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Permakultur am Tempelhof (Lebensgemeinschaft)

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Mein Leben am Schloss Tempelhof, einer Lebensgemeinschaft mit circa 85 Erwachsenen und 25 Kindern, dreht sich neben Beruf und den vielen „sozialen“ Aktivitäten stark um die Permakultur. Wir, als Permakultur-Gruppe, Themen wie Vielfalt und Nachhaltigkeit zu bewegen, und haben in diesem Sinne mehrere Projekte angeschoben und umgesetzt. Da ist z.B. der wunderschöne Kräutergarten mit einer grossen Anzahl Pflanzen v.a. für unsere Tee-Produktion; da ist die 400m lange, drei-reihige Feldhecke; da ist die „Wallhecke“, ein Beispiel für eine Obstbaumlebensgesellschaft und der Beginn eines kleinen Waldgartens. Auch unsere Landwirtschaft ist im permakuluturellen Sinne aktiv, mulcht ganze Hekatre, arbeitet zum grossen Teil mit pflugloser Bodenbearbeitung, säht mehrere Samen beim Getreideanbau zusammen aus, usw.

Hier nun ein kleiner Video-Beitrag zu unseren Aktivitäten, den wir an zwei Momenten recht schnell und ohne grosse Überlegungen zusammen gestellt haben.

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Eröffnung der Privaten Schule für Freie Entfaltung am Tempelhof

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„Eine Schule mitten im Dorf und ein ganzes Dorf, das zum Lernort für die Schüler wird. Dieser Traum ist für die Bewohner der Tempelhofgemeinschaft jetzt wahr geworden. Am Donnerstag wurde sie feierlich eröffnet.“

„Der Wandel in der Welt braucht die Kinder. Begeisterung und Freude sind gesünder als zu tun, was wir nicht wollen, als Leistungsdruck und Konkurrenz“, sangen Liedermacherin Rike Martin und Tempelhofschülerin Annika Mühlich. Mit ihrem Lied bündelten sie all die Ideen, die in das Experiment Schule für freie Entfaltung Schloss Tempelhof eingeflossen sind. Das Experiment ist jetzt freilich keines mehr: Seit acht Wochen läuft der Schulbetrieb mit 21 Kindern zwischen fünf und 16 Jahren.

Einen roten Faden im eigenen Leben finden

Die Gemeinschaft Tempelhof in der Gemeinde Kreßberg versteht sich als Zukunftswerkstatt. „Wir sind Menschen, die neue Wege gehen, die experimentieren, die Zukunft gestalten wollen. Da ist die Bildungsfrage eine ganz zentrale“, erklärt Roman Huber, Vorstand der Genossenschaft. Deshalb sei die Gründung einer Schule, in der Kinder selbstbestimmt lernen können, von Anfang an ein wichtiges Ziel gewesen. „Die Schule, die wir hier haben, soll den Kindern die Chance geben, schon am Anfang ihres Lebens ihren persönlichen roten Faden zu finden“, so Huber.

Als großes Glück, riesige Herausforderung und „eine wundervolle Aufgabe, die uns an unsere Grenzen bringt“, bezeichnete Marie Luise Stiefel die Eröffnung der Schule. Die Vorsitzende des Trägervereins erinnerte an die lange Planungsphase, die der Schulgründung vorausging und an die vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die für die Konzepterstellung, die Renovierung des Schulhauses und die Einrichtung der Schule geleistet wurden. Rund 100.000 Euro wurden bereits im Vorfeld in das Projekt Schule gesteckt. Zuschüsse gab es dafür nicht. Das Geld stammt aus dem Freundeskreis, aus zinslosen Darlehen und von vielen Spendern. „Die Schulgründung ist auch ein Ausdruck einer gelebten Schenkkultur“, betonte Marie Luise Stiefel.

Situation in der Nachbarschaft ist ernst

In die Freude über die Erfüllung des Traumes einer eigenen Schule mischte sich aber auch Bedauern über die Veränderung der Schullandschaft an den staatlichen Schulen. „Wir würden unbelasteter die Eröffnung feiern, wenn die Situation für die Schulen in unserer Nachbarschaft nicht so ernst wäre“, sagte Marie Luise Stiefel. Bereits jetzt gibt es eine Kooperation mit der Schule am Kreßberg. Die Schüler der Tempelhofschule dürfen die Fachräume nutzen, die sie selbst nicht haben. Eine weitere Zusammenarbeit sei geplant, so Stiefel.

In seinem schriftlich übermittelten Grußwort wünschte Bürgermeister Robert Fischer (er war auf Dienstreise) der privaten Grund- und Werkrealschule gutes Gelingen und dass die Schüler hier eine gute Grundlage für ihren späteren Lebensweg erhalten mögen. „Vielleicht gehen von dieser Schule neue Impulse für unser Bildungssystem aus und wir schaffen es eines Tages die gelegentlich aufkommenden ideologischen Unterschiede zwischen einer staatlichen und einer privaten Schule zu überwinden“, so Fischer.

Die Schüler wirkten bei der Eröffnungsfeier kräftig mit. Sie hatten verschiedene Kuchen gebacken, die in der Kaffeepause zur Stärkung gereicht wurden und lauschten während der Ansprachen am Bühnenrand oder lagen den Rednern zu Füßen. Sie organisierten eine Tombola und zeigten bei der abschließenden Zirkusshow, die sie selbst erdacht und einstudiert hatten, dass sie jede Menge Spaß und Freude an ihrem Tun haben.

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Grundsätze der Schule für freie Entfaltung

Der Impuls zum Lernen geht vom Kind aus, das aufgrund seiner Innensteuerung Lernwünsche ausdrückt, um sich zu vervollkommnen. Die Motivation zum Lernen kommt vom Kind selbst. Die Schule bietet den Freiraum, die eigenen Lernimpulse ungestört zu verfolgen.

Der Impuls zum Lernen geht vom Kind aus, das aufgrund seiner Innensteuerung Lernwünsche ausdrückt, um sich zu vervollkommnen.

Die Motivation zum Lernen kommt vom Kind selbst. Die Schule bietet den Freiraum, die eigenen Lernimpulse ungestört zu verfolgen. Es gibt keine organisatorischen, methodischen oder inhaltlichen Vorgaben.

Lernen im echten Leben statt in inszenierten Situationen: Das ganze Dorf ist Schule. Die Kinder lernen an verschiedenen Lernorten im praktischen Tun. Jahrgangsübergreifendes Lernen: Kinder aller Klassenstufen finden sich in verschiedenen Forschergruppen, Arbeitsgemeinschaften oder Projekten zusammen.

Lernen in Demokratie: Schüler bereiten die wöchentliche Schulversammlung vor und stimmen gleichberechtigt mit den Lernbegleitern über die anstehenden organisatorischen, sozialen und inhaltlichen Fragen ab.

Quelle

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Artikel: Vom Großstädter zum Landei – Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof

„Auf dem Tempelhof leben Menschen verschiedenen Alters im Einklang mit der Natur, ihren Mitmenschen und sich selbst. Das Projekt ist mit 20 Bewohnern gestartet und bekommt immer mehr Zulauf.

Es ist nicht allein die Lust am Landleben, die 110 ganz unterschiedliche Menschen in einen kleinen Weiler der Gemeinde Kreßberg zog. Es ist auch Lust an Gemeinschaft und an sozialer Verantwortung. Doch das Land, auf dem sie leben, das sie behutsam bestellen und das sie alle nährt, spielt eine entscheidende Rolle.

Rund um das kleine Dorf Tempelhof grünt und blüht es, die Ziegen weiden vor dem Eingangstor und die Bienen summen. Im Dorf selbst gibt es neben dem herrlichen Schlossbau und anderen historischen Gebäuden noch einige Bausünden jüngerer Epochen: Versiegelte Flächen, asbestgedämmte Häuser, unschöne Architektur. Seit die Bewohner vor zwei Jahren hier einzogen, haben sie viel saniert, renoviert und neu gestaltet.

Jetzt wurden in einer Mammutaktion die Außenanlagen auf Vordermann gebracht. Rund hundert Landschaftsgärtner der Bundesarbeitsgemeinschaft selbstverwalteter Gartenbaubetriebe (BASEG) sind aus ganz Deutschland angereist, um am Tempelhof lebendigen Dorfraum zu schaffen. Ehrenamtlich wurden eine Woche lang Wege angelegt und Natursteinmauern gesetzt, Beete geschaffen und bepflanzt und Sitzmöbel aus Holz gebaut. „Durch das Projekt sind wir mit den Außenanlagen einen Riesenschritt vorangekommen“, sagt Agnes Schuster, Aufsichtsrätin in der Schloss Tempelhof Genossenschaft. Während des BASEG-Sommerprojekts gab es für die Tempelhofler einen Vorgeschmack auf das künftige Dorfleben, das langfristig auf bis zu 300 Bewohner anwachsen soll.

Am Anfang hatten zwanzig Menschen – zumeist Großstädter – eine Vision vom gemeinsamen Leben. Sie machten sich auf die Suche nach einem Ort, wo sie ökologisch nachhaltig, sozial gerecht und sinnerfüllt leben könnten. Anfang 2010 wurden sie fündig: Das verlassene Dorf Tempelhof in der Nähe von Crailsheim, das im Laufe der Jahrhunderte schon eine wechselvolle Geschichte als Gutshof, Lustschloss, Kindererziehungsanstalt, Alters- und Behindertenwohnheim hinter sich hatte, wurde für das öko-soziale Mehrgenerationenprojekt „In Gemeinschaft leben“ Lebensmittelpunkt. Zum Tempelhof gehören 30 Hektar Boden, verschiedene Gebäude und landwirtschaftliche Flächen. Das Dorf wird gemeinsam aufgebaut und das Land gemeinsam bewirtschaftet. Jeder bringt sich nach seinen Fähigkeiten ein. Und plötzlich werden aus bekennenden Großstädtern überzeugte Landeier.

Dass die Menschen sich wieder mit dem Land, auf dem sie leben, verbinden, das ist eines der wichtigsten Anliegen der Tempelhofler. Es ist ein Zurück zu einer Lebensweise, die heute fast vergessen scheint: Eine nachhaltige Landwirtschaft mit biologischem Anbau regionaler Produkte, die selbst verzehrt oder direkt an andere weitergegeben werden. „Wir streben ein gesundes, gutes Leben in unserem kleinen Dorf an“, sagt Schuster und mit einem Blick über den Tempelhof und seine Ländereien fügt sie an: „In einem Appartement in der Stadt würde ich Platzangst kriegen.“

Schuster ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Das arbeitsreiche Landleben ihrer Kindheit unterscheidet sich jedoch sehr von dem Leben, das sie jetzt auf dem Land führt – in dem Arbeit für- und miteinander als Ausdruck einer tiefen inneren Essenz gilt. Sie schätzt es, die Früchte von den eigenen Feldern, aus den Gärten und Gewächshäusern ackerfrisch auf den Teller zu bekommen. „Richtig frischen Salat zu schmecken, das ist der Luxus der Einfachheit“, so Schuster.

„Für mich bedeutete das Land früher Angst vor Isolation und verkrusteten Strukturen“, sagt Jonas Dörfler, der seit 24 Jahren als Stadtplaner in Regensburg arbeitet. „Mir war immer klar: Aufs Land trau ich mich nur in Gemeinschaft.“ Der 51-Jährige traute sich und er bereute den Schritt nicht. Heute hat er beides: Er pendelt zum Arbeiten in die Stadt und lebt in der Gemeinschaft auf dem Land. „Durch das Landleben habe ich einen veränderten Blick auf die Stadt bekommen. In der Stadt umkreisen Investoren, Verkehrsströme und fremdbestimmte Mechanismen die menschlichen Inseln. Hier auf dem Land ist die menschliche Insel in einen Freiraum eingebettet.“

Birgit Fischer gehört zum sechsköpfigen Küchenteam, das täglich drei Mahlzeiten für alle Tempelhofbewohner zubereitet. „Wir schauen jeden Tag, was gerade reif ist. Das nehmen wir und kochen damit etwas Leckeres. Es ist eine große Freude, mit frischen Zutaten aus unserem Eigenanbau ein schmackhaftes Essen zuzubereiten“, sagt die gebürtige Hohenloherin.

Im ersten Jahr hat die Tempelhofgemeinschaft vor allem in die Landwirtschaft investiert. Die Bewirtschaftung des Landes dient der Selbstversorgung mit biologischen Lebensmitteln, was bereits zu 60 Prozent gelingt und der Wiederherstellung natürlicher Kreisläufe. Michael Stang (46) kümmert sich um die Bienen, die Obstbäume und die Maschinen. „Ich habe bereits mein Studium und anschließende Praktika darauf ausgerichtet, möglichst viel zu lernen, was man für ein autonomes Leben auf dem Land braucht“, sagt der Diplom-Biologe. Mit minimalem Maschineneinsatz bewirtschaften die Tempelhofler 14 Hektar Ackerfläche und ebenso viel Grünland, zweieinhalb Hektar Gemüseanbau sowie zwei Streuobstwiesen. Außerdem werden Ziegen, Schafe und Hühner gehalten.

Während die Versorgung mit Nahrung im dritten Jahr des öko-sozialen Projektes bereits gut klappt, gibt es im Bereich Energieversorgung noch Nachholbedarf. Doch auch das soll sich bald ändern. Thomas Waldhubel ist an der Entwicklung eines Energiekonzeptes beteiligt, das den Tempelhof unabhängig von fossilen Energieträgern machen soll. Die Planungsphase ist fast abgeschlossen, nun geht es an die Umsetzung. Der Psychologe und Supervisor hat 40 Jahre in Berlin gelebt. „Ich bin froh, dass ich den Großstadtdschungel hinter mir gelassen habe“, sagt er. „Hier sein und etwas Sinnhaftes tun zu können, betrachte ich als großes Geschenk.“

Das Landleben hat für die Tempelhofler einen hohen Lustfaktor: Weitab von der Hektik des Alltags, klare Luft zu atmen und die Natur im Jahreslauf zu erleben. Mit ihren Händen bearbeiten sie das Land. Und weil sie sich die Arbeit teilen – und manchmal durch engagierte Landschaftsgärtner unterstützt werden – wird sie für den Einzelnen tragbar. So funktioniert das Projekt Tempelhof: Sinnvoll auf und mit dem Land leben, Gutes hinterlassen und füreinander da sein. Und wie steht es mit dem Landfrust? Den muss man hier lange suchen.“

Quelle oder hier als PDF

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Permakultur-Seminar mit Josef Holzer am Schloss Tempelhof

Josef Holzer kommt im Mai zur Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof. Vier Tage Grundlagen Theorie- und Praxis-Kurs, mit kleinem Schwerpunkt „Wasser“. Vermutlich mit dem Wieder-Entstehenlassen eines Bauchlaufs, kleinem Teichbau und anderen Aktivitäten. Kompakt wird’s sein, mit vielen Infos und regem Austausch. Zur Anmeldung geht’s hier. Zum PDF Flyer hier.

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Doku: Ein Dorf entsteht || Schloss Tempelhof

Dies ist der dritte, aber eigentlich der erste Teil der Doku-Serie über den Schloss Tempelhof (Doku 2 hier; Doku 3 hier). Gerade erst wenige Wochen oder Monate nach dem Einzug gewährt uns die Gemeinschaft Einblicke in die Ideen, Motivation und Vision der Mitglieder. Eine inspirierende, motivierende und auch nachdenklich-machende Doku. Sendung vom SWR Fernsehen, 30. Mai 2011

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