schloss tempelhof

Der Versuch eines anderen Lebens. Schloss Tempelhof im ZDF

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Wir – die Gemeinschaft Schloss Tempelhof, und ganz speziell meine Familie – bekamen letztes Jahr im Herbst Besuch vom ZDF. Ein kleiner Bericht für den Länderspiegel wurde produziert, mit der Frage „Was treibt anscheinend ’normale‘ Menschen in das Leben in Gemeinschaft? Was macht das Leben dort aus?“. Es wurde einiges gedreht, viel gefragt, aber es kam dann doch nur wenig in den Bericht. Dafür ist er denn auch kurz und knackig, gerade mal sechs Minuten lange. Wie in dieser kurzen Zeit jedoch die Frage sinnvoll beantwortet werden soll, bleibt mir ein Rätsel.

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Seminar: Permakultur und Landwirtschaft

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Permakultur ist ein Konzept zur nachhaltigen Lebensraumgestaltung und Landnutzung. Wie kann das Permakultur-Konzept zu einer verlässlichen Lebensmittelversorgung beitragen und nicht nur auf kleinere und grössere Gärten sondern auch auf grössere landwirtschaftlich genutzte Flächen angewendet werden? Am Beispiel der ökologischen Landwirtschaft und des Gemüseanbaus der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof entdecken wir die Möglichkeiten, wie Permakultur im grösserem Stile angewendet und umgesetzt werden kann. Wir lernen die Formen der Gestaltung und Anbaumethoden kennen, die für Erwerbsbetriebe und große Selbstversorger(gruppen) geeignet sind. Es werden auch einige Betriebe und Beispiele aus Mitteleuropa vorgestellt, die Erfahrungen mit Themen wie Minimale Bodenbearbeitung, Gemüse-Mulchanbau und Agroforstsysteme haben.

Termin: 31.7.-2.8.2015
Kosten: 150 € (Vergünstigungen für z.B. Studenten auf Anfrage)
Verpflegung: (Biologische Vollwertkost, die größtenteils aus eigenem Anbau stammt (Frühstück, Mittagessen, Abendessen und Pausenverpflegung): 32 € pro Tag
Unterkunft: je nach Unterbringung: http://www.schloss-tempelhof.de/veranstaltungen/gastehaus/
Anmeldung: Bei der Permakultur-Akademie.

Referenten:
Burkhard Kayser freiberuflicher Berater für nachhaltige Landnutzung, Agroforstsysteme und Permakultur-Designer. Er arbeitet seit 1988 praktisch und konzeptionell am Thema Permakultur, das er in anschaulicher Form in den Kursen und Beratungen vermittelt. www.kayser.bio

Stefan Schwarzer ist Physischer Geograf mit einem Studienschwerpunkt auf systemischen/vernetzten Denken. Er arbeitet seit 14 Jahren für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Genf, und beschäftigt sich dort v.a. mit (national bis) globalen Umweltthemen. Die „Entdeckung“ der Permakultur vor einigen Jahren war wie ein Déjà-vu des vernetzten Denkens, was zu einer tiefen, begeisterten Auseinandersetzung mit der PK zur Folge hatte. Die Verbindung globaler Interessen und Ziele mit lokalen Handlungen, z.B. in Form von grossflächiger Permakultur, ist eines seiner Hauptanliegen. Er lebt seit Ende 2012 in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof. www.lebensraum-permakultur.de/blog

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Seminar: Grundlagenkurs Permakultur am Schloss Tempelhof

Einführungskurs Permakultur

Ich biete mit Judit Bartel von der Permakultur-Akademie ein Einführungsseminar „Permakultur“ in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof an:

Vernetzen, Verknüpfen, Verbinden
Uns wird immer klarer, dass das über die letzten Jahrzehnte entwickelte und gelebte Wirtschaftssystem nicht nachhaltig und zukunftsträchtig ist. Zu groß ist der Verbrauch natürlicher Ressourcen, zu gravierend die negativen Auswirkungen auf die Umwelt, zu unsozial die Auswüchse der Geldverteilungsmaschinerie. Doch: Wie kann eine andere Welt aussehen? Was muss bedacht werden, um langfristig stabile ökonomische, ökologische, kulturelle und soziale Systeme zu entwickeln?
Die Permkaultur kann hierauf vielfältige Antworten geben, aber besser noch: Sie bietet uns eine Vielzahl an Gestaltungsprozessen und Analysemethoden, um Systeme so zu verändern und zu entwickeln, dass sich selbst erhaltende, organische Kreisläufe entstehen. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, hat sie sich inzwischen zu einem Denkprinzip entwickelt, welches Brücken bildet über die Landwirtschaft hinweg zu Bereichen wie Hausbau, Energiev- ersorgung, Landschaftsplanung bis hin zur Gestaltung sozialer Räume.
In unserem Grundlagenkurs möchten wir euch zeigen, was die ethischen Grundlagen der Permakultur sind, wollen euch mit praktischen Übungen die Gestaltungsprinzipien und -methoden vertraut machen und anhand von anschaulichen Beispielen eine Vorstellung von der Vielfalt permakultureller Anwendungsfelder vermitteln. Wir können am Beispiel der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof konkret erleben, wie Permakultur ganz praktisch aussieht. Die Beis- piele reichen von kleinen Elementen wie Hügelbeeten über einen kleinen Waldgarten bis hin zu einer permakulturell orientierten Landwirtschaft wie auch dem sozialen Leben in Gemeinschaft.

Permakultur-Grundlagenkurs in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof
Datum: 6.-8.2.2015
Kursleitung: Judit Bartel, Stefan Schwarzer
Anmeldung: Permakultur-Akademie

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Seminar: Grundlagenkurs Permakultur am Schloss Tempelhof

Einführungskurs Permakultur

Ich biete mit Judit Bartel von der Permakultur-Akademie ein Einführungsseminar „Permakultur“ in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof an:

Vernetzen, Verknüpfen, Verbinden
Uns wird immer klarer, dass das über die letzten Jahrzehnte entwickelte und gelebte Wirtschaftssystem nicht nachhaltig und zukunftsträchtig ist. Zu groß ist der Verbrauch natürlicher Ressourcen, zu gravierend die negativen Auswirkungen auf die Umwelt, zu unsozial die Auswüchse der Geldverteilungsmaschinerie. Doch: Wie kann eine andere Welt aussehen? Was muss bedacht werden, um langfristig stabile ökonomische, ökologische, kulturelle und soziale Systeme zu entwickeln?
Die Permkaultur kann hierauf vielfältige Antworten geben, aber besser noch: Sie bietet uns eine Vielzahl an Gestaltungsprozessen und Analysemethoden, um Systeme so zu verändern und zu entwickeln, dass sich selbst erhaltende, organische Kreisläufe entstehen. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, hat sie sich inzwischen zu einem Denkprinzip entwickelt, welches Brücken bildet über die Landwirtschaft hinweg zu Bereichen wie Hausbau, Energiev- ersorgung, Landschaftsplanung bis hin zur Gestaltung sozialer Räume.
In unserem Grundlagenkurs möchten wir euch zeigen, was die ethischen Grundlagen der Permakultur sind, wollen euch mit praktischen Übungen die Gestaltungsprinzipien und -methoden vertraut machen und anhand von anschaulichen Beispielen eine Vorstellung von der Vielfalt permakultureller Anwendungsfelder vermitteln. Wir können am Beispiel der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof konkret erleben, wie Permakultur ganz praktisch aussieht. Die Beis- piele reichen von kleinen Elementen wie Hügelbeeten über einen kleinen Waldgarten bis hin zu einer permakulturell orientierten Landwirtschaft wie auch dem sozialen Leben in Gemeinschaft.

Permakultur-Grundlagenkurs in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof
Datum: 26.-28.9.2014
Kursleitung: Judit Bartel, Stefan Schwarzer
Anmeldung: Permakultur-Akademie

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Doku: Lebenslinien. Agnes‘ neue Welt

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Agnes Schuster sucht lange nach einem Lebensmodell, das ihre Sehnsucht nach gemeinschaftlichem Leben und Arbeiten erfüllt. Nach vielen Zwischenstationen wird diese Utopie Realität. Heute lebt Agnes mit 80 Erwachsenen und 40 Kindern in Schloss Tempelhof. Interessante Doku über die Biografie einer der Mitbegründerinnen des Tempelhofes und eines Menschen mit vielen Visionen.

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Doku: Menschen hautnah. Einfach Glück. Eine Reise mit Anke Engelke

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Anke Engelke reist durch Deutschland und erlebt verschiedene Facetten des Glücks. Am Ende ihrer Reise sagt sie: „Egal, was das Leben einem so vor die Füße wirft, ich habe begriffen, dass man mit dem Glück auch zusammen arbeiten kann. Wenn man nämlich merkt, dass man sich gerade nicht wohlfühlt, dann: Los! Sich selber und anderen was gönnen.“ Sie besucht drei verschiedene Projekte, unter anderem die Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof. Schön, der Satz mit dem sie abschliesst: „Die wollen kein besseres Leben, sondern eine bessere Welt.“

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Artikel: Gemeinschaft Tempelhof – Ein Glücksfall

„Gemeinschaft Tempelhof – Ein Glücksfall“ von David Rotter. Original bei Sein.de.

Die Gemeinschaft Schloss Tempelhof ist ein Experiment in Vielfalt. Die junge Gemeinschaft probt eine Gesellschaft jenseits von Hierachie und Ideologie. Gelingt das? Wir haben sie besucht.

Gemeinschaften – nicht immer einfach

So sehr ich die Idee von Gemeinschaften unterstütze und zeitweise auch selbst nach einer gesucht habe – ehrlich gesagt war ich nach einigen Erfahrungen mit verschiedenen Gemeinschaften desillusioniert und enttäuscht. Wo auch immer ich etwas genauer hinter den Vorhang geschaut hatte – es zeigten sich oftmals sehr ähnliche Muster.

Da sind die Gemeinschaften, die von charismatischen Guru-Persönlichkeiten geführt werden und ein mehr oder minder hierarchisches System aus Anführern und Anhängern darstellen – was mit meinem Verständnis von Gemeinschaft leider nicht viel gemein hat. Dann solche Gemeinschaften, die mit großen Visionen und Träumen begonnen werden, aber leider ohne viel Fundament in der materiellen Wirklichkeit und so entweder schnell verschwinden oder sich in einem endlosen Überlebenskampf befinden – so dass sie nie wirklich erblühen können und ungefähr den Charme einer langsam vertrocknenden Zimmerpflanze versprühen. Und dann sind da noch diejenigen Gemeinschaften, die durch eine starke religiöse oder politische Ideologie zusammengehalten werden, bei der ich persönlich – wie immer, wenn zu viele Menschen das Gleiche reden und glauben – klaustrophobische Zustände kriege.

So reiste ich mit einiger Skepsis in der Gemeinschaft Tempelhof an: In welche Kategorie würde wohl diese Gemeinschaft fallen?

Schloss Tempelhof – Experiment Vielfalt

Um es vorweg zu nehmen: Tempelhof ist ein echter Glücksfall unter den Gemeinschaften, der alle diese „Fallen“ erfolgreich vermieden hat. In meinen Gesprächen mit den verschiedenen Bewohnern hätte ich immer wieder begeistert in die Hände klatschen und ihnen auf die Nase küssen mögen: Ja. Ja, ja, ja: Endlich mal eine Gemeinschaft, die es richtig macht!

Wenn ich meinen Eindruck in zwei Worten beschreiben sollte, wäre es „Experiment Vielfalt“. Es sind am Tempelhof keine Anführer erkennbar und auch keine Ideologie. Hier leben der Veganer und der Selbst-Schlachter, die Bauwagen-Hippies und erfolgreiche Geschäftsleute, pragmatische Handwerker-Typen und kristallene Esoteriker offensichtlich glücklich miteinander. Zwölf Menschen im Alter von 30 – 70 Jahren haben eine Vermögensgemeinschaft gegründet und teilen damit Ihr Vermögen und Unvermögen, ihre Schulden und Rücklagen, Einkommen und Ausgaben,andere legen großen Wert auf ihr Privates. Einige Menschen befassen sich mit dem Thema freie Liebe, andere leben in monogamen Kleinfamilien. Alles kann, nichts muss. Und trotz all dieser Unterschiede sind die Verbundenheit und die Begeisterung für die gemeinsame Vision fühlbar. Was die Menschen verbindet, ist eine gemeinsam gelebte Frage: „Was passiert, wenn wir uns einfach mal wirklich begegnen, in diesem Raum von Respekt, Wertschätzung, Menschlichkeit und Liebe, der uns alle verbindet?“

Dieser Raum, der größer ist, als jedes geistige, politische Dogma oder theoretische Glaubensvorgaben irgendwelcher Art. „Wir erkennen in dieser Vielfalt gleichzeitig – jeder auf seine Weise – eine geistige Wirklichkeit an, die größer ist, als unsere ganz persönliche.“ schreibt die Gemeinschaft auf ihrer Webseite. Es ist klar: Der Tempelhof ist keine einsame Insel für sektiererische Weltflüchtler, sondern will ein wirkliches Experimentierfeld für eine neue Gesellschaft sein – mit all ihrer Vielfalt, ihren Konflikten, Unterschieden und Widersprüchen.

Echte Begegnung

Wenn man bedenkt, wie viele Gemeinschaften schon am Klo- und Küchendienst scheitern, scheint es fast wie ein Wunder, das dies tatsächlich gelingt. Ist es aber nicht. Es ist vielmehr das Ergebnis von Hingabe und aufrichtiger Arbeit an sich selbst. Die Gemeinschaft arbeitet an sich, jeder Einzelne für sich, und gemeinsam am kollektiven Feld. Das ist herausfordernd, manchmal anstrengend, oft ungewohnt. Es gibt intensive Gruppenprozesse – und vor allem eine sehr aufrichtige Kommunikation.

Ich war mehrfach beeindruckt von der offenen, ehrlichen Art des Miteinanders. Kritik und Lob werden sofort ausgesprochen, es ist extreme Ehrlichkeit und Transparenz gefragt, die möglichst wenig Raum für Hintenrum und Unausgesprochenes lässt. Das muss man lernen: Wer ist es schon gewohnt, seine Meinung immer zu sagen – oder Kritik liebevoll aber ungeschönt ins Gesicht gesagt zu bekommen? Wo in unserer Gesellschaft ist es schon normal, sich in die Augen zu sehen, und zu sagen, was man wirklich denkt, immer?

Mit dem „Wir-Prozess“, dem wöchentlichen Sozialforum und einigen anderen Werkzeugen wird dieses neue Miteinander gelernt, das vieles so viel einfacher macht, aber eben auch oftmals Mut erfordert: Mut sich zu öffnen und zu zeigen, Mut zu sagen und zu vertreten, was man wirklich fühlt und denkt, ohne den Kontakt zum Gegenüber zu verlieren und den gemeinsamen Raum zu verlassen. Mut vor allem dazu, immer wieder nach Innen zu sehen, was das alles mit einem Selbst zu tun hat, ehrlich zu sich selbst zu sein und nicht zu projizieren.

Schloss Tempelhof – All Leaders

Ein weiteres Prinzip, das mindestens ebenso herausfordernd ist, heißt „Group of all Leaders“ – alle sind der Anführer. Alle Entscheidungen in Schloss Tempelhof werden im Konsens getroffen und jede/r Einzelne hat ein Vetorecht und damit auch die Macht, jede einzelne Entscheidung zu blockieren – dann aber auch die Verantwortung an einer konstruktiven Lösung für alle mitzuarbeiten. Was das bei 120 Menschen bedeutet, kann man sich vielleicht vorstellen.

In verschiedenen Gesprächen mit Menschen stieß ich immer wieder auf das Erstaunen darüber, wie viel dieses Prinzip wirklich von uns verlangt – Erstaunen darüber, wie sehr wir es gewohnt sind, zu folgen, entscheiden zu lassen, nicht Verantwortung tragen zu müssen. Eine Frau schilderte es so: „Wenn alle anderen blau schön finden und blau haben wollen, stehe ich dann auf und sage als Einzige: ‚Es tut mir leid Leute, ich fühle das nicht, ich kann meine Zustimmung nicht geben.‘? Da ist so viel Angst. Angst sich zu isolieren, nicht mehr geliebt zu werden, von der Gruppe ausgestoßen zu werden. Ich hatte viele schlaflose Nächte deswegen.“

Zu erleben, dass es okay ist, dass es respektiert wird, dass man wirklich sein darf, braucht oft Zeit. Und man muss es wirklich zu wollen. Einfach nur mitzulaufen ist am Tempelhof auf Dauer keine Option: Du trägst Verantwortung dafür, in deine Kraft zu kommen. Wir brauchen dich. Entsprechend viele starke Persönlichkeiten habe ich dort getroffen.

Für die eigene Bewusstseinsentwicklung Verantwortung zu übernehmen ist gleich der erste Punkt, der Übereinkunft, auf die sich die Bewohner geeinigt haben: „Ich trage zur Erweiterung des menschlichen Bewusstseins, einschließlich meines eigenen Bewusstseins bei und gebe mein Bestes alle persönlichen Einstellungen oder Verhaltensmuster, die diesem Ziel nicht dienen, zu erkennen und zu verändern.“

Die Kerngruppe und die Basisdemokratie

All Leaders bedeutet auch, dass es keine Platzhirsche geben darf – in anderen Gemeinschaften sind das oftmals die Gründer. Auch bei der Gemeinschaft Tempelhof gab es eine Gründungs-Gruppe von etwa 20 Menschen, die auch wichtige Positionen bekleidete. Aber mit diesem Jahr sind viele Mitglieder dieser Gruppe von wichtigen Funktionen zurückgetreten: Die Struktur der Gemeinschaft muss fließen, Positionen wechseln, es soll sich keine wie auch immer geartete Form von Hierarchie oder Machtstruktur bilden.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit Gemeinschaften habe ich sehr großen Respekt vor diesem Schritt. In den meisten Gemeinschaften fällt es den Gründern sehr schwer, die Gemeinschaft wirklich an die Gruppe zu übergeben, nicht mehr „oben“ zu sein, vorzudenken oder zu führen. Selbst bei allen Beteuerungen von Basisdemokratie sind oft sehr subtile Mechanismen am Werk, die eben doch wieder die alte Struktur im neuen Gewand hervorbringen.

Keine starren Machtstrukturen zuzulassen, heißt auch keine wirtschaftliche Macht zuzulassen. Unter den Gründern ist ein sehr wohlhabender Geschäftsmann, der die Gemeinschaft leicht durch sein Privatvermögen hätte finanzieren können. Hat er aber nicht. Zwar kann weiteres Geld als Schenkgeld in die Stiftung eingebracht werden. Aber die Gemeinschaft legt wert darauf, dass niemand durch seine finanzielle Beteiligung eine besondere Stellung bekommt.

All dies sind nur Beispiele dafür, wie ernst die Gemeinschaft ihre Vision nimmt, alte Machtstrukturen zu transzendieren und sich auf Augenhöhe zu begegnen.

Schloss Tempelhof – Utopie auf einem soliden Fundament

Eine Gemeinschaft ist immer auch ein Ort, an dem Utopien lebendig sein müssen. Man darf auch mal ein Luftschloss bauen, aber das Fundament muss stimmen. Bei allem Idealismus vergessen zu viele Gemeinschaften, dass sie eben doch noch eingebettet sind in ein altes System, das sie zwar vielleicht zu überwinden suchen, aber nicht einfach ignorieren können. Kurz: Oft scheitert die beste Idee am Geld.

Schloss Tempelhof ist einen Weg gegangen, der auch einige Kritik eingebracht hat. 30.000 Euro muss man schon in der Annäherungszeit mitbringen, wenn man einsteigen will. Das Geld wird dann bei der Aufnahme als Genossenschaftseinlage verbucht, wodurch man außerdem ein lebenslanges Wohnrecht erhält.

Auch das Aufnahmeverfahren selbst ist nicht ganz einfach: Erst ein Einführungsseminar, dann zwei Intensiv-Prozesse, dann eine Annäherungszeit von 12 Monaten. Nach jedem Schritt entscheidet die bestehende Gemeinschaft im Konsens, ob der Interessent weitermachen darf.

Durch diesen Prozess wuchs und wächst die Genossenschaft sehr stabil. Das Verfahren stellt sicher, dass neue Menschen wirklich in die Gemeinschaft passen und die finanzielle Beteiligung hat das Gute, dass die Gemeinschaft heute über genug Mittel verfügt, um wirklich blühen zu können und Experimente mit neuen Wirtschaftsformen machen kann.

Diese Vorgehensweise haben andere Gemeinschaften als elitär bezeichnet, tatsächlich wirkt sie sehr gesund. In Zukunft möchte die Gemeinschaft mehr Menschen aufnehmen, die in schwierigen Situationen sind, Menschen mit weniger Einkommen, Rentner, vor allem das mobile Wohnen in Bauwägen soll ausgebaut werden. Aber damit eine Gemeinschaft das tragen kann, braucht es einen stabilen Kern – sonst bricht sie unter der Last zusammen. Ein Fehler, den schon manche Gemeinschaft gemacht hat.

Leben am Schloss Tempelhof: Bedarfseinkommen und Grundeinkommen

Wer am Tempelhof einzieht, muss finanziell für sich selbst sorgen können. Zwar gibt es mittlerweile einige Arbeitsplätze vor Ort und es werden ständig neue geschaffen, aber längst nicht für alle. Tempelhof hat sich eigens eine Hochgeschwindigkeits-DSL-Leitung verlegt, so dass es überall schnelles Internet gibt, was die Gemeinschaft auch für Internet Selbstständige interessant macht. Andere pendeln oder haben allein oder gemeinsam verschiedene Firmen gegründet.

Mittlerweile bemüht sich die Gemeinschaft, das alte Geld-Paradigma zu überwinden. So gibt es ein Bedarfseinkommen – anteilig oder in einigen Fällen auch schon ganzes – für 35 Menschen , die am Tempelhof direkt arbeiten. Ziel ist „sich von der Verknüpfung von Geld und Wert zu lösen …. Nicht die Menge der Arbeitsstunden oder die gesellschaftlich höher bewertete Arbeit bestimmt über den Verdienst“, sondern eben der Bedarf. Eines von vielen Experimenten der Gemeinschaft, um die Grenzen des Geldsystems aufzuweichen. Da gemeinsam nur ausgeben kann, was eingenommen wurde, ist der Aufbau einer sinnvollen Ökonomie enorm wichtig.

Sogar ein Bedingungsloses Grundeinkommen zahlt die Gemeinschaft versuchsweise jedes Jahr an ein Mitglied, um zu erforschen, was das mit einem Menschen macht – eines der interessantesten Gespräche, die ich am Tempelhof hatte. Es war faszinierend zu hören, welche emotionalen und psychologischen Prozesse durch ein Grundeinkommen in Gang gesetzt werden – viel mehr, als wir vermuten würden.

Eine andere Gruppe hat sich zu einer Vermögensgemeinschaft zusammengeschlossen und ist dabei, alle Einkünfte und alles Vermögen in einen Topf zu werfen, aus dem sich jeder nimmt, soviel er will und braucht. Das ist ebenso ein wirtschaftliches wie ein spirituelles Experiment: Es geht vor allem um Vertrauen.

Ziemlich gutes Essen!

Solche Experimente gibt es noch einige, sie sind alle nur möglich, weil für das Grundsätzliche gesorgt ist. Die Gemeinschaft hat in den gerade mal drei Jahren ihres Bestehens sehr sorgfältig zuerst die notwendigen Dinge geregelt: bankenfreies Geld, eigene Landwirtschaft, Energieversorgung, Wohnraum.

Insgesamt 26 ha Grün- und Ackerland, rund um das Dorf gelegen, werden biologisch bewirtschaftet. In der Gärtnerei werden über 40 Gemüsesorten und zahlreiche Kräuter im Freiland und in 3 großen Gewächshäusern angebaut. Mehrere Getreidesorten liefern das Mehl für Brot, Nudeln und natürlich Kuchen. Eine große Ziegenherde, Schafe, Hühner und Bienen bringen die Gemeinschaft in den Genuss von Milchprodukten, Fleisch, Eiern und Honig, für die Versorgung mit Obst werden derzeit Streuobstwiesen in der Umgebung gepachtet. Die Gemeinschaft ist was Nahrungsmittel betrifft fast autark, das Gemüse wird auch an ein nahegelegenes Bio-Restaurant und in einem Hofladen verkauft.

Es gibt drei Mahlzeiten am Tag in der Gemeinschaftsküche, größtenteils vegetarisch, mit veganen Optionen und am Rande zum Festtagsbuffet. Wer mal nicht im großen Kreis essen will, zum Beispiel nur mit den eigenen Kindern, holt sich Gemüse aus der Küche und kocht eben zuhause. Zwang gibt es am Tempelhof fast nirgendwo. In den 275 Euro Solidarbeitrag für den Versorgerkreis im Monat ist das alles abgedeckt, Kinder essen kostenlos.

Zeit, zu blühen.

Die Pflicht ist also fast erledigt, nun folgt die Kür. Im letzten Jahr hat die Gemeinschaft ihre eigene Freie Schule eröffnet – ein großer Traum der Eltern am Platz und ein voller Erfolg. „Unsere Kinder sind glücklich, wollen am liebsten keine Ferien haben, sondern immer in die Schule gehen!“ schreibt mir eine begeisterte Mutter. Nach so kurzer Zeit schon eine eigene Schule zu haben, ist eine ziemlich beachtliche Leistung, wenn man die deutschen Zulassungsverfahren und die finanziellen Hürden kennt, die damit zusammenhängen.

Vision der Gemeinschaft ist, von der Geburt bis zur Sterbebegleitung alle Bereiche des Lebens abzudecken. Baustein für Baustein kommt nun dazu – der nächste ist ein Waldkindergarten. Gleichzeitig soll es kulturell noch Bunter werden, Schönheit und spirituelle Erfüllung sind der Gemeinschaft wichtig und dafür ist jetzt, Zeit und Raum da.

Wie in vielen anderen Gemeinschaften, wird auch Tempelhof zur Zeit vor allem durch den Seminar- und Gästebetrieb getragen, der sich in 2 Jahren bereits gut etabliert hat und neben der Vernetzung mit anderen zivilgesellschaftlichen Strömungen und der Verbreitung eines sinnvollen Zukunftsmodells, ein wichtiges Standbein zum finanziellen Gelingen darstellt. Im Zentrum stehen dabei Veranstaltungen, die auch die Ausrichtung des Projekts widerspiegeln – so gibt es Zusammenarbeit mit Artabana, mehr Demokratie, Transition Towns, der Sinnstiftung von Gerald Hüther, der Permakulturakademie und GEN , aber auch Tanz- und Musikfestivals und im Sommer ein großes Kinder- und Jugendprogramm. Es ist ein Glück für die Gemeinschaft, dass der Seminarbetrieb ihre „Pionierphase“ bereits so gut trägt – und damit den Raum öffnet, weitere Betätigungsfelder der Gemeinschaft zu eröffnen.

Es sind auch kleine Dinge, die beeindrucken und zeigen, wie gut die Gemeinschaft organisiert ist. Überall auf dem Gelände stehen Autos des eigenen Car-Sharings, das auch über eine eigene Autowerkstatt verfügt. Es gibt Handwerker aus allen Bereichen, einen Einkaufsladen, Yoga- und Meditationsräume, eine Bibliothek, eine Kleiderkammer und viele solcher Kleinigkeiten mehr, die zeigen, dass die gerade mal drei Jahre alte Gemeinschaft schon in manchen Details angekommen ist.

Große Erwartungen

Ich habe bis jetzt in Deutschland noch nichts wirklich Vergleichbares gesehen und bin sehr gespannt, was aus diesem Projekt werden wird. Bisher hat die Gemeinschaft sehr vieles richtig gemacht und vor allem aus den Fehlern anderer großer Gemeinschaften gelernt. Wie es weitergeht, weiß niemand und das ist gerade der springende Punkt dieses Projekts: Alles kann jederzeit passieren, jede Idee kann jederzeit umgesetzt werden – wenn alle zustimmen. Welche wirtschaftliche oder politische Ausrichtung das Projekt morgen haben wird, entscheiden alle gemeinsam im Konsens. Das ist ein großes Vertrauen in die Intelligenz der Gruppe und eine ziemlich inspirierende Grundstimmung: „Hier kann einfach alles passieren!“

Ich bin mir sicher, dass diese Menschen noch viele Experimente unternehmen werden, von denen wir alle profitieren können. Sie sind wild entschlossen, das alte System zu transzendieren und sie haben auch verstanden, dass eine Menge in uns passieren muss, damit das Neue außen gelebt werden kann. Vor allem dafür haben Gemeinschaften meinen größten Respekt: Hier wird die Zukunft geprobt, echte Alternativen gelebt. Wir kennen die Gesellschaft von morgen noch nicht, und es braucht Experimente wie dieses, in denen wir Erfahrungen sammeln können, die sich irgendwann, hoffentlich, auf die Gesellschaft als Ganzes übertragen lassen.

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Seminar: Grundlagenkurs Permakultur am Schloss Tempelhof

Einführungskurs Permakultur

Vernetzen, Verknüpfen, Verbinden
Uns wird immer klarer, dass das über die letzten Jahrzehnte entwickelte und gelebte Wirtschaftssystem nicht nachhaltig und zukunftsträchtig ist. Zu groß ist der Verbrauch natürli- cher Ressourcen, zu gravierend die negativen Auswirkungen auf die Umwelt, zu unsozial die Auswüchse der Geldverteilungsmaschinerie. Doch: Wie kann eine andere Welt aussehen? Was muss bedacht werden, um langfristig stabile ökonomische, ökologische, kulturelle und soziale Systeme zu entwickeln?
Die Permkaultur kann hierauf vielfältige Antworten geben, aber besser noch: Sie bietet uns eine Vielzahl an Gestaltungsprozessen und Analysemethoden, um Systeme so zu verändern und zu entwickeln, dass sich selbst erhaltende, organische Kreisläufe entstehen. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, hat sie sich inzwischen zu einem Denkprinzip entwickelt, welches Brücken bildet über die Landwirtschaft hinweg zu Bereichen wie Hausbau, Energiev- ersorgung, Landschaftsplanung bis hin zur Gestaltung sozialer Räume.
In unserem Grundlagenkurs möchten wir euch zeigen, was die ethischen Grundlagen der Permakultur sind, wollen euch mit praktischen Übungen die Gestaltungsprinzipien und -methoden vertraut machen und anhand von anschaulichen Beispielen eine Vorstellung von der Vielfalt permakultureller Anwendungsfelder vermitteln. Wir können am Beispiel der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof konkret erleben, wie Permakultur ganz praktisch aussieht. Die Beis- piele reichen von kleinen Elementen wie Hügelbeeten über einen kleinen Waldgarten bis hin zu einer permakulturell orientierten Landwirtschaft wie auch dem sozialen Leben in Gemeinschaft.

Permakultur-Grundlagenkurs in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof
Datum: 26.-28.9.2014
Kursleitung: Judit Bartel, Stefan Schwarzer
Anmeldung: Permakultur-Akademie

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Wissenschaftliche Studien

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Themen wie “Nachhaltigkeit”, “ökologische Landwirtschaft” und sogar die “Qualität unserer Böden” rücken einer immer breiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein. Manchmal bin ich enttäuscht über das (langsame) Tempo dieser Entwicklung, habe ich doch meine erste Seminararbeit während meines Studiums der Angewandten Physischen Geografie 1994 über “Potentiale der ökologischen Landwirtschaft” geschrieben – ein Thema welches mir seit dieser Zeit am Herzen liegt.

Nun bin ich über Umwege (u.a. Universität Genf und Umweltprogramm der Vereinten Nationen in Genf) zur Permakultur gekommen, mit der ich mich seit einiger Zeit sehr intensiv befasse und zur Vertiefung der Kenntnisse nun auch die Fortbildung zum Diplom-Permakultur-Designer angefangen habe. Ausserdem hat es mich, von Genf kommend, nach Süddeutschland verschlagen (Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof), wo ich mit anderen Menschen in einem sozial-ökonomischen-ökologischen Zukunftsprojekt mitlebe und -arbeite. U.a. bewirtschaften wir ~30 ha Fläche mit ökologischer Anbaumethoden.

Unser Ziel in der Landwirtschaft ist es mittels verschiedener Ansätze und Methoden – Hecken pflanzen, pfluglose Bodenbearbeitung, Mulchen, Agroforst / Waldgarten, Teichbau – zu einer nicht nur gefühlten sondern auch messbaren Verbesserung der Lebens- und Wachstumsbedingungen von Tieren und Pflanzen beizutragen. Und gerade dieser Punkt des Quantifizierens ist bisher im Bereich der Permakultur zu kurz gekommen. Begleitende wissenschaftliche Studien sind kaum erstellt worden, vermutlich weil es sich zum einen bisher eher um ein Randthema handelte und zum anderen die Permakultur (zumindest in Europa und den USA) nur relativ kleinflächig (Stichwort “Selbstversorgung”) praktiziert wurde. Ausserdem ist es immer schwierig zu fassen was (im Nachhinein) wirklich Permakultur ist. Sinnvolle Indikatoren der Veränderungen können z.B. der Humusanteil im Boden, die Zahl der Bodenlebewesen, die Wasserhaltekapazität des Bodens, die Zahl der Insekten und Vögel, nährstoffliche Veränderungen des Gemüses, der Ernteertrag, Input-Output-Analyse, usw. sein. Im wissenschaftlichen Kontext ist der Begriff der Agrar-Ökologie gut bekannt. Obwohl nicht gleichzusetzen mit Permakultur, so sind dies doch zwei sich stark überschneidende Ansätze.

Zusätzlich zu dem oben genannten wären Untersuchungen zum Thema „ökologischer Fussabdruck“ sicherlich sehr spannend. Hierbei wäre die Sicherstellung unsere Grundbedürfnisse interessant (Versorgung mit Lebensmitteln, zum großen Teil ja lokal und ökologisch; das Wohnen in isolierten und un-isolierten Gebäuden; das Heizen (noch komplett mit Erdöl); …) wie auch das private Leben und der Genuss (wie z.b. Verwendung von Auto und Flugzeug).

Auch wäre es sehr spannend der Idee einer Regionalen Währung nachzugehen.

Unsere Idee wäre diese Veränderung der ökologischen Bedingungen durch unsere Permakultur-Aktivitäten über die nächsten Jahre wissenschaftlich begleiten zu lassen. Dies könnte im Rahmen von Geländepraktika von Universitätsstudenten, von Diplom- und Doktorarbeiten zu bestimmten Themen sein. Bereits in den letzten zwei Jahren wurden von verschiedenen Universitäten wissenschaftliche Arbeiten in anderen Themenbereichen bei uns durchgeführt, wie Dorfplanung, architektonische Aufmessungen an denkmalgeschützten Gebäuden oder Raumanalysen.

Wir würden uns freuen wenn dieses Thema der aktiven Nachhaltigkeitsgestaltung unserer Produktionssysteme mittels fundierter, wissenschaftlicher Daten bei Studierenden auf Interesse stoßen würde. Bitte dann einfach eine Mail an mich senden.

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Permakultur am Tempelhof (Lebensgemeinschaft)

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Mein Leben am Schloss Tempelhof, einer Lebensgemeinschaft mit circa 85 Erwachsenen und 25 Kindern, dreht sich neben Beruf und den vielen „sozialen“ Aktivitäten stark um die Permakultur. Wir, als Permakultur-Gruppe, Themen wie Vielfalt und Nachhaltigkeit zu bewegen, und haben in diesem Sinne mehrere Projekte angeschoben und umgesetzt. Da ist z.B. der wunderschöne Kräutergarten mit einer grossen Anzahl Pflanzen v.a. für unsere Tee-Produktion; da ist die 400m lange, drei-reihige Feldhecke; da ist die „Wallhecke“, ein Beispiel für eine Obstbaumlebensgesellschaft und der Beginn eines kleinen Waldgartens. Auch unsere Landwirtschaft ist im permakuluturellen Sinne aktiv, mulcht ganze Hekatre, arbeitet zum grossen Teil mit pflugloser Bodenbearbeitung, säht mehrere Samen beim Getreideanbau zusammen aus, usw.

Hier nun ein kleiner Video-Beitrag zu unseren Aktivitäten, den wir an zwei Momenten recht schnell und ohne grosse Überlegungen zusammen gestellt haben.

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Eröffnung der Privaten Schule für Freie Entfaltung am Tempelhof

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„Eine Schule mitten im Dorf und ein ganzes Dorf, das zum Lernort für die Schüler wird. Dieser Traum ist für die Bewohner der Tempelhofgemeinschaft jetzt wahr geworden. Am Donnerstag wurde sie feierlich eröffnet.“

„Der Wandel in der Welt braucht die Kinder. Begeisterung und Freude sind gesünder als zu tun, was wir nicht wollen, als Leistungsdruck und Konkurrenz“, sangen Liedermacherin Rike Martin und Tempelhofschülerin Annika Mühlich. Mit ihrem Lied bündelten sie all die Ideen, die in das Experiment Schule für freie Entfaltung Schloss Tempelhof eingeflossen sind. Das Experiment ist jetzt freilich keines mehr: Seit acht Wochen läuft der Schulbetrieb mit 21 Kindern zwischen fünf und 16 Jahren.

Einen roten Faden im eigenen Leben finden

Die Gemeinschaft Tempelhof in der Gemeinde Kreßberg versteht sich als Zukunftswerkstatt. „Wir sind Menschen, die neue Wege gehen, die experimentieren, die Zukunft gestalten wollen. Da ist die Bildungsfrage eine ganz zentrale“, erklärt Roman Huber, Vorstand der Genossenschaft. Deshalb sei die Gründung einer Schule, in der Kinder selbstbestimmt lernen können, von Anfang an ein wichtiges Ziel gewesen. „Die Schule, die wir hier haben, soll den Kindern die Chance geben, schon am Anfang ihres Lebens ihren persönlichen roten Faden zu finden“, so Huber.

Als großes Glück, riesige Herausforderung und „eine wundervolle Aufgabe, die uns an unsere Grenzen bringt“, bezeichnete Marie Luise Stiefel die Eröffnung der Schule. Die Vorsitzende des Trägervereins erinnerte an die lange Planungsphase, die der Schulgründung vorausging und an die vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die für die Konzepterstellung, die Renovierung des Schulhauses und die Einrichtung der Schule geleistet wurden. Rund 100.000 Euro wurden bereits im Vorfeld in das Projekt Schule gesteckt. Zuschüsse gab es dafür nicht. Das Geld stammt aus dem Freundeskreis, aus zinslosen Darlehen und von vielen Spendern. „Die Schulgründung ist auch ein Ausdruck einer gelebten Schenkkultur“, betonte Marie Luise Stiefel.

Situation in der Nachbarschaft ist ernst

In die Freude über die Erfüllung des Traumes einer eigenen Schule mischte sich aber auch Bedauern über die Veränderung der Schullandschaft an den staatlichen Schulen. „Wir würden unbelasteter die Eröffnung feiern, wenn die Situation für die Schulen in unserer Nachbarschaft nicht so ernst wäre“, sagte Marie Luise Stiefel. Bereits jetzt gibt es eine Kooperation mit der Schule am Kreßberg. Die Schüler der Tempelhofschule dürfen die Fachräume nutzen, die sie selbst nicht haben. Eine weitere Zusammenarbeit sei geplant, so Stiefel.

In seinem schriftlich übermittelten Grußwort wünschte Bürgermeister Robert Fischer (er war auf Dienstreise) der privaten Grund- und Werkrealschule gutes Gelingen und dass die Schüler hier eine gute Grundlage für ihren späteren Lebensweg erhalten mögen. „Vielleicht gehen von dieser Schule neue Impulse für unser Bildungssystem aus und wir schaffen es eines Tages die gelegentlich aufkommenden ideologischen Unterschiede zwischen einer staatlichen und einer privaten Schule zu überwinden“, so Fischer.

Die Schüler wirkten bei der Eröffnungsfeier kräftig mit. Sie hatten verschiedene Kuchen gebacken, die in der Kaffeepause zur Stärkung gereicht wurden und lauschten während der Ansprachen am Bühnenrand oder lagen den Rednern zu Füßen. Sie organisierten eine Tombola und zeigten bei der abschließenden Zirkusshow, die sie selbst erdacht und einstudiert hatten, dass sie jede Menge Spaß und Freude an ihrem Tun haben.

Quelle

Grundsätze der Schule für freie Entfaltung

Der Impuls zum Lernen geht vom Kind aus, das aufgrund seiner Innensteuerung Lernwünsche ausdrückt, um sich zu vervollkommnen. Die Motivation zum Lernen kommt vom Kind selbst. Die Schule bietet den Freiraum, die eigenen Lernimpulse ungestört zu verfolgen.

Der Impuls zum Lernen geht vom Kind aus, das aufgrund seiner Innensteuerung Lernwünsche ausdrückt, um sich zu vervollkommnen.

Die Motivation zum Lernen kommt vom Kind selbst. Die Schule bietet den Freiraum, die eigenen Lernimpulse ungestört zu verfolgen. Es gibt keine organisatorischen, methodischen oder inhaltlichen Vorgaben.

Lernen im echten Leben statt in inszenierten Situationen: Das ganze Dorf ist Schule. Die Kinder lernen an verschiedenen Lernorten im praktischen Tun. Jahrgangsübergreifendes Lernen: Kinder aller Klassenstufen finden sich in verschiedenen Forschergruppen, Arbeitsgemeinschaften oder Projekten zusammen.

Lernen in Demokratie: Schüler bereiten die wöchentliche Schulversammlung vor und stimmen gleichberechtigt mit den Lernbegleitern über die anstehenden organisatorischen, sozialen und inhaltlichen Fragen ab.

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Artikel: Vom Großstädter zum Landei – Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof

„Auf dem Tempelhof leben Menschen verschiedenen Alters im Einklang mit der Natur, ihren Mitmenschen und sich selbst. Das Projekt ist mit 20 Bewohnern gestartet und bekommt immer mehr Zulauf.

Es ist nicht allein die Lust am Landleben, die 110 ganz unterschiedliche Menschen in einen kleinen Weiler der Gemeinde Kreßberg zog. Es ist auch Lust an Gemeinschaft und an sozialer Verantwortung. Doch das Land, auf dem sie leben, das sie behutsam bestellen und das sie alle nährt, spielt eine entscheidende Rolle.

Rund um das kleine Dorf Tempelhof grünt und blüht es, die Ziegen weiden vor dem Eingangstor und die Bienen summen. Im Dorf selbst gibt es neben dem herrlichen Schlossbau und anderen historischen Gebäuden noch einige Bausünden jüngerer Epochen: Versiegelte Flächen, asbestgedämmte Häuser, unschöne Architektur. Seit die Bewohner vor zwei Jahren hier einzogen, haben sie viel saniert, renoviert und neu gestaltet.

Jetzt wurden in einer Mammutaktion die Außenanlagen auf Vordermann gebracht. Rund hundert Landschaftsgärtner der Bundesarbeitsgemeinschaft selbstverwalteter Gartenbaubetriebe (BASEG) sind aus ganz Deutschland angereist, um am Tempelhof lebendigen Dorfraum zu schaffen. Ehrenamtlich wurden eine Woche lang Wege angelegt und Natursteinmauern gesetzt, Beete geschaffen und bepflanzt und Sitzmöbel aus Holz gebaut. „Durch das Projekt sind wir mit den Außenanlagen einen Riesenschritt vorangekommen“, sagt Agnes Schuster, Aufsichtsrätin in der Schloss Tempelhof Genossenschaft. Während des BASEG-Sommerprojekts gab es für die Tempelhofler einen Vorgeschmack auf das künftige Dorfleben, das langfristig auf bis zu 300 Bewohner anwachsen soll.

Am Anfang hatten zwanzig Menschen – zumeist Großstädter – eine Vision vom gemeinsamen Leben. Sie machten sich auf die Suche nach einem Ort, wo sie ökologisch nachhaltig, sozial gerecht und sinnerfüllt leben könnten. Anfang 2010 wurden sie fündig: Das verlassene Dorf Tempelhof in der Nähe von Crailsheim, das im Laufe der Jahrhunderte schon eine wechselvolle Geschichte als Gutshof, Lustschloss, Kindererziehungsanstalt, Alters- und Behindertenwohnheim hinter sich hatte, wurde für das öko-soziale Mehrgenerationenprojekt „In Gemeinschaft leben“ Lebensmittelpunkt. Zum Tempelhof gehören 30 Hektar Boden, verschiedene Gebäude und landwirtschaftliche Flächen. Das Dorf wird gemeinsam aufgebaut und das Land gemeinsam bewirtschaftet. Jeder bringt sich nach seinen Fähigkeiten ein. Und plötzlich werden aus bekennenden Großstädtern überzeugte Landeier.

Dass die Menschen sich wieder mit dem Land, auf dem sie leben, verbinden, das ist eines der wichtigsten Anliegen der Tempelhofler. Es ist ein Zurück zu einer Lebensweise, die heute fast vergessen scheint: Eine nachhaltige Landwirtschaft mit biologischem Anbau regionaler Produkte, die selbst verzehrt oder direkt an andere weitergegeben werden. „Wir streben ein gesundes, gutes Leben in unserem kleinen Dorf an“, sagt Schuster und mit einem Blick über den Tempelhof und seine Ländereien fügt sie an: „In einem Appartement in der Stadt würde ich Platzangst kriegen.“

Schuster ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Das arbeitsreiche Landleben ihrer Kindheit unterscheidet sich jedoch sehr von dem Leben, das sie jetzt auf dem Land führt – in dem Arbeit für- und miteinander als Ausdruck einer tiefen inneren Essenz gilt. Sie schätzt es, die Früchte von den eigenen Feldern, aus den Gärten und Gewächshäusern ackerfrisch auf den Teller zu bekommen. „Richtig frischen Salat zu schmecken, das ist der Luxus der Einfachheit“, so Schuster.

„Für mich bedeutete das Land früher Angst vor Isolation und verkrusteten Strukturen“, sagt Jonas Dörfler, der seit 24 Jahren als Stadtplaner in Regensburg arbeitet. „Mir war immer klar: Aufs Land trau ich mich nur in Gemeinschaft.“ Der 51-Jährige traute sich und er bereute den Schritt nicht. Heute hat er beides: Er pendelt zum Arbeiten in die Stadt und lebt in der Gemeinschaft auf dem Land. „Durch das Landleben habe ich einen veränderten Blick auf die Stadt bekommen. In der Stadt umkreisen Investoren, Verkehrsströme und fremdbestimmte Mechanismen die menschlichen Inseln. Hier auf dem Land ist die menschliche Insel in einen Freiraum eingebettet.“

Birgit Fischer gehört zum sechsköpfigen Küchenteam, das täglich drei Mahlzeiten für alle Tempelhofbewohner zubereitet. „Wir schauen jeden Tag, was gerade reif ist. Das nehmen wir und kochen damit etwas Leckeres. Es ist eine große Freude, mit frischen Zutaten aus unserem Eigenanbau ein schmackhaftes Essen zuzubereiten“, sagt die gebürtige Hohenloherin.

Im ersten Jahr hat die Tempelhofgemeinschaft vor allem in die Landwirtschaft investiert. Die Bewirtschaftung des Landes dient der Selbstversorgung mit biologischen Lebensmitteln, was bereits zu 60 Prozent gelingt und der Wiederherstellung natürlicher Kreisläufe. Michael Stang (46) kümmert sich um die Bienen, die Obstbäume und die Maschinen. „Ich habe bereits mein Studium und anschließende Praktika darauf ausgerichtet, möglichst viel zu lernen, was man für ein autonomes Leben auf dem Land braucht“, sagt der Diplom-Biologe. Mit minimalem Maschineneinsatz bewirtschaften die Tempelhofler 14 Hektar Ackerfläche und ebenso viel Grünland, zweieinhalb Hektar Gemüseanbau sowie zwei Streuobstwiesen. Außerdem werden Ziegen, Schafe und Hühner gehalten.

Während die Versorgung mit Nahrung im dritten Jahr des öko-sozialen Projektes bereits gut klappt, gibt es im Bereich Energieversorgung noch Nachholbedarf. Doch auch das soll sich bald ändern. Thomas Waldhubel ist an der Entwicklung eines Energiekonzeptes beteiligt, das den Tempelhof unabhängig von fossilen Energieträgern machen soll. Die Planungsphase ist fast abgeschlossen, nun geht es an die Umsetzung. Der Psychologe und Supervisor hat 40 Jahre in Berlin gelebt. „Ich bin froh, dass ich den Großstadtdschungel hinter mir gelassen habe“, sagt er. „Hier sein und etwas Sinnhaftes tun zu können, betrachte ich als großes Geschenk.“

Das Landleben hat für die Tempelhofler einen hohen Lustfaktor: Weitab von der Hektik des Alltags, klare Luft zu atmen und die Natur im Jahreslauf zu erleben. Mit ihren Händen bearbeiten sie das Land. Und weil sie sich die Arbeit teilen – und manchmal durch engagierte Landschaftsgärtner unterstützt werden – wird sie für den Einzelnen tragbar. So funktioniert das Projekt Tempelhof: Sinnvoll auf und mit dem Land leben, Gutes hinterlassen und füreinander da sein. Und wie steht es mit dem Landfrust? Den muss man hier lange suchen.“

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Posted by Stefan in Artikel, Gemeinsam Leben, Landwirtschaft, Soziale Permakultur, Wohnen, 0 comments

Permakultur-Seminar mit Josef Holzer am Schloss Tempelhof

Josef Holzer kommt im Mai zur Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof. Vier Tage Grundlagen Theorie- und Praxis-Kurs, mit kleinem Schwerpunkt „Wasser“. Vermutlich mit dem Wieder-Entstehenlassen eines Bauchlaufs, kleinem Teichbau und anderen Aktivitäten. Kompakt wird’s sein, mit vielen Infos und regem Austausch. Zur Anmeldung geht’s hier. Zum PDF Flyer hier.

Posted by Stefan in Garten, Gemeinsam Leben, Landwirtschaft, Tiere, 0 comments

Doku: Ein Dorf entsteht || Schloss Tempelhof

Dies ist der dritte, aber eigentlich der erste Teil der Doku-Serie über den Schloss Tempelhof (Doku 2 hier; Doku 3 hier). Gerade erst wenige Wochen oder Monate nach dem Einzug gewährt uns die Gemeinschaft Einblicke in die Ideen, Motivation und Vision der Mitglieder. Eine inspirierende, motivierende und auch nachdenklich-machende Doku. Sendung vom SWR Fernsehen, 30. Mai 2011

Posted by Stefan in Doku, Gemeinsam Leben, Soziale Permakultur, Wohnen, 0 comments