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Vermögen in Deutschland viel ungleicher verteilt als bisher angenommen

Vermögen in Deutschland viel ungleicher verteilt als bisher angenommen

Eine Binsenweisheit: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. So heisst es bei SpiegelOnline: »Demnach besitzt das oberste Prozent der Bevölkerung 35 Prozent statt, wie bisher angenommen, knapp 22 Prozent des Nettovermögens in Deutschland. Und den obersten zehn Prozent der Bevölkerung gehören nicht etwa, wie bisher geschätzt, 59 Prozent der Vermögen: Sie besitzen rund zwei Drittel.«

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Doku: Die Erdzerstörer: Sind wir Menschen die Bösen?

Doku: Die Erdzerstörer: Sind wir Menschen die Bösen?

Mit der Erfindung der Dampfmaschine fing es an. Mit revolutionärer Rasanz machte sich der Mensch die Erde Untertan. Eine Erfindung jagte die nächste, eine Technologie toppte die andere. Für mehr Komfort. Mehr Konsum. Mehr Wohlstand. Und die Erde? Wie lange hält sie den Menschen noch aus? Ein kompromissloser Blick auf die vergangenen 200 Jahre des Industriekapitalismus, welcher noch einmal deutlich vor Augen führt, warum wir da stehen, wo wir jetzt sind. Wie mächtig und Einfluss nehmend die großen Firmen und Industrien in dieser Zeit auf den Verlauf der Geschichte waren. Wie, um ein Beispiel zu nennen, eine Auto-Reifen-Öl-Lobby zusammen elektrische Tram-Gesellschaften in den USA zu Hunderten aufkauft, um sie zu zerstören, und damit dem Erdöl getriebenen Individual- und Busverkehr Platz zu machen.

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Die Maximierung der Menschlichkeit

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Interessanter Artikel in Naturscheck: „Sina Trinkwalder studierte Politik und Betriebswirtschaft und war erfolgreich im Marketing tätig. 2010 wechselte sie die Seiten und gründete „manomama“, das erste textile Sozialunternehmen Deutschlands. In dieser Kleidermanufaktur werden von ehemals arbeitslosen Näher/innen innerhalb einer regionalen Wertschöpfungskette ökosoziale Bekleidung und Accessoires produziert. Für ihr ökologisches und soziales Engagement wurde Sina Trinkwalder mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2015 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.“

»Wissen Sie, es ist nicht wichtig, ob Sie Sinn in ihrer Arbeit sehen, wichtig ist, ob das, was sie tun, relevant für die Gesellschaft ist!«

Wer ökologisch und sozial denkt, der kommt nicht umhin, die ganze Chemie wegzulassen.

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Wie Agrarkonzerne Entwicklungshilfe machen

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„Konzerne wie Bayer und BASF unterstützen die Bundesregierung bei der Entwicklungshilfe: Sie unterrichten Kleinbauern in Asien und Afrika – und werben dabei vor allem für ihre eigenen Produkte.“ mehr

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Vom Spekulanten zum Permakultur-Hof

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So schnell kann’s gehen: Ein Finanzdienstleister, der mit Millionen in der Hand spekulierte, ändert sein Leben und wir Selbstversorger. Eine beeindruckende Veränderung – persönlich, landschaftlich, beruflich.

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Fair Trade Studie: Essen ist Macht

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Eine Fair Trade Studie (Zusammenfassung, Vollständige Studie) legt höchst bedenkliche Konzentrationen von Macht in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten offen.

Organisationen aus dem Umfeld des fairen Handels fordern die Bundesregierung auf, für soziale Mindeststandards in globalen Lieferketten zu sorgen. Eine Studie mit dem Titel „Wer hat die Macht? Machtkonzentration und unlautere Handelspraktiken in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten“ stellt hierzu umfassend die Benachteiligung kleinbäuerlicher Produzenten dar.

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Dazu auch ein anschauliches Video “ target=“_blank“>hier.

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Wie die Armen von den Reichen ausgebeutet werden – am Beispiel Griechenlands

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Ich bin kein Kenner der Griechenland-Szene. Dass da einiges schief gelaufen ist und schief läuft, auf Seiten Griechenlands wie auch auf Seiten der EU, ist ja mal keine Frage. Was mich immer wieder hellhörig werden lässt sind Informationen zu den „Grossen“ und wie diese über die Köpfe der „Kleinen“ hinweg ihre Macht demonstrieren, ihren Willen durchsetzen und ihr (Mega)Geld verdienen. Wie z.B. beim TTIP, oder nun beim Internationalen Währungsfonds. Dieser hat in den letzten fünf Jahren sage und schreibe 2.5 Milliarden Euro Gewinn gemacht, in dem es Geld zu einem Zins von 3.8% an Griechenland lieh. Dass hohe Risiken (Griechenland zahlt das Geld nicht zurück) auch hohe Zinsen bedingen ist schon klar. Aber hier handelt es sich ja um eine Weltorganisation die dazu da ist „armen“ Ländern zu helfen; und die auch noch eine Riesenreserve hat. Woher sollen denn bei einem Land wie Griechenland, in diesem Zustand, das Geld für die Zinsen kommen? Und Griechenland ist nur ein Beispiel von vielen, v.a. sonst afrikanischen, asiatischen und südamerikanischen Ländern, wo ebenfalls auf diese Art gearbeitet wird. Auf diese Art werden die Reichen reicher, und die Armen ärmer. So sieht wohl unser so toll entwickeltes westliches System aus. Aber vielleicht habe ich ja auch nicht alles verstanden?!

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Doku: Wer Rettet Wen?

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„Seit fünf Jahren werden Banken und Länder gerettet. Politiker schaffen immer neue Rettungsfonds, während mitten in Europa Menschen wieder für Hungerlöhne arbeiten. Es wird gerettet, nur keine Rettung ist in Sicht. Der Film „Wer Rettet Wen“ zeigt, wer dabei wirklich gerettet wird: Nie ging es um die Rettung der Griechen, nie um die der Spanier oder Portugiesen. Stets geht es nur um das Wohl der Hauptverdiener an diesen Krisen: den dort mit hochriskanten Spekulationen engagierten Banken. Uns Steuerzahlern und sozial Benachteiligten hingegen werden bis heute alle milliardenschweren Risiken zugemutet! Für große Banken ist die Finanzkrise dagegen vor allem ein Geschäftsmodell!“

http://whos-saving-whom.org/index.php/de/

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Doku: Natur – Spekulationsobjekt mit Zukunft. Arte

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„Der Dokumentarfilm Natur – Spekulationsobjekt mit Zukunft(2014) untersucht in verschiedenen Ländern die besorgniserregende Umwandlung der natürlichen Ressourcen in Handelsgüter, die in monetäre Kreisläufe gelangen. Wie wurde der Umweltschutz zu einem globalen Markt? Warum interessiert sich die Finanzwelt so brennend für diesen neuen Wirtschaftsbereich?

Seit einigen Jahren boomt ein neuer Markt, der die Natur ökonomisch nutzbar macht. Der Rückgang der biologischen Vielfalt beispielsweise lässt den Marktwert von lebenden Arten steigen. Doch welche Gefahren drohen Mensch und Natur, wenn Wirtschaft und Banken die lebenden Ressourcen der Erde in Besitz nehmen? Wenn sie Tiere und Pflanzen zu Finanzprodukten machen und die Umwelt in spekulatives Kapital ummünzen?

„Natur – Spekulationsobjekt mit Zukunft“ untersucht in verschiedenen Ländern die besorgniserregende Umwandlung der natürlichen Ressourcen in Handelsgüter, die in monetäre Kreisläufe gelangen. Wie wurde der Umweltschutz zu einem globalen Markt? Warum interessiert sich die Finanzwelt so brennend für diesen neuen Wirtschaftsbereich? Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Akteuren der neuen Märkte und den Verantwortlichen für die jüngste weltweite Finanzkrise? Welchen Einfluss üben Lobbys bei internationalen Institutionen wie den Vereinten Nationen oder der EU aus, um dieses „Naturkapital“ zu mehren? Welchen Gesetzen unterliegen diese neuen Märkte?

In Uganda fallen viele Menschen der Spekulation mit der Natur zum Opfer. In Brasilien werden massenhaft Lügenmärchen über die angebliche Rettung des tropischen Regenwaldes verbreitet. In den Vereinigten Staaten und in Malaysia haben Banken jetzt begonnen, vom Aussterben bedrohte Tierarten zu „schützen“. Anhand konkreter Beispiele konfrontiert der Dokumentarfilm Entscheidungsträger und Politiker mit den Gefahren ihres Handelns für Umwelt und Bevölkerung. Inzwischen wird eine heftige Debatte über den Handel mit unserem Naturerbe geführt. Manche Wirtschaftswissenschaftler sehen in diesen Transaktionen die Vorboten einer neuen Finanzkrise. Aber diesmal steht die Zukunft der Natur auf dem Spiel – und damit die Zukunft von uns allen.“ (arte)

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EcoCrowd – Neue Crowdfunding-Plattform im Nachhaltigkeitsbereich

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Welches Potential würde entstehen, wenn man all die Menschen, die sich in Deutschland für eine nachhaltige Zukunft engagieren, an einem Ort zusammenbringt und deren nachhaltige Projekte für jeden erlebbar und partizipationsfähig macht? Mit diesem Leitgedanken im Kopf hat die Deutsche Umweltstiftung EcoCrowd ins Leben gerufen – eine Crowdfunding-Plattform für nachhaltige Projekte und eine starke Community für Nachhaltigkeit.
Die EcoCrowd ist eine Bewegung, die sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzt und mit spannenden Projekten zeigt, dass Nachhaltigkeit Spaß macht und erlebbar ist, so dass jeder mit seinem Beitrag wirklich etwas bewirken kann. Einen Ort im Netz, an dem nachhaltige Ideen unterstützt, diskutiert und realisiert werden können.
Projekte, die auf EcoCrowd Finanzierung sammeln, werden von der Deutschen Umweltstiftung anhand eigens entwickelter Kriterien geprüft und persönlich beraten. Durch den Austausch mit der Crowd können die vorgestellten Projekte nicht nur finanziert, sondern auch weiterentwickelt werden – so entstehen kontinuierlich neue Ideen und Nachhaltigkeit wird zu einem erlebbaren Konzept.

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Der hohe Preis des Materialismus

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Ach, an sich ja nicht mehr so neu, aber doch immer wieder gut sich vor Augen zu halten: Wie hängen Materialismus, Lebensqualität, Zufriedenheit und Naturverbundenheit zusammen? In diesem kleinen Video-Scatch wird’s nochmal klar ausgedrückt, dass mehr Geld nicht zu mehr Lebensqualität führt (zumindest mal nicht in linearer Fortsetzung); und dass mehr Materialismus fast automatisch zu einem egoistischeren Leben führt mit immer weniger Rücksichtnahme auf die Gesellschaft und Natur.

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Präsentation: Does money make you mean? Paul Piff

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Nicht ganz zentrales Thema der Permakultur, aber ich fand den Vortrag echt interessant. Und auch motivierend, mein Umgang mit Geld bewusst zu reflektieren und zu verändern. „Geld macht gemein“, so einen Ausspruch kennen wir ja auch. Anhand von verschiedenen Situationen testen Wissenschaftler welchen Einfluss Geld (und v.a. auch dessen ungleiche Verteilung) auf das Verhalten von diesen Menschen ausübt. Kurz gesagt: Wer mehr hat, wird egoistischer, selbstsüchtiger, überzeugter von sich selbst, blinder gegenüber der Gründe… also grundsätzlich unsozialer. Und die ungerechte Verteilung von Geld bewirkt ungünstige Verschiebungen (siehe Bild oben) in allen Lebensbereichen. Sehr aufschlussreich!

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Artikel: Warum Mikrokredite den Armen nur selten helfen

Interessanter Artikel im SPIEGEL zum Thema Mikrokredite. Von vielen hochgelobt und als erfolgreiches Modell dargestellt (um nicht zu sagen „verkauft“) zeigt sich beim genaueren Hinsehen dass da vieles doch nur Schein ist. Für mich zeigt’s dann doch wieder auf wie wichtig wissenschaftliche Begleitung von „alternativen“ Ansätzen, wie auch in bzw. für die Permakultur, wichtig ist damit wir uns nicht selbst ins Bockshorn jagen.

„Kleine Summe, kein Effekt? Seit rund 30 Jahren gelten Mikrokredite als erfolgreiches Instrument zur Armutsbekämpfung. Doch neue Untersuchungen wecken ernste Zweifel an ihrer Wirksamkeit.

„Wie oft muss man nichts finden, damit belegt ist, dass da nichts ist?“, fragt Philip Mader provokant. Er spricht von Mikrokrediten und davon, dass in den vergangenen 30 Jahren kein Nachweis erbracht wurde, dass sie tatsächlich Armut reduzieren. Mader kommt in seiner Doktorarbeit „Financializing Poverty: The Transnational Political Economy of Microfinance’s Rise and Crises“ sogar zum Ergebnis, dass die Kleinstkredite Armut ausnutzen und verfestigen.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftswissenschaften Köln begann seine Recherchen im indischen Andhra Pradesh. Dort gab es 2010 eine Selbstmordwelle unter Mikrokreditnehmerinnen, die ihre Raten nicht mehr bezahlen konnten. Anschließend weitete Mader seine Untersuchung auf weitere Entwicklungsländer aus. So konnte er unter anderem belegen, dass Mikrokreditnehmer mehr arbeiten, aber nicht mehr verdienen, weil sie das Geld für die Tilgung der Schulden verwenden müssen. Die Investition von Mikrokrediten in unternehmerische Projekte bedeute nur die Erweiterung einer Basarwirtschaft, die schon heute allenfalls eine Notlösung für die Armen darstellt, sagt Mader. Die Mehrzahl der Kredite werde für das tägliche Überleben und die Behandlung von Krankheiten ausgegeben.

Maders Arbeit ergänzt umfassend die Belege über die negativen Auswirkungen der Mikrokredite, die von Ethnologen, Anthropologen und Journalisten schon erbracht wurden. Der bangladeschische Anthropologe Aminur Rahman etwa fand bereits in den neunziger Jahren heraus, dass nur fünf Prozent der Mikrokreditnehmer Einkommen aus Unternehmen beziehen, die sie mit dem Darlehen aufgebaut hatten. Das deckt sich mit der Feldforschung von Anu Muhammad, Wirtschaftswissenschaftler an der Jahangirnagar Universität in Bangladesch: Nur fünf Prozent der Mikrokreditnehmer profitierten von den Darlehen – und sie alle hatten bereits vorher eine zuverlässige Einkommensquelle. 50 Prozent konnten ihren Lebensstandard nur halten, indem sie zusätzliche Kredite aufnahmen. Die Lage der restlichen 45 Prozent hat sich verschlechtert.

Qazi Kholiquzzman Ahmed, Leiter der staatlich finanzierten Kreditanstalt PKFS in Bangladesch, legte wiederum dar, dass mehr als die Hälfte der Schuldner nicht pünktlich zahlen können und zur Tilgung der Kredite weitere Darlehen aufgenommen haben. Solche Überschuldungskrisen gab es auch in Bosnien, Pakistan, Marokko, Ägypten, Nigeria, Mexiko und Bolivien. In Nicaragua legte 2009 die Bewegung „No Pago“ („Wir zahlen nicht“) aus Protest die 22 Mikrofinanzorganisationen im Land lahm – unterstützt von Präsident Daniel Ortega. Auch die rigiden Methoden der Geldeintreiber wurden schon vielfach angeprangert, etwa in Gerhard Klas‘ Buch „Die Mikrofinanzindustrie. Die große Illusion oder das Geschäft mit der Armut“. Und im vergangenen Jahr sorgte der ehemalige Insider der Mikrofinanzindustrie, Hugh Sinclair, mit einem Buch für Furore. Darin beschreibt er nicht nur die oft brutale Geldeintreibung, sondern auch, wie sich Banken und Anleger mittels hoher Zinsen an den Armen bereichern.

Doch die wachsende Kritik hat bislang weder in der Branche noch in der Entwicklungspolitik zu einem Umdenken geführt. Kritische Untersuchungen werden meist ignoriert, Studien mit positivem Ergebnis hochgehalten.

So war das auch bei einer Metastudie im Auftrag des britischen Entwicklungshilfeministeriums. 2011 wertete ein Forscherteam um Entwicklungsökonomin Maren Duvendack 2600 positive Mikrokredit- Studien aus, knapp 60 davon detailliert. Es gebe, so Duvendack, keinerlei eindeutige Belege, dass Mikrokredite den Armen nutzen. Die positiven Studien gründeten auf weichen Untersuchungsmethoden und unzureichendem Datenmaterial. Der Erfolg werde nicht an der sozialen Realität gemessen, sondern an der hohen Rückzahlungsquote. Das Ministerium habe wenig Interesse gezeigt, ihre Ergebnisse zu verbreiten, sagt Duvendack.

Ähnlich wie Duvendack nahmen die US-Ökonomen Jonathan Murdoch und David Roodman eine alte Studie von 1998 unter die Lupe, Auftraggeber damals war die Weltbank. In der Untersuchung heißt es, dass Mikrokredite die relative Armut in Bangladesch um 40 Prozent reduziert hätten. Murdoch und Roodman stellten jedoch fest, dass die Ergebnisse keiner wissenschaftlichen Prüfung standhalten. Dennoch gehört das Papier immer noch zu den meistzitierten positiven Arbeiten über Mikrokredite.

Als Reaktion auf die Kritik sind Geldgeber der Mikrofinanzorganisationen dazu übergegangen, Vergleichsgruppenstudien in Auftrag zu geben, sogenannte Randomized Controll Trial Studies (RTCS). Die erste dieser Art wurde im indischen Hyderabad vom Massachusetts Institute of Technology durchgeführt und 2009 veröffentlicht. Einige Ergebnisse: 30 Prozent der Kreditnehmerinnen versuchten, ein Unternehmen aufzubauen, 30 Prozent zahlten mit ihrem Kredit andere Kredite ab. 15 Prozent nahmen Konsumkredite auf, der Rest investierte in schon bestehende Tätigkeiten. Auf Bildung, Gesundheit und Frauen-Empowerment wurde keine Auswirkung festgestellt. Trotzdem zitierte unter anderem die deutsche Bundesregierung die Studie als positiven Beleg für Mikrokredite.

Die aktuellste RTC-Studie wurde unter Kunden der mexikanischen Compartamos Bank durchgeführt. Die an der Börse notierte Bank ist hoch umstritten, weil sie Jahreszinssätze von bis zu 195 Prozent erhebt. Nicht nur das stößt beim Mikrofinanzexperten Hugh Sinclair auf massive Kritik: Obwohl die Studie ergebe, dass die Kredite den Armen nicht nutzen, werde „alles versucht, um etwas Positives aus den Daten herauszuziehen, während die beunruhigenden negativen Auswirkungen ausgeblendet werden“, sagt er.

„Ich nenne das Zweck-Mittel-Verschiebung: Es wird mittlerweile als Erfolg gewertet, dass überhaupt ein Kredit aufgenommen wurde“, sagt Philip Mader. Nicht mehr die Armutsbekämpfung stehe im Mittelpunkt, sondern die finanzielle Einbindung der Armen in die Kapitalmärkte. Und das bringt Profit: Waren es 2001 nur knapp drei Milliarden Dollar, wurden 2011 fast 90 Milliarden Dollar Kredite an über 200 Millionen Männer und Frauen weltweit vergeben. Bereits im Jahr 2010 betrugen die Einkünfte der Mikrofinanzbanken fast 20 Milliarden Dollar.

„Das Mikrofinanzsystem stellt eine transnationale Kette der Disziplinierung her, die im Interesse regelmäßiger Kapitalflüsse arme Menschen dazu bringt, ihre Gürtel noch enger zu schnallen und eine nennenswerte Summe an Mehrwert aus ihrer Arbeit abzutreten“, resümiert Mader in seiner Arbeit. Eine offene Diskussion über Mikrokredite und entwicklungspolitische Alternativen zu marktwirtschaftlichen Ansätzen hält er für dringend nötig.

Dieser Text stammt aus dem Magazin „enorm – Wirtschaft für den Menschen“.

Quelle

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Doku: Das Geld bleibt Im Dorf

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„Was ist das Geld morgen noch wert? Die globale Verunsicherung durch Bankenpleiten und Wirtschaftskrise gibt Initiativen Rückenwind, die sich wieder auf die Stärken der eigenen Regionen besinnen.
Sie unterstützen Landwirte und Handwerk in der Gemeinde und benützen dazu ergänzende Währungssysteme: Regiogelder oder Tauschsysteme. Investieren sie, lockt statt mickriger Sparbuchzinsen ein hoher Naturalzins.“

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Doku: Ohne Geld Leben! Eine Junge Familie Auf Neuen Wegen

Interessante Doku über einen Menschen, mittlerweile zu einer kleinen Familie geworden, der ohne Geld lebt. Und das nun schon seit 3.5 Jahren. Dass es dabei nicht um Ich-drücke-mich-vor-arbeiten geht, sondern um viel, viel mehr, wird schnell klar. Raphael Fellmer hat mit seinem Lebensstil seine Berufung gefunden, und tourt mittlerweile durch ganz Deutschland – auch weiterhin ohne Geld – um Menschen zu erzählen was er da macht und wieso, und hinterlässt mit Sicherheit bei jedem „Normalo“ ein Körnchen von dieser Lebenseinstellung. Klasse!

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We The People, And The Republic We Must Reclaim. Lawrence Lessig

Es ist ja für viele (kritische) Menschen nichts Neues, dass etwas falsch läuft in unserem (politischen) System. Dass ein Kreis von Abhängigkeiten, ein Teufelskreis entstanden ist zwischen Politikern und Menschen mit viel Geld („die Industrie“). Dass diese Situation in den USA noch viel drastischer ist, wird dem ein oder anderen auch klar sein, wenn man hört welche unglaubliche (UN)Summen in den USA für die Wahlen gesammelt und ausgegeben wird.
In seinem spannenden und teils amüsanten, aber sicher lehrreichen Vortrag erklärt Lawrence Lessig was falsch daran ist dass weniger als 0.5% der amerikanischen Menschen letzten Endes (aufgrund ihrer Geldspenden) bestimmen, wer sich überhaupt zur Wahl stellen kann.

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Film: Globalisierung nein danke! – Die Yes Men reparieren die Welt

Schon ziemlich lustig, aber auch traurig zugleich, wie da ein paar Menschen versuchen mit drastischen Mitteln Menschen klar zu machen was da bei uns momentan falsch läuft. Manchmal unglaublich was sich manche Menschen wagen zu machen, was aber auf der anderen Seite manche wiederum nicht machen (z.B. die Wahrheit sagen, sich entschuldigen) wenn’s um viel Geld geht.

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Podcast: Wer Regiert das Geld?

Bankenkrise, Weltwirtschaftskrise, Geldkrise, Vertrauenskrise. Nicht allen Menschen ist klar was momentan passiert, und noch wenigeren wohin der Zug fährt mit dem wir fahren. Aber eines ist vielen Menschen mehr oder minder klar geworden: Geld ist der Ausgangspunkt von unseren derzeitigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen. Ich habe vor vielen Jahren (15?) ein Buch gelesen über unser Geldsystem, und die „Tatsache“ dass es aufgrund des Zins- und Zinseszinssystems irgendwann zu einem Zusammenbruch kommen muss. Nun scheinen wir diesem Endpunkt ziemlich nahe gekommen sein. Dabei ist Geld an sich nichts Schlechtes. Margrit Kennedy erklärt in diesem Podcast (beim SWR, bei mir) was das grundsätzliche Problem ist und wo es Lösungen gibt. Sehr interessant.

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