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Al Gore’s „Immer noch eine unbequeme Wahrheit“ im Kino

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Der ehemalige US-Vizepräsident und Präsidentschaftskandidat Al Gore kämpft weiter gegen die Zerstörung unseres Planeten und warnt vor den drohenden Folgen der globalen Erwärmung. Elf Jahre nach „Eine unbequeme Wahrheit“ bereist Gore die Welt, um zu dokumentieren, was sich seitdem verändert hat – im Guten wie im Schlechten: Auf der einen Seite steht etwa das bahnbrechende Klimaabkommen von Paris und die umweltfreundliche Technologie, auf die viele Länder in den letzten Jahren umgestiegen sind, auf der anderen Seite sind die globalen Veränderungen durch den Klimawandel jedoch noch stärker geworden. Die Regisseure Bonni Cohen und Jon Shenk zeigen Gore jedoch auch dabei, wie er versucht, auf Politiker auf der ganzen Welt einzuwirken, oder wie er sich mit internationalen Klimaexperten austauscht.

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Präsentation: Humus – the essential ingredient. Graeme Sait

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Die Klimakrise stoppen – wie sollte das noch gehen? Ehrlich! In dieser Hinsicht bin ich ja Klimaskeptiker, als dass ich der Überzeugung bin, dass wir den Tanker schon zu lange und mit zu hoher Geschwindigkeit fahren, als dass wir seinen Kurs noch gravierend verändern könnten. Graeme Sait in seiner Präsentation nennt dazu auch eine Zahl: Selbst wenn wir morgen alle CO2-Emissionen einstellen würden, dann wäre in 200 Jahren die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre immer noch so hoch wie 1975. Und damit weiterhin viel zu hoch. Und das wäre, wenn wir morgen… Vielleicht sind wir in 50 Jahren bei -80%. Vielleicht…
Auch interessant: 476 Milliarden Tonnen CO2, die ursprünglich im Boden (also diesem meist krümeligen Gemisch aus Ton, Schluff und Lehm plus organischen Anteilen) waren, sind durch die Landwirtschaft in der Atmosphäre gewandert. Im Vergleich dazu machen sich die 250 Milliarden Tonnen, die durch die Verbrennung von Kohle und Erdöl in die Luft gepustet wurden, doch noch relativ klein aus.
50% aller der Menschen gemachten CO2 Emissionen haben die Ozeane absorbiert. Mit zukünftig verheerenden Folgen: Graeme Sait benennt diese Problematik als ernster und dringlicher als die Klimaveränderung! Denn durch das CO2 wird der Ozean saurer. Und das hat Auswirkungen auf z.B. die Korallen (was viele mittlerweile wissen), aber auch auf das Phytoplankton, welches wiederum 50% des Sauerstoff produzieren, den wir einatmen.
Ach so, bevor ich es vergesse: Es gäbe da vielleicht eine Lösung. Und das wäre der Aufbau von Humus. Mit einer veränderten Bearbeitung unserer Böden – wenn dies eine globale Aktion wäre – könnten wir es vielleicht schaffen, grosse Teile des CO2’s aus der Atmosphäre zu ziehen und diese im Boden zu binden. Darin sind sich viele Wissenschaftler einig (mehr dazu in den nächsten Wochen hier). Worauf warten noch?!

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Climate scientist James Hansen: We aren’t doing nearly enough to slow climate change

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Ich bin ja in dem Sinne Klima-Skeptiker, als dass ich weder daran glaube dass „wir“ – die Staaten der Welt – das unternehmen werden, was versprochen wurde („nicht mehr als 2°C Klimaerwärmung, und besser noch unter 1.5°C“); ich glaube auch nicht daran dass selbst wenn „wir“ diesen gigantischen Schritt vorwärts stemmen würden, die 2°C nicht geknackt werden. So sieht das wohl auch der weltbekannte ehemalige NASA Klimawissenschaftler James Hansen. (Hier als PDF.)

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Doku: Before the Flood. Leonardo di Caprio

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Dass Leonardo di Caprio nicht nur gut schauspielern kann, sondern es ernst meint mit schmelzenden Gletschern, zeigt jetzt auch seine Doku „Before the flood„. Sie zeigt recht eindrücklich sein Bemühen, die Situation besser zu verstehen – auch wenn er dafür um die Welt jetten muss. Zwar tritt dabei auch wirklich seine Unwissenheit oder Naivität zu Tage. Aber ich glaube dass der Film für amerikanische Verhältnisse revolutionär das Thema Klimaveränderung darstellt. Der Film lohnt sich in jedem Fall. Bewegend fand ich dann schon seinen Appell bei der UN am Ende des Films – in etwa so: Hey Leute, ist zwar schön dass ihr euch in Paris bei der Klimakonferenz nun endlich geeinigt habt, und euch verdient auf die Schultern klopft ob diesen Erfolges. Aber nun heisst es: Butter bei die Fische. Und nicht zurück lehnen und mal schauen wie ihr da konkreter werdet. Ihr seid verantwortlich für die Lebensverhältnisse zukünftiger Generationen. Jetzt!

Den Film gab’s einige Tage bei Youtube zum anschauen. Und auf Deutsch auch bei Spiegel TV. Da sind sie aber wieder verschwunden. Vielleicht tauchen sie wieder auf?

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Doku: Soil Carbon Cowboys

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Die Welt retten – d.h. u.a. die Klimaveränderung stoppen – und gleichzeitig bessere Ernten einfahren. Unter diesem Motto bewegt sich ziemlich viel im englisch-sprachigen Raum, unter dem Begriff des Carbon Farming. Auch Regenrative Agriculture hat einen ziemlich Schwerpunkt darauf – vielleicht weil sich das momentan so gut verkaufen lässt. In jedem Fall: Was so manche Menschen (z.B. Allan Savory) seit Jahrzehnten predigen, das scheint sich so langsam durchzusetzen. Naja, durchsetzen ist da sicher doch nicht das richtige Wort. In dieser kurzen Doku jedenfalls berichten ein paar Farmer in den USA über ihre Erfahrungen im Dreieck Mensch, Tier und Boden. Und diese Erfahrungen sind richtig, richtig, richtig gut!

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Douglas Tompkins, North-Face-Gründer & Naturschützer

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Der Gründer von North Face und Esprit, und Besitzer der Laguna Blanca, ist kürzlich verstorben. Ein Mensch, der viel bewegen wollte – und wohl auch viel bewegt hat. Der Aufkauf grosser Ländereien für die Etablierung von Nationalparks ist sicher ein Geschenk an die Erde. Inwieweit Menschen vor Ort daraus eher Schaden ziehen, kann ich nicht beurteilen. Die Heilung der Erde war ihm auch bei den Farmen die er kaufte, ein Anliegen – siehe eben die berühmt gewordene Laguna Blanca.

Die ZEIT hat ein interessantes Interview ein paar Wochen vor seinem Tod veröffentlicht. (PDF hier.)

Dass Technik die von uns verursachten (Umwelt)Probleme kaum lösen können, haben ja schon andere postuliert (Harald Welzer, Nico Paech). Hinter diesem Hintergrund finde ich die Aussage von Douglas Tompkins beachtenswert:

Das ist ja das Dilemma: Wenn Technologie ein Problem geschaffen hat, sehen viele Menschen keinen anderen Ausweg, als es mit der nächsten Technologie zu lösen. So machen wir uns immer abhängiger. Dieses System kann nicht reformiert werden, es ist das Gerüst der Zivilisation.

Wir müssen einfach aufhören, Maschinen und Technologie als Vorbilder unserer Entwicklung zu sehen. Klar, Kohleminen sind schlimm. Aber Windräder und Gaspipelines halten den Klimawandel und die Artenzerstörung nicht auf. Das Grundproblem bleibt der Ressourcenverbrauch.

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Lesenswerte Artikel

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Erderwärmung: Weltbank warnt vor wachsender Armut durch Klimawandel. Knapp 200 Staaten wollen in Paris eine gemeinsame Klimapolitik beschließen. Die Weltbank hat nun vor einem Scheitern der Gespräche gewarnt: Werde die Erderwärmung nicht gestoppt, könne das zusätzlich 100 Millionen Menschen in die Armut stürzen.

Schwarzes Eis: Grönlands dunkle Seite. Was geht vor auf Grönland? Der mächtige Eispanzer wird schwarz, die Schmelze beschleunigt sich. Forscher haben neun Ursachen ausgemacht.

Jadeabbau in Burma: Der Fluch des grünen Goldes. Das bettelarme Burma sitzt auf einem Milliardenschatz: Das Land hat das größte Jadevorkommen der Welt. Doch vom grünen Gold profitiert nur eine kleine Gruppe, die den Schmuckstein nach China verkauft – und eine zerstörte Umwelt hinterlässt.

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Zum Klima-Gipfel. Interessante Artikel

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Hat eigentlich jemand mal errechnet wie viel CO2 in die Luft gepustet wird, damit sich alle Regierungschef mit grossem Anhang, sowie die ganzen NGOs in Paris treffen können? Bei dieser Konferenz, wo wir vorher schon wissen, dass nicht viel bei heraus kommt? Ich persönlich habe da jegliche Hoffnung verloren, dass die Staatschefs zu guten Ergebnissen kommen werden – auch weil letzten Endes die Menschen dahinter (also: wir) unseren Lebensstil kaum ändern wollen. Das verlängerte Wochenende mal nach Barcelona, die lange Wintersaison auf Malta unterbrechen, ein neues (Benzin-sparendes oder sogar noch besser: Elektro-) Auto, ein neues Handy jedes Jahr, usw….. Wie soll da CO2 eingespart werden?

Jedenfalls, passend zum Gipfel, ein paar Verweise auf interessante Artikel.

Klimagipfel in Paris: Der Sinn des Irrsinns: Der Klimagipfel von Paris wird die Welt nicht retten. Es wird hier keinen Vertrag geben, der das Problem der Erderwärmung löst. Und trotzdem braucht es dieses Treffen.

Klimawandel: Wie ich einen Tag lang CO2 sparte: Zwei Wochen lang verhandeln Diplomaten auf dem Uno-Gipfel in Paris um die Klimazukunft der Erde. Die Autorin Carolin Wahnbaeck hat einen Tag lang mit sich selbst gerungen, um ihre CO 2 -Bilanz zu verbessern. Am Ende wurde es grundsätzlich.
„Ein Flug – und fast alle anderen CO2-Einsparungen im Alltag verblassen dagegen“, sagt Michael Bilharz, Experte für den CO2-Rechner vom Umweltbundesamt. Zwar seien kleine Maßnahmen wie die ausgeschaltete Kaffeemaschine oder das einmal stehen gelassene Auto sicher sinnvoll. „Was aber wirklich zählt, sind die Grundsatzentscheidungen rund um die Themen Verkehr, Heizung, Fleischkonsum und Haushaltsgroßgeräte“, sagt Bilharz.

Kapitalismus-Kritik: „Nur arme Staaten sollten wachsen“:
Flüchtlinge, Klimawandel, Bankenbeben – die großen Krisen hängen eng zusammen, sagt der Nachhaltigkeitsforscher Reinhard Loske. Er prophezeit das Ende der weltweiten Wachstumspolitik und fordert eine radikale Reform des Kapitalismus.

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Lesenswerte Artikel

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Meeresforschung: Plastikmüll hat die Arktis erreicht. Eigentlich wollten die Polarforscher Meeressäuger und Seevögel beobachten – doch dann zählten sie auch Müll. Selbst im hohen Norden treibt Kunststoffschrott im Wasser und wird zur Gefahr für die dort lebenden Arten.

Umweltkatastrophe in Indonesien: Ein Land ringt nach Luft. Brandrodung und Dürre haben in Indonesien eine Klimakatastrophe ausgelöst, die globale Auswirkungen haben könnte. Millionen Menschen leiden unter beißendem Smog, auch seltene Wildtiere wie der Orang-Utan sind bedroht.

Klima: China stößt weitaus mehr Kohlendioxid aus als bekannt. Chinas riesiger Treibhausgas-Ausstoß bestimmt wesentlich, wie stark sich das Klima erwärmen wird. Jetzt wird bekannt: Die CO2-Emissionen liegen um ein Sechstel höher als angegeben.

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Da haben wir es: Die globale Erwärmung erreicht die Ein-Grad-Schwelle

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Die Weltgemeinschaft möchte die globale Erwärmung auf zwei Grad begrenzen. Neue Daten zeigen: Die Hälfte ist erreicht. 2015 dürfte die Ein-Grad-Marke knacken. Das ist zwar teils „nur“ möglich gewesen dank El Nino. Jedoch: Es gab ja nun schon früher viele El Ninos, und die 1°-Marke wurde nie überschritten. Tja, wir sind auf dem besten Wege zu Klimaveränderungen, die dramatische Auswirkungen haben werden. Das 2°C-Ziel ist, meiner Meinung nach, so gut wir komplett unrealistisch. Wer fängt denn nun wirklich an, weniger CO2 in die Luft zu blasen? Gerade erst wurde ja vorgerechnet, dass China sogar noch höhere Emissionen hat als die Zahlen die angegeben wurden. Und von einer Reduzierung sind wir in fast allen Ländern der Erde weit entfernt.

Hier der Artikel im Spiegel, hier in der englischen Quelle.

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Eisfreie Antarktis: Die Weltuntergangsprognose. Was geschähe, würde die Menschheit alle Vorräte an Kohle, Öl und Gas verbrennen? Simulationen zeigen: Das Antarktiseis würde komplett tauen, der Meeresspiegel um mehr als 50 Meter steigen. Eine sinnvolle Prognose?

Eisschwund: Rekordsommer lässt Alpengletscher schrumpfen. Das Jahr 2015 könnte das heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnung werden, prognostizieren Geoforscher. Der diesjährige Rekordsommer macht sich auch in den Alpen bemerkbar: Die Gletscher haben viel Masse verloren.

Weltmeere: Fischbestände haben sich binnen 40 Jahren halbiert. Umweltverschmutzung, Klimawandel, Überfischung – die Folgen für den marinen Lebensraum sind dramatischer als befürchtet. Ein neuer Report des WWF zeigt: In den vergangenen 40 Jahren schrumpften die Fischbestände um über die Hälfte.

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Kohlekraftwerke: Gabriel verkündet Abkehr von Klimaschutzzielen: Das Klimaziel der Bundesregierung ist nicht mehr zu halten. Das hat Wirtschaftsminister Gabriel nach SPIEGEL-Informationen intern eingeräumt. Grund ist vor allem die Weigerung des Ministers, alte Kohlemeiler abzuschalten.

Temperatur-Rekord: Ozeane sind so warm wie nie: Die Temperatur im Oberflächenwasser der Ozeane hat 2014 ein Rekordhoch erreicht. Forscher sind alarmiert: Erwärmt sich die Erde nach einer mehrjährigen Pause doch wieder?

Hochhauspreis für „Bosco Verticale“: Die Besten sind grün: Zwei riesige Gebäude – und knapp 800 Bäume an der Fassade: Der Wohnhauskomplex „Bosco Verticale“ in Mailand ist mit dem Internationalen Hochhaus Preis ausgezeichnet worden.

Foto: Stefano Boeri Architetti@Flickr

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What’s possible: The U.N. Climate Summit Film

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Den „world leaders“ beim Vereinten Nationen Klimagipfel in New York präsentiert, zeigt dieser kurze inspirierende Film dass wir das Problem der Klimaveränderung lösen können. Allerdings: Was so schön mit tollen Bildern rüber kommt und mit der Stimme von Morgan Freeman erzählt, ist so einfach nicht. Aber: Wir können alle dazu beitragen, dass es in diese Richtung geht. Und ach ja: Permakultur ist dafür ein äusserst wichtiger Baustein.

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Doku: Unsere Meere – schön und gefährdet.

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Gute Doku bei Arte über unsere Meere, wie viel – oder eher wie wenig – wir über sie wissen, welche Gefahren durch z.B. Klimaerwärmung und Versauerung der Ozeane bestehen, und was wir dagegen machen können.

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Buch: Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming

Screen Shot 2014-02-26 at 10.59.04Zweifel säen – das ist die Profession so manch eines (Pseudo)Wissenschaftlers. Und es braucht deren nicht viele, um Wahrheiten zu untergraben. Vom Tabak hin zur globalen Klimaerwärmung: Die Methoden sind immer die Gleichen, manchmal auch die Menschen dahinter. Da werden politische Seilschaften geflochten und Beziehungen genutzt, viel Geld in angeblich wissenschaftlich-objektive Institute gesteckt, manch einem Wissenschaftler seine Forschungsarbeiten und sein Gehalt bezahlt, damit am Ende die offensichtlichen Erkenntnisse angezweifelt werden können. In ihrem Buch „Merchants of Doubt – How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming“ (Amazon, Buch7) erzählen Naomi Oreskes und Erik Conway wie in einem Krimi die Geschichte des Kampfes der Tabakindustrie in den 1950-70er Jahren, der Industrie gegen den Sauren Regen und das Ozonloch, bis hin zur Klimaveränderung. Spannend und aufschlussreich!

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Buch: Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends. Josef Reichholf

Screen Shot 2014-01-02 at 21.22.29Was haben die Machtverschiebung im Mittelalter von Spanien nach England, der Einfall der Mongolen in Europa und die Pest gemeinsam? Dass sie stark vom Klimawandel beeinflusst waren. Erst mit den Verschiebungen im Wettergeschehen, mit veränderten Temperaturen und Regenfällen, lassen sich viele der geschichtlichen Geschehnissen gut erklären. Josef Reichholf gibt dazu in seinem Buch „Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends“ sehr fundiert Hinweise und liefert Erklärungen. Damit erscheinen die Veränderungen im Mittelalter und der Neuzeit in einem ganz anderen Licht. Inwieweit das Klima die Geschichte geprägt hat, ist mir vorher nicht klar gewesen. Sehr interessantes Buch für jeden der sich mit den Auswirkungen des Klimas auf den Menschen (und seine Geschichte) auseinander setzen mag.

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Buch: Selbst Denken. Harald Welzer

Screen Shot 2013-10-14 at 21.02.47Gerade ein wunderbares Buch gelesen, was mich tief bewegt und zugleich bestätigt in meinem derzeitigen Entwicklungsprozesses: „Selbst denken“ von Harald Welzer. Es dreht sich stark um Fragen wie „Kann Wachstum nachhaltig sein? Kann unser Wohlstandsmodell, auch ohne Wachstum, nachhaltig sein? Kann eine „Grosse Transformation“ mit den derzeitigen Mitteln, wie z.B. Techniken der erneuerbaren Energien, nachhaltig sein? Was brauchen wir damit Wissen zu Handeln führt (schliesslich wissen wir mehr als genug über unser negativen Einflüsse auf die Natur)? Wie könnte ein Nachhaltiges Gesellschafts- (und damit auch Wirtschafts-) model aussehen?“

Anstatt einer Rezension, hier nun einige Zitate aus dem Buch. Natürlich mit dem Nachteil dass sie aus dem Zusammenhang gerissen hier nun vereinzelt stehen. Aber ich denke sie geben einen sehr guten Einblick in das Denken des Autors.

„Die Wirklichkeit, die besteht in dem schlichten Umstand, dass eine endliche Welt keinen Raum für unendliches Wachstum bereithält, weshalb man konsequenterweise dazu übergegangen ist, nicht mehr, wie früher, im Raum, sondern in der Zeit zu expandieren.“

„Als einzige Ressource zur Erzeugung globalen Mehrwerts verbleibt nur die Zukunft. Die Kultur des ALLES IMMER verbraucht die Zukunft derjenigen, die das Pech hatten, später geboren zu sein als Sie.“

„…bemerken die allerwenigsten Menschen, dass sie aktive Teile einer Kultur sind, die permanent ihren Ressourcenbedarf erhöht, obwohl sie ihrem Selbstbild nach längst „grün“, „nachhaltig“ oder gar „klimabewusst“ ist.“

„Bei Harley kaufen sie ein Lebensgefühl und bekommen noch kostenlos ein Motorrad dazu.“

„Deshalb greift alle grüne Kritik an der ressourcenübernutzenden Kultur und jede Forderung nach mehr Nachhaltigkeit in der Wachstumswirtschaft gleich zweimal daneben: Erstens geht es heute nicht mehr um Korrekturen, sondern um eine Umkehr, und zweitens nicht um die Frage, was es zu vermeiden, sondern was es zu erhalten gilt.“

„… dass Umweltbewusstsein und Handeln nur entfernt miteinander zu tun haben können und davon, dass das Unbehagen, das mitunter entsteht, wenn man Dinge tut, die eigentlich falsch sind, ausgesprochen leicht zu bewältigen sind.“

„Teil des Problems ist überdies die falsche Annahme, negative Argumente könnten proaktive Handlungen motivieren“.

„Jede Kultur stattet ihre Mitglieder mit Verhaltens-, Erwartungs- und Gefühlsstandards aus, die ihre Wirksamkeit gerade daraus beziehen, dass man sich gewöhnlich nie Rechenschaft über sie abgelegt hat. Daher erreichen Bemühungen um die Veränderung solcher Standards überhaupt nichts, wenn sie nur auf der kognitiven Eben ansetzen. … Weil Habitusprägungen jenseits der Bewusstseinsschwelle verlaufen, bleibt es in der Regel auch erfolglos, an „Einsicht“ und „Vernunft“ zu appellieren. … Einsicht dringt meist nicht bis zum Verhalten vor, weil das Verhalten nicht auf Einsicht beruht. So einfach ist das.“

„Der Glaube zum Beispiel, man könne auf der Grundlage von wissenschaftlichem Wissen – zum Beispiel über gefährliche Klimaerwärmung – eine „grosse Transformation“ einläuten und mit einem Wandel des Energiesystems die wesentlichen Zukunftsprobleme moderner Gesellschaften bewältigt haben, ist naiv. Tatsächlich würde das Gegenteil der Fall sein: Würde man nämlich die Nutzung fossiler Energien vollständig durch die Nutzung erneuerbarer Energie ersetzen, gäbe es hinsichtlich der Expansion von rohstoffintensiven Ernährungs-, Wohn- und Mobilitätsstilen kein Halten mehr, denn schliesslich wäre die zu deren Erzeugung benötigte Energie dann ja unbegrenzt verfügbar. … Eine gelingende „Energiewende“ in der falschen Kultur kann in der Konsequenz zu einer Erhöhung der Zerstörungskraft der bestehenden Praxis führen, also gerade nicht zu einer Transformation.“

„Es geht weniger positiv um die Frage, wie die Gesellschaft sein solle und zu denken wäre, sondern negativ und immer präsentistisch darum, wie sie gerade nicht sein sollte. Demgemäß richteten sich die Anstrengungen primär gegen die Auswüchse von Produktion und Entsorgung, nicht auf die Wirtschaftsformen und Produktionsverhältnisse, noch weniger auf Gegenentwürfe nachhaltiger Wirtschafts- und Gesellschaftsformen.“

„Die Vorraussetzung für einen nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen ist ihr sozialer Gebrauch, nicht die physikalisch mögliche Effizienz ihrer Nutzung. Je mehr Material oder Energie in einer expansiven Kultur verfügbar ist, desto mehr wird konsumiert – umgekehrt wird desto mehr Material und Energie genutzt, je effizienter sie generiert werden. Ökonomen nennen das den „Rebound-Effekt“. Effizienzsteigerung gehört zum Industriekapitalismus wie Kapital und Arbeitskraft, sie ist eine Bedingung seines Funktionierens. So gesehen, ist auch das viel-gepriesene „Grüne Wachstum“ nur mehr vom Gleichen: Wirtschaftswachstum durch Steigerung von Effizienz, ganz was Neues.
Eine Kultur, die nicht dem expansiven, sondern einem reduktiven Paradigma folgen würde, wäre an Effizienzsteigerungen gar nicht interessiert: Sie würde nämlich darüber befinden, was sie für ihre Vorstellung von gutem Leben braucht, und danach ihren Mitteleinsatz bestimmen.“

„Will man soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit im globalen Massstab, hilft alles nichts: Dann muss man die Komfortzone verlassen, auf Wohlstand verzichten, abgeben, andere Modelle des Verteilens, Wirtschaftens und Lebens entwickeln.“

„Erst wenn ein achtsamer Umgang mit Ressourcen und ein entsprechender Lebensstil nicht mehr „gedacht“ werden, sondern fragloser Teil lebensweltlicher Praxis sind, ist man in der nachhaltigen Modernen angekommen.“

Möglichkeitssinn (vs Wirklichkeitssinn): eine Fähigkeit, „alles, was ebensogut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist.“ Das ist ein faszinierender Gedanke, weil er folgenreich ist: Sobald eine Möglichkeit gedacht wird, tritt ja eine weitere Variante neben die gerade vorhandene Wirklichkeit.“

„Soziale Transformationen sind ungleichzeitig; zunächst werden die sogenannten „first movers“ als Spinner betrachtet, dann als Avantgarde, dann als Vorbilder. Man braucht daher auch keinen Mehrheiten, um Gesellschaften zu verändern; andere kulturelle Modelle und Praktiken diffundieren dann in die Gesamtgesellschaft, wenn sie von Minderheiten in allen relevanten gesellschaftlichen Schichten getragen werden. Drei bis fünf Prozent der Bevölkerung reichen unter dieser Vorraussetzung, um einen tiefgreifenden und nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel in Gang zu setzen.“

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Buch: Wir Schwätzer im Treibhaus. Warum die Klimapolitik Versagt. Marcel Hänggi

Screen Shot 2013-10-14 at 20.52.01Das Buch „Wir Schwätzer im Treibhaus. Warum die Klimapolitik Versagt“ von Marcel Hänggi ist ein (trauriger aber erhellender) Bericht über die letzten 20 Jahre der Klimadebatte, und warum wir heute eigentlich keinen Schritt weiter sind als vorher. Dabei spielt die Politik und die grosse Industrie eine entscheidende Rolle, aber auch der Otto-Normal-Verbraucher, der auch weiterhin nicht auf seinen Konsum, seinen Ferienflug, ein neues (Energie-sparendes!) Auto usw. verzichten will. Marcel Hänggi hat sehr gut die tieferen Gründe dieser „Blockade“ heraus gearbeitet und setzt sich intensiv mit grundlegenden Faktoren unserer Gesellschaft auseinander. Sehr gutes Buch!

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