
„Against the grain. How agriculture has hijacked civilization“ ist ein spannendes Buch über den Anfang unserer Zivilisation, und dessen Entwicklung. Ähnlich wie Daniel Quinn (hier, hier, hier) und andere, erklärt er wie der Mensch quasi das „Paradies“ verliess indem er anfing, Landwirtschaft zu betreiben. Und so ziemlich von Anfang an spielte da Reich gegen Arm eine (immer stärker werdende) Rolle. Diese Entwicklung kulminiert heute mit den weltumspannenden, alles-kontrollieren-wollende Unternehmen wie Monsanto und Co, in landwirtschaftlichen Subventionen in unglaublichen Höhen, die wiederum kaum dem Bauern, jedoch einer gigantischen Maschinerie dahinter (Traktoren, Dünger, Pestizide, Samen, …) zu Gute kommt. Wie hat sich die Lebensqualität der Menschen durch die Erfindung der Landwirtschaft verändert? Damals, früher, heute? Ein äusserst interessantes, bewegendes und ganz, ganz wichtiges Buch für unsere Zeit!






So langsam dämmert es uns: Der Regenwurm ist ein bedeutendes Tier. Was wäre die Pflanzenwelt ohne ihn? (Die Frage kann weder ich noch das Buch so genau beantworten…) Schon Charles Darwin erkannte den Wert dieser kleinen Lebewesen, die eine schier unglaubliche Arbeit erledigen – das Umgraben des Bodens. Darwin widmete einen grossen Teil seiner Zeit in seinen letzten Jahre dem Gemeinen Regenwurm, dem unscheinbaren aber eben so arbeitssamen Tier. Er errechnete schon damals wie viel Boden diese Tiere versetzen – und erkannte, was es heissen würde, wenn die kleinen Viecher nicht mehr im Boden wären. Etwas, was dank industrieller Landwirtschaft mittlerweile weitflächig zur Realität geworden ist. In ihrem Buch „Der Regenwurm ist immer der Gärtner“ schildert Amy Stewart, begeisterte Gärtnerin, von ihrer Entdeckungsreise. Irgendwo zwischen Roman, Dokumentation und Wissenschaft gelegen, erzählt sie frohgemut was sie so alles über die Tiere erfahren hat. Immer wieder sehr interessant, was man da so alles über die Tiere lernen kann. So z.B. auch dass der Gemeine (Europäische) Regenwurm in den USA nun eben nicht heimisch ist, dort aber in manchen Wäldern (Sequoia z.B.) ein ziemliches Chaos angerichtet hat, weil nämlich keine Bäumchen mehr nachwachsen können, weil das organische Material in Magen der Tiere und tieferen Bodenschichten verschwindet. Uff!
Das dritte Buch in seiner Trilogie. Ähnlich aufgebaut wie sein erstes Buch
Dieses Buch ist das zweite in der Serie von Daniel Quinn über „Takers“ und „Leavers“, über jene die sich, mit ihrer Art der Nahrungsmittelproduktion und ihrer Kultur weltweit durch gesetzt haben, und jenen, in enger Verbindung mit der Natur lebend, die zum grössten Teil assimiliert, verdrängt und getötet wurden. Also, jenen die Landwirtschaft (nach Daniel Quinn „Totalitäre Landwirtschaft“) betreiben, und jenen die als Jäger und Sammler leben. Was in seinem ersten Werk („Ishmael“) noch kurz und knapp (aber klar und bedeutungsvoll) beschrieben wurde, hat Daniel Quinn nun in einen spannenden Roman gepackt, und ziemlich gut ausgebaut. Absolut lesenswert.
Wie leben eigentlich Bäume? Wie reagieren sie auf äussere Einflüsse, wie z.B. Insekten? Können Bäume sich miteinander verständigen, kommunizieren? Haben sie Erinnerungs- und Lernvermögen? Peter Wohlleben geht in seinem Buch „Das geheime Leben der Bäume diesen Fragen nach. In flüssigem, lockerem Schreibstil lässt er den Leser an einer wunderschönen, manchmal unglaublichen, fast komplett unbekannten Welt teilhaben. Nach dem Lesen dieses Buches wird der nächste Waldspaziergang mit Sicherheit mit einer ganz anderen Wahrnehmung unternommen und erfahren werden. Klasse Buch!
„Ein Reisebericht aus der Hölle. Bilal ist ein Illegaler, unterwegs auf der berüchtigten Transitroute vom Senegal nach Libyen und weiter zur Insel Lampedusa. Bilal ist der renommierte Journalist Fabrizio Gatti, der sich als Migrant unter die anderen gemischt hat, um zu erleben, was sie erleben. Auf klapprigen Lastwagen durchqueren sie zu Hunderten die Sahara, unter unvorstellbaren Entbehrungen begeben sie sich auf einen Schreckensweg, der in Europa meist in einer Art von Sklaverei endet.“
Interessantes Buch, jedoch sollte man auf den Untertitel achten: „Eine Übersicht von A bis Z“. Während der Titel was anderes zu suggerieren mag, ist das Buch ein ziemlich gutes Nachschlagewerk was man so in der Pflanzenwelt alles essen UND anbauen kann. Im Gegensatz zu anderen Wildkräuterbüchern hat Alexander Heil versucht darauf zu achten, was denn wirklich „anbaubar“ ist und wie die Produkte dann auch in der Küche vielfältig verwendet werden können. Sehr interessantes, „dichtes“ Buch. Als Alternative kenne ich dazu eigentlich nur Martin Crawford’s „
Zwar wird meines Erachtens der Gedanke der Selbstversorgung überschätzt. Aber der Wunsch (und Tendenz) in Richtung zunehmender Eigenproduktion von Gemüse und Obst ist gut, sinnvoll und nachvollziehbar. Und für diese (wachsende) Zielgruppe bietet das Buch von Kurt Förster „Mein Selbstversorger-Garten am Stadtrand: Permakultur auf kleiner Fläche“ ziemlich viel Informationen auf wenig Seiten. Er selbst betreibt einen nun schon länger etablierten Selbstversorgergarten in der Schweiz auf 700m2, voll gefüllt mit kleinen Beispielen, die aufzeigen wie ein intelligentes Design (Permakultur!) aussehen kann, um die relativ kleine Fläche optimal, vielgestaltig, organisch zu nutzen. In seinem Buch erklärt er die Grundsätze der Permakultur, spricht über unseren ökologischen Fussabdruck, und zeigt an vielen (nicht nur eigenen) Beispielen, worauf es bei der Planung, Umsetzung, Pflege eines solchen Gartens ankommt. Eigentlich von A-Z alles dabei was es für den (guten) Einstieg in den Selbstversorgergarten braucht.
Na, das ist ja nun ein Thema mit dem sich (fast) jeder interessierte Permakulturist herum schlägt: Die Schnecken. Klar, die Standardantwort eines guten Theoretikers ist dann: Wenn du zu viele Schnecken hast, hast du den Garten nicht richtig geplant. Da fehlen dann z.B. die Laufenten. Aber nun ja, ganz so einfach ist es nicht. Gerade weil der klassische Permakulturist ja auch so gerne mulcht, und die Schnecken sich darunter so richtig wohl fühlen…
Es kann nicht mehr lange so weiter gehen wie bisher. Darin sind sich (nicht nur) die beiden Autoren des Buches „Das Ende der Welt, wie wir sie kannten: Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie, Claus Leggewie und Harald Welzer, einig. Was an diesem Buch aber, anders als bei einigen anderen „Fachbüchern“ der Art, interessant ist, ist wie die beiden die Entwicklungen der letzten Jahrhunderte und Jahrzehnte – und damit auch all unsere Probleme vom Waldsterben zur Klimaveränderung – nicht nur klar und verständlich darstellen und erklären, sondern diese auch in den Kontext unserer kulturellen Modelle und Denkmuster einpassen. Letztes macht nämlich die Lage noch deutlich schwieriger. Aber: Wie kommen wir da wieder raus? Die „Grosse Transformation“, die da ansteht, beinhaltet dementsprechend nicht nur „weniger CO2-Verbrauch“, sondern tatsächlich ein Veränderung unserer Einstellungen, Muster und – noch weiter gehend – unseres Verständnisses an politisch und gesellschaftlicher Verantwortung und Beteiligung. Ein gutes Buch, welches die Umweltproblematiken sehr gut erklärt, mögliche, propagierte Lösungen als Irrwege beleuchtet und wirkliche Lösungsmöglichkeiten aufzeigt.
In ihrem Buch 7 Ways to Think Differently beleuchtet Looby MacNamara (bekannt durch ihr Buch „People and Permaculture„) sieben Denkweisen, die unseren Verstand und unser Herz erweitern können, um neue Wege des Denkens zu ermöglichen. Ganz im Stile der Permakultur dreht es sich dabei um Beobachtungs- und Analysewerkzeuge, die zusammen getragen und destilliert wurden: Denken im Überfluss, Lösungsorientiertes Denken, systemisches Denken, Denken wie die Natur, Kooperatives Denken, Denken für die Zukunft und vom Denken zum Tun. Ein wundervolles, kleines Büchlein, welches einem hilft sein eigenes Leben anders zu denken, zu gestalten und eine Unterschied in dieser Welt zu machen.
In seinem Buch „4000 Jahre Landbau in China, Korea und Japan erzählt F.H. King lebendig von seinen Reiseerfahrungen Anfang des 20. Jahrhunderts in Japan, Korea und v.a. in China. Mit eindrucksvoller Genauigkeit erläutert er – als Professor der Agrarwissenschaften – wie es den Völkern dort über Jahrtausende gelang, trotz hoher Bevölkerungsdichte, relativ wenig Fläche und ohne viel Vieh, eine dauerhaft hohe Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Dies v.a. durch verschiedene, ausgeklügelte Methoden der Kompostwirtschaft, Mulch- und Mischwirtschaft, Gründüngung und Direktsaat. Ein grundlegendes Prinzip war dass die Nährstoffe, die der Bauern durch sein Gemüse in die Stadt brachte, auch wieder zurück kamen. So ging er – nicht nur bildlich gesehen – morgens mit seinen Trögen voll Gemüse in die Stadt, und kamen abends, auch mit vollen Trögen „Nährstoffen“, wieder zurück. Auch heute wird wohl noch in weiten Teilen Asiens auf diese Weise Ackerbau betrieben. Beeindruckend, mit welchem Wissen die Menschen dort mit dem Boden umgehen. Dies war jedoch auch immer schon Notwendigkeit gewesen, weil aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte sie sich sonst selbst den „Boden unter den Füssen weggezogen“ hätten. Ein eindrucksvolles Lehrbuch über den guten Umgang mit dem Boden.
Wie eng sind die Entwicklung der Zivilisation und der Bergbau miteinander verbunden? Und: Wie sind eigentlich die ganzen Mineralien die wir abbauen entstanden? In seinem Buch Der geplünderte Planet: Die Zukunft des Menschen im Zeitalter schwindender Ressourcen erklärt Ugo Bardi die lange Geschichte der mineralischen Ressourcen, von ihrer Entstehung, zur ersten Nutzung, und zur Plünderung im ganz grossen Stile der heutigen Zeit. Interessant zu lesen, wie eng z.B. Münzen und Krieg miteinander verbunden sind. Und wie eng Veränderungen in der Welt mit der Macht über Rohstoffe zusammen hingen. Und auch, warum wohl nie mehr im Leben unserer Erde Erdöl oder Kohle produziert werden wird.
Der Umgang mit ökologischen Ressourcen und vor allem mit dem Wasser ist das Kernproblem des dritten Jahrtausends. Aus der glücklichen Lage, in einem wasserreichen und wirtschaftsstarken Gebiet zu leben, erwächst eine globale Verantwortung, die mit dem Hahnzudrehen beim Zähneputzen bei weitem nicht abgegolten ist. Wir leben in einem Landstrich reich an Süßwasserquellen. Wir sind Weltmeister im Wassersparen und gleichzeitig im Mineralwasserkonsumieren. Beides ist ökonomisch wie ökologisch vollkommen widersinnig: Leitungen müssen wegen des sinkenden Verbrauchs mit Klarwasser gespült werden und das Märchen vom gesunden Mineralwasser hat erhebliche Folgeschäden für die Umwelt. Denn ein Liter Flaschenwasser verbraucht in der Produktion und auf dem Transport etwa ein Drittel Liter Öl. Wer wirklich Wasser sparen will, muss dies in Industrie und Landwirtschaft tun. Die Herstellung eines T- Shirts verschlingt beispielsweise 5 000 Liter Wasser. Angesichts der weltweit zunehmend bedrohten Wasserressourcen und des Klimawandels ist bewusster Konsum dringlicher denn je. Ebenso brisant ist die Konzeptlosigkeit der politischen Steuerungsebene, auf der in den letzten 20 Jahren kapitale Fehlentscheidungen getroffen wurden. Das Wasser als öffentliches Gut und das Recht auf Wasser als eines der ältesten überhaupt anzuerkennen, scheint im Privatisierungs- und Liberalisierungswahn vergessen zu sein.