (und ich) zufrieden waren. Worauf ist zu achten? Im Bodenbereich sollte Kies sein, damit der Wurmtee nicht in der Erde ist und diese dann anaerob wird. Ein Brett unten drin mit einem dicken, aber wasserdurchlässigen Tuch verhindert dass Erde sowie Würmer im Wurmtee sind und fallen. Die zugefügten anfänglichen Mengen sollten klein sein. Erst wenn erkennbar ist dass sich die Würmer wohl fühlen, kann peu-à-peu weiter Material hinzu gefügt werden. In meinem Fall leben sie bisher zu 90% von Kaffeesatz, und scheinen sich damit sehr wohl zu fühlen. Ein Ablauf, am besten mit Hahn, führt zu einem überaus nützlichen und bei uns im Gärtnerei-Betrieb sehr beliebtem Dünger.

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Präsentation: Bobby Burns: Saving the World Through Global Worming. The Way of the Worm Warrior

Eine kurze Geschichte wie aus einer anderen Welt. Ein fast blinder Mann entdeckt das Gärtnern. Naja, seine neue Passion sind die Kompostwürmer; bei denen fühlt er sich gut aufgehoben, denn die sind auch blind. Innerhalb weniger Monate entwickeln sich mit ihm und um ihn herum einige aufregende Dinge: Kinder-Programm, Aquaponic für ein Schiff, TV, …

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Regenwurmfarm-Rohr

Regenwurmfarmen sind Kisten, Kästen oder Fächer in der Grösse einer Wasserflaschenkiste, in die Küchenabfälle geworfen werden, und in der Kompost-Regenwürmer die Verarbeitung („Verdauung“) errichten. Ziel ist es

  1. Abfall zu vermeiden (30% des Hausmülls besteht in Frankreich aus Grünabfall)
  2. Recycling zu betreiben
  3. wertvollen Dünger (in flüssiger und fester Form) herzustellen
Interessant ist dieser Ansatz vor allem für Bewohner von Apartments. Wer einen Garten mit Komposter hat, für den ist diese Möglichkeit des Recyclings nicht unbedingt sinnvoll. Ein grosser Vorteil der Arbeit dieser Tiere liegt in der Tatsache dass der Abfall nicht riecht, da er (bei entsprechend angepasster Fütterung) relative schnell verläuft und nicht zum Faulen kommt. Man kann also, vor allem winters, die Kiste durchaus in der Küche unter der Spüle, im Flur oder in der Garage stehen haben. Zu kalt darf’s nicht werden – ab 15°C senkt sich die Aktivität der Tiere, und Minus-Temperaturen überstehen sie natürlich nicht lange. Im Sommer haben sie auf dem Balkon oder der Terrasse, im Schatten, ihren Platz. Nach ein paar Monaten ist der erste Abfall umgesetzt, und ein wunderbare „Humus“ bleibt dem Besitzer der Tiere zurück, der ein wertvoller Dünger ist (in flüssiger sowie fester Konsistenz).
Auf der Rückfahrt heute kam ich an ein paar Stellen vorbei wo Sachen für den Sperrmüll zurecht gestellt wurden. Da meine Versuche der Regenwurmfarm nur teilweise erfolgreich waren, kam mir beim Ansehen einer PK-Dokumentation die Idee die Regenwurmfarm direkt im Beet zu platzieren. Damit vermindert sich wiederum der Aufwand und die Nährstoffe können direkt in den Boden gehen. Die Regenwürmer können ein bisschen in der Gegend spazieren gehen und ihre Gänge graben und den Kompost verteilen. Wunderbar. Also, eine Plastikrohr mit dem richtigen Durchmesser und einer guten Länge ward schnell gefunden („Wunsch ans Universum direkt in Erfüllung gegangen“). Zu Hause dann den Bohrer ausgepackt, ein paar Löcher in verschiedenen Grössen gebohrt (welche Grösse brauchen die Viecher um auf ihre Spaziergänge zu gehen?), ein gut 30cm tiefes Loch gegraben, das Rohr reingesteckt und mit Kompost und ein paar Kompost-Regenwürmer gefüllt. Deckel drauf (und Loch gestopft). Das war’s. An die Arbeit, ihr lieben Regenwürmer!
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