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33 (!!) Gründe warum wir nix gegen den Klimawandel unternehmen

Dass wir auf dem besten Weg sind, die Klimaveränderung nicht aufzuhalten ist ja mittlerweile auch vom IPCC inoffiziell bestätigt worden (ahem, will ja nichts sagen, aber dass habe ich Anno 2011 in »meinem« Büchlein »Keeping Track of Our Changing Environment: From Rio to Rio+20 (1992-2012)« schon postuliert (»Those efforts must be strengthened; otherwise, it is very unlikely that the target of limiting temperature increase to 2°C by 2100 to reduce global warming will be met«).

Aber – und hier wird’s spannend – warum laufen wir mit offen Auges in die »Katastrophe«? Warum verändern (so viele Menschen) nicht ihren Lebensstil? Fliegen weiter in den Urlaub nach Mallorca, Indien oder Neuseeland oder zum Schoppen nach London oder Barcelona? Warum fahren wir weiter mit den CO2-spuckenden Autos? Kaufen jedes (zweite) Jahr ein neues iPhone? Konsumieren was das Zeug hält? Und gleichzeitig sind fast alle Menschen (in Deutschland) überzeugt dass es den menschengemachten Klimawandel gibt?

Nun, der Psychologe Robert Gifford hat sich darüber Gedanken gemacht – und kommt auf 33 Gründe, warum wir nicht ins Handeln kommen. 33!!! Nicht ein oder zwei oder drei. Dreiunddreissig! Grrr… Da hört bei mir dann auch jeglicher Grund, optimistisch zu sein, auf….

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Studie: Kann Biolandbau die Menschheit ernähren?

Ist es möglich, die komplette Landwirtschaft weltweit auf Öko-Anbau umzustellen? Ja, errechnen Forscher – dafür müssten wir allerdings unsere Ernährung umstellen. Mehr auf Spiegel-Online.

Andere Frage: Kann eine konventionelle-industrielle Landwirtschaft die nächsten Generationen ernähren? Oder sind in den nächsten Jahrzehnten die Böden komplett erodiert, die Insekten ausgestorben, das Grundwasser verseucht, … ? Also, was ist die Alternative?!

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Artikel: „Sie sitzen in ihren kleinen Panzern und zerstören Natur“

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Nichts wirklich Neues, für den, der sich mit dem Thema schon länger beschäftigt. Aber doch immer wieder nötig, darüber zu schreiben: „SUV-Fahrer repräsentieren den rücksichtslosen Konsum unserer Gesellschaft, sagt der Politologe Markus Wissen. Auch Elektro-Autos seien keine Lösung. Nötig ist radikales Umdenken.“ Bedenkenswerter Artikel in der Süddeutschen.

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Forget ‘the environment’: we need new words to convey life’s wonders

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Interessanter Beitrag zur Diskussion: Welche Namen verwenden wir eigentlich für das was wir als wertvoll ansehen oder schützen wollen? Und was kommunizieren wir damit? Die „Ökosystem-Dienstleistungen“ zum Beispiel – als ob die Natur dem Menschen Leistungen zudienen würde. Was für ein Quatsch. Und was für eine egozentrische und ökonomische Sichtweise auf uns und »die Natur«. Oder: Damit wir (Menschen) die Natur anders (eben mal wieder ökonomisch) bewerten können, gibt es nun »das Naturkapital«. Aber noch mehr interessante Begriffe hier im Artikel: „If Moses had promised the Israelites a land flowing with mammary secretions and insect vomit, would they have followed him into Canaan? Though this means milk and honey, I doubt it would have inspired them. …“

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Aufbauend oder abbauend? – Begriffsklärung und Richtungsentscheid, zwischen industrieller, ökologischer und „Ressourcen aufbauender“ Landwirtschaft

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P.S: Dieser Artikel wurde von mir vor einem Jahr auf einer Rückfahrt im ICE von einem PDK geschrieben, aber hat den Weg ans Licht der Öffentlichkeit bisher nicht geschafft. Da ich aber nicht dazu komme ihn weiter zu »tunen«, nun einfach in der Rohfassung hier zum Lesen.
Hier auch als PDF

Begriffsklärung und Richtungsentscheid zwischen
industrieller, ökologischer und aufbauender Landwirtschaft

von Stefan Schwarzer

Das Problem ist offensichtlich – aber wird nur von einer kleinen Gruppe von Menschen gesehen. Die Entwicklung der Landwirtschaft über die letzten Jahrzehnte, genauer gesagt seit Ende des Zweiten Weltkrieges, ist erstaunlich und besorgniserregend. Erstaunlich, weil wir gemeinhin glauben, mit einem immer weiter steigenden technischem und chemischen Einsatz immer mehr zu produzieren. Die großen Traktoren mit einem Kampfgewicht von rund 20 Tonnen, die riesigen Erntemaschinen, die stolzen Anhänger – sie können immer größere Flächen immer schneller säen, bepflanzen, bespritzen, beernten und pflügen. Jedoch, und das wird einer steigenden Anzahl von Menschen immer klarer, auf Kosten der Natur, des Bodens, der Artenvielfalt, der Anmut der Landschaft; aber auch auf Kosten der Steuerzahler und der zukünftigen Bewohner dieser Erde. Einige der Folgen: Bodenerosion und massiver Verlust fruchtbarer Böden; Artensterben bei Vögeln, Insekten, Bestäubern und im Bodenleben; Gifte, die im Boden, in den Bächen, im Grundwasser und auch in unseren Lebensmitteln landen; Genmanipulation von Pflanzen mit noch nicht absehbaren Folgen; gesundheitsgefährdende Nitratbelastung des Grundwassers; Ausweitung der „Todeszonen“ in Meeren durch Nitratbelastung; Ausbeutung nicht erneuerbarer Grundwasservorräte usw.

Die Natur ist in der Lage, verschiedenste Funktionen zu erfüllen, die für unser Überleben sehr wichtig sind. Dazu gehört das Filtern von Luft und Wasser; die Speicherung von Wasser; die Gesundhaltung von Böden. Die Natur lässt Heilpflanzen wachsen, sie ist Quelle von Erholung und Inspiration. In ihr finden wir eine hohe genetische Vielfalt.

Viele dieser Dienstleistungen werden durch die Praktiken der industriellen Landwirtschaft zerstört. Der Boden ist kaum erneuerbar, in etwa 100 Jahren “wächst” er nur um einen Zentimeter. Und doch betreiben wir eine Art der Landnutzung, die zur Verarmung führt: Wir ziehen uns quasi den Boden unter den eigenen Füßen weg, mit Abbauraten, die bis zu 100 mal größer sind als die Erneuerungsrate . Zudem töten wir mithilfe von Pestiziden nicht nur die “störenden” Unkräuter, sondern gleichzeitig ein Großteil der Lebewesen, die den Boden “beackern”. In einer Handvoll gesunder Erde leben mehr Mikroorganismen, als es Menschen auf der Erde gibt. Die Regenwürmer, die sich in einem Hektar rar gewordenen gesunden Wiesenbodens tummeln, bringen mehr Gewicht auf die Waage als die Kühe, die oben auf der Wiese grasen . Dass Boden ein überaus wichtiges Gut ist, ist uns leider meist nicht so klar. Aber nur ein gesunder Boden produziert auch gesunde, nährstoffreiche und gut schmeckende Pflanzen. Und nur ein guter, humoser Boden kann Wasser speichern – mit jedem Prozentpunkt mehr im Ackerboden sind das pro Hektar unglaubliche 130.000 Liter zusätzlich.

Unsere Landschaften sind in verschiedener Hinsicht verarmt. Agrarwüsten und Mais-Monokulturen zur Biogasproduktion leisten keine “Sicherung der zukünftigen Nahrungsmittelproduktion”, ganz im Gegenteil. Wie sollen unsere Kindeskinder auf den jetzt schon fast toten Böden noch Nahrung produzieren? Auf Böden, die kaum noch Humus haben und immer dünner werden? In Landschaften, die nur noch ein Bruchteil von Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten, wenn man sie mit jenen vor 50, 100 oder 250 Jahren vergleicht?

Eine ökologische Agrarwende ist bitter nötig. Doch neben vielen Ökobauern, die mit Überzeugung, Energie und Ausdauer eine Veränderung zum Guten zu erreichen versuchen, gibt es auch “ökologisch” wirtschaftende Landwirte, die weiterhin agroindustriell denken und nur “konventionell ohne Chemie” arbeiten, weil Produkte mit dem Label “Bio” mehr Geld einbringen. Die also weiter in großem Stile pflügen, Monokulturen anbauen, mit schweren Maschinen über die Äcker fahren, mit nicht erneuerbarem Grundwasser bewässern. Der Begriff der “ökologischen Landwirtschaft” ist, wie jeder Oberbegriff, unklar und schwammig. Was heißt es genau, “ökologisch” zu wirtschaften?

Die “ökologische Landwirtschaft”, wie sie zumeist bei uns betrieben wird, wird nicht ausreichen, um unseren Kindern und der 7. oder gar 150.Generation nach uns die gleichen oder bessere Bedingungen zum Überleben zu sichern. Wie kann das sein? Und welche Ausrichtung sollten wir dann wählen?

Die Natur ist eine ressourcenaufbauende oder regenerative Kraft: Eine von Erdrutsch oder Steinschlag zerstörte Bodenschicht wird innerhalb weniger Jahre durch Flechten, Moose und Pflanzen wieder besiedelt, die den Boden so stark verbessern, dass bald auch die ersten Sträucher und Bäume sich ansiedeln können. Nach einigen Jahren oder wenigen Jahrzehnten kann sich langsam wieder ein Wald entwickeln. Gleiches gilt für zerstörte Mangrovenwälder oder Korallenriffe, vergiftete Gewässer, verölte Meere, fast dezimierte Pflanzen- und Tierarten: Gibt man der Natur etwas Zeit und Raum, so ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sie es schafft, das wieder “gut zu machen”, was der Mensch zerstört hat.

Der englische Begriff “sustainable agriculture” – „nachhaltige Landwirtschaft” – klingt zunächst gut. Dennoch ist auch diese Form der Landwirtschaft oftmals ressourcenzerstörend, weil sie es nicht schafft, Boden, Wasser und Ökosysteme zu erhalten. Ressourcenaufbauend oder regenerativ, so wie die Natur fast überall wirkt – davon sind wir weit entfernt. Als ressourcenaufbauende können wir solche Praktiken beschreiben, die die Natur in ihrer beeindruckenden Regenerationsfähigkeit unterstützen. Und wenn wir nur bewahren („to sustain“), was da ist, dann bewahren wir auch verarmte und vergiftete Böden, eine dezimierte Tier- und Pflanzenwelt, reduzierte Rückhalt- und Filtermöglichkeiten für Wasser. Und das soll die Lösung sein? Haben wir nicht auch eine ethische Verantwortung der Natur und unseren Mitmenschen und Nachkommen gegenüber?

Seit ich angefangen habe, mich mit den Folgen der vor etwa 10.000 Jahren entstandenen Landwirtschaft zu beschäftigen, frage ich mich, ob eine “zukunftsfähige” Landwirtschaft möglich ist – oder ob das nicht ein Widerspruch in sich selbst ist. Fast alle großen Zivilisationen sind durch die Bearbeitungsmethoden der Landwirtschaft zusammengebrochen. Ob wir nach Mesopotamien schauen, zu den Griechen oder den Römern, zu den Mayas und Azteken oder auch zu ackerbaulich wirtschaftenden Natives in den USA: In allen Fällen war der Verlust an Boden nach einigen Jahrhunderten so groß, dass nur noch eine dünne Ackerkrume übrig blieb. David Montgomery und Jared Diamond führen das in ihren Büchern “Dreck” bzw. “Kollaps” sehr anschaulich aus.

Um eine wahrlich “enkeltaugliche” Landwirtschaft zu entwickeln, müssen wir weitergehen, als wohl selbst die meisten ökologisch wirtschaftenden Betriebe es machen. Wir brauchen eine regenerative Agrikultur, die die ausgebeuteten Ressourcen auffüllt, aufbaut, regeneriert. Dieser aus der Permakultur inspirierte Ansatz scheint mir derzeit der einzige wahre Begriff zu sein für die Herkulesaufgabe, die vor uns liegt. Aber wie kann man Ressourcen aufbauen, wenn schon die ökologische Landwirtschaft kaum wirtschaftlich arbeiten kann?

Ein Blick in die Natur mag helfen: Dort schaffen vielfältige Strukturen auch vielfältigen Lebensraum, schützen Boden und Tiere mit vielfältigen Methoden. Vielfalt scheint ein wichtiger Faktor zu sein. Auch ist der Boden in der Natur mit ganz wenigen Ausnahmen eigentlich immer bedeckt. Zerstört ein Erdrutsch, eine Lawine oder ein Brand die Vegetationsschicht, dann dauert es meist nicht lange, bis Schutz und Aufbau des Bodens schnell von kleinen und bald größeren Pflanzen wieder übernommen wird. Daraus können wir lernen: Der Boden sollte ständig bedeckt sein. Und wird können mit Pflanzen arbeiten, die über viele Jahre und Jahrzehnte nutzbar sind. Nur ein kleines Beispiel: Es gibt in Italien Kastanien, die über tausend Jahre alt sind . 1.000 Jahre, in denen nicht gepflügt werden musste, nicht gewässert, nicht gespritzt. Sondern einfach nur im Herbst geerntet. Ist das nicht ein unglaubliches Zeugnis des wirklich “nachhaltigen” Wirtschaftens der Natur? Wie sähe unser Boden, unsere Landschaft aus, wenn wir die Kohlenhydrate weniger aus Getreide und mehr aus Kastanien, Wal- und Haselnüssen gewinnen würden?

Was wiederum ein anderes Problem lösen könnte: Unsere Nahrung ist seit der Entwicklung der Landwirtschaft sehr einseitig geworden – zum Nachteil unserer Gesundheit. Jäger und Sammler bezogen nur 20 bis 30 Prozent ihrer Nahrung aus Kohlenhydraten, wir aber zu 70 Prozent, zumeist aus nur vier Sorten: Weizen, Reis, Mais, Kartoffel. Getreide bietet jedoch wenig Vitamine oder Mineralstoffe. So manche “Zivilisationskrankheit“ kann man darauf zurückführen.

Bäume pumpen außerdem aus größeren Bodentiefen Wasser und Nährstoffe herauf – was sie widerstandsfähiger gegen Trockenheiten macht, das Mikroklima positiv verändert und den Boden um den Baum herum wiederum nährt, wenn der Baum diese Nährstoffe im Herbst in Form von Laubfall abgibt. Zudem können Bäume den Wind bremsen, was die Bodenerosion vermindert. Sie schützen den Boden vor Regen und halten ihn viel besser zusammen, sodass Wassererosion kaum mehr eine Rolle spielt. Die Integration von Bäumen in die Äcker nennt man Agroforstwirtschaft und ist eine Praxis, die in manchen Bereichen der Erde schon weit verbreitet ist.

Was sind weitere Methoden der “aufbauenden Landwirtschaft” (mehr dazu auch in unserem Buch „Die Humusrevolution„)?

• Pfluglose oder Minimal-Bodenbearbeitung – Eine bodenschonende Bearbeitung fördert die Entwicklung des Bodenlebens (Bakterien und Pilze), die Festigkeit des Bodens, den Humusaufbau und die Wasserspeicherkapazität
• Direkteinsaat – In eine bestehende, oft lebende, Bodenbedeckung einsäen und damit den Boden vor Erosion schützen und das Bodenleben nähren
• Untersaaten und Zwischenfrüchte – Ständige Bodenbedeckung und Nahrung für das Bodenleben
• große Fruchtfolgen – Das Bodenleben stärken, „Schadinsekten“ schwächen
• Mulchen des Bodens – Ständige Bodenbedeckung
• Holistisches Management – Ganzheitliche Ausrichtung des Betriebes, inklusive ökonomischer, sozialer (persönlich und gesellschaftlicher) und ökologischer Ziele
• Rotierendes Weide-Management – verschiedene Tierarten folgen aufeinander in eng gesteckten Parzellen
• Wasserrückhalt und -speicherung durch Teiche und Gräben
• Keyline-Design – Landschaftsgestaltung, Bodenaufbau und Wassermanagement
• Mischkulturen – Vielfalt in den Kulturen fördern
• die Nutzung mehrjähriger (Gemüse)Pflanzen – Die Vorteile mehrjähriger Pflanzen (tiefere Wurzeln, weniger Pflegeaufwand, höhere Nährstoff) nutzen
• Indigene Praktiken wie Waldgärten, Terra-Preta-Technik oder Milpa-Kulturen

In den letzten 50 Jahren mussten 19 von 20 Bauern aufgeben. Das Prinzip „Wachse oder weiche“ ist eine völlig falsche Entwicklung, es fördert agroindustrielle Monokulturen und macht die Größten noch größer. Eine vielfältige Nutzung der Landwirtschaft und eine regenerative Agrikultur ist nur möglich, wenn mehr Menschen dort arbeiten – möglichst händisch und ohne fossile Energie. Das macht Lebensmittel zwar teurer, aber qualitativ viel besser und gesünder – was wiederum Gesundheitskosten einspart. Dies alles bedarf jedoch Unterstützung der Verbraucher und Konsumentinnen. Das Modell der solidarischen Landwirtschaft zeigt an vielen verschiedenen Orten der Welt, welches Potential in dieser Art der Zusammenarbeit steckt.

Am Schloss Tempelhof ist uns diese “aufbauende Landwirtschaft” ein wichtiges Anliegen. Wie wir unsere Anbaumethoden im Kleinen und Großen ändern oder anpassen müssen, um dieses hohe Ziel zu erreichen, ist ein beständiges In-Frage-Stellen, Forschen, über-unseren-Tellerrand-hinaus-Blicken. Wir bewirtschaften gut 20 Hektar landwirtschaftlicher und gärtnerischer Fläche mit vier Gewächshäusern, 150 Hühnern, 70 Bienenvölkern und 5 Schweinen. Unser Ansatz einer solidarischen Landwirtschaft wird von den Mitgliedern der Lebensgemeinschaft getragen. Wir sind damit ein kleiner und feiner „Hoforganismus”, der ganzjährig 140 Menschen versorgt und Vollpension für 8.000 Übernachtungen stellt.

Wir möchten mit innovativen Techniken und Methoden den Tempelhof zu einem Modellbetrieb für eine aufbauende Landwirtschaft entwickeln, ausprobieren und aufzeigen, was möglich ist (ein Forschungsprojekt ist im Frühjahr 2017 gestartet); Workshops für Gärtner und Landwirte anbieten; ein jährlich stattfindendes Symposium “Aufbauende Landwirtschaft” entwickeln. Das Ziel ist, eine Begegnungsfläche für geistig offene konventionelle und ökologische Landwirte, Gärtnerinnen und Permakulturisten zu entwickeln und damit in die Breite zu wirken. Wir wollen ein Forschungsbetrieb sein, welcher verschiedenen Fragestellungen nachgeht und zukunftsfähige Möglichkeiten des Landbaus aufzeigt.

Viele Grüße,

Stefan Schwarzer

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In der Größe liegt die Zukunft (?!)

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Deutschland, eine Bio-Nation? Noch ist der ökologische Landbau eine große Nische. Doch einige Landwirte zeigen bereits, wie Bio den Markt übernehmen könnte. In der WirtschaftsWoche werden diese in der Reihe „Bio am Limit“ vorgestellt. Drei interessante Artikel über Bio, Größe und Wachstum, die Fragen stellen, Antworten geben, aber auch Fragen aufwerfen… Wie groß muß/darf Bio sein? Wie „wirtschaftsfähig“ soll/kann/darf/muss ein landwirtschaftlicher Betrieb sein? Gilt größer/schneller/weiter auch weiterhin?

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Artikel & Interview: Auf gutem Grund

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Interessanter Artikel im Kölner-Stadt-Anzeiger Magazin: Auf gutem Grund. Ein Bericht über das (Permakultur-in-spe) Projekt Schloss Türnich und ein Interview mit mir:

Herr Schwarzer, was ist Boden für Sie?
Ein lebendiger Organismus. Eine Mischung aus totem Gestein und Lebendigem. Erst die Lebewesen machen den Boden zu Bo- den. Dass er beseelt ist, voll von Leben, diesen so wichtigen Punkt haben wir in den vergangenen 50 Jahren völlig vernachlässigt. Man kann das Leben im Boden, abgesehen vom Regenwurm, ja nur unter dem Mikroskop sehen. Wir mussten uns auch gar nicht damit beschäftigen, was lebendigen Boden eigentlich ausmacht, weil wir Pflanzen mit chemischem Dünger zwangsernähren konn- ten.AberlangsamfindeteinParadigmenwechselstatt.Wirfangen endlich an, Boden anders zu betrachten.

Warum ist es so wichtig, fruchtbaren Boden zu erhalten, wenn wir offenbar mit künstlichem Dünger gut zurecht gekommen sind?
Pflanzen sind in ihrer Entwicklungsgeschichte schon ganz früh Verbindungen eingegangen mit Pilzen und Bakterien im Boden. Die „Zusammenarbeit“ mit den Pilzen findet nur statt ohne künst- liche Ernährung. Während Kunstdünger eine gewisse Bandbreite an Nährstoffen kurzfristig zur Verfügung stellt – bis zu 50 Prozent dieser Nährstoffe werden von der Pflanze gar nicht aufgenommen und landen im Grundwasser – sind es nicht unbedingt die, die die Pflanze gerade benötigt. Das komplexe Zusammenspiel von Pflanze, Pilzen und Bakterien sowie die Bildung von Humus er- lauben es der Pflanze zu jedem Zeitpunkt auf die Stoffe zurückzu- greifen, die sie gerade braucht. Und ermöglicht ihr, auch in Tro- ckenzeiten an Wasser zu kommen, über die Pilzfäden, auf die sie sonst nicht zugreifen kann. Chemischer Dünger, Pestizide sowie Pflügen zerstören dieses natürliche Zusammenspiel.

Warum ist der Boden ein Klimasünder, wie Sie in Ihrem Buch „Die Humusrevolution“ schreiben?
Humus, also fruchtbare Erde mit einem hohen Anteil an organi- schem Material, besteht ja zu fast 60 Prozent aus Kohlenstoff. Ein guter Teil des Kohlendioxids, welches in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten in der Luft gelandet ist, stammt nicht nur aus der Verbrennung von Erdöl oder Kohle. Sondern aus der Verände- rung der Landschaft und den Bearbeitungsmethoden, die wir in der industriellen Landwirtschaft nutzen: Beim Pflügen zum Bei- spiel gelangt Humus an die Luft, und der darin enthaltene Kohlen- stoff oxidiert. Das heißt, er geht eine Verbindung mit Sauerstoff ein, wird zu CO2 und entweicht in die Luft. Rund ein Drittel des Kohlenstoffs,welcherdurchdieMenschheitseitderindustriellen Revolution bis 1980 der Atmosphäre hinzugefügt wurde, stammt vom Pflügen unserer Felder.

Dennoch sagen Sie, mit Hilfe von Humus könnten wir den Klima- wandel stoppen. Ist das nicht widersprüchlich?
Nein. Weil wir diesen Effekt, der vor allen Dingen durch die Inten- sivierung der Landwirtschaft eine andere Dimension angenom- men hat, auch wieder rückgängig machen können. Wir können das CO2 aus der Luft durch Humus wieder in den Boden bringen und somit zu einer positiven Veränderung beitragen. Und zwar indirekt, durch die Pflanzen, die Photosynthese betreiben, und dafür CO2 aus der Luft nehmen und damit Kohlenstoff in Form von Zucker produ- zieren und ihn wieder in den Boden pumpen. Dort bleibt er, sofern wir ihn nicht durch Pflügen wieder in die Luft bringen.

Wie kann das gelingen?
Ständige Bodenbedeckung ist ein wichtiger Schritt. Die Äcker dürfen nicht brachliegen. Wir brauchen Pflanzen, die den Kohlenstoff akku- mulieren, und müssen dem Boden Kompost und Mikroorganismus zu- führen, die ihn zum Leben erwecken und der Pflanze helfen, ihre Auf- gabe zu erfüllen. Das Ziel ist eine pfluglose Landwirtschaft. Und Äcker, die ständig bedeckt sind von Pflanzen, die entweder zur Ernte da sind oder dem Boden helfen, lebendig zu bleiben, was wiederum da- bei hilft, dass die nächste Kultur besser wächst. Und als dritter wichti- ger Punkt ständiger Fruchtwechsel.

Humus hat aber noch weitere wichtige Funktionen. Welche?
Humus birgt viele Nährstoffe für die Pflanzen. Außerdem ist er ein gro- ßer Wasserspeicher. Ein Prozent mehr Humus im Boden auf einen Hektar gerechnet kann 160000 Liter Wasser zusätzlich speichern. In Zeiten des Klimawandels, wo wir schon jetzt aber noch mehr in Zu- kunft mit längeren Trockenperioden zurecht kommen müssen, ist dies ein wichtiger Faktor. Mehr Humus führt so außerdem dazu, dass wir weniger Überschwemmungen haben, da der Boden ja wieder vermehrt größere Mengen an Regenwasser speichern kann. Er sorgt außerdem dafür, dass wertvoller Boden erhalten bleibt, der sonst vom Acker weg- gespült wird und in die Bäche und Flüsse verschwindet.
Wenn durch unsere Art der Landwirtschaft stetig Boden verschwindet, verlieren wir dann irgendwann nicht den Boden unter unseren Füßen? Eine britische Bauernzeitschrift betitelte letztens einen Artikel mit: „Wir haben noch Boden für 60 Ernten“. Es ist ein Thema, das von der gesamten Gesellschaft völlig unterschätzt wird. Das Buch „Dreck“ von David Montgomery sollte jeder gelesen haben. Es macht deutlich, wie die Landwirtschaft dazu geführt hat, dass Zivilisationen fast we- gen der damit verbundenen Bodenerosion zusammengebrochen sind.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Als das römische Reich 400 vor Christus langsam anfing zu wachsen, galt Italien als das Land, in dem Milch und Honig floss, mit unglaub- lich fruchtbaren Ländereien. 400 Jahre nach Christus herrschte in Ita- lien dann das Bild vor, das wir auch heute noch haben. Da wächst Wein und da wachsen Oliven, also Pflanzen, die vor allem auf kargem, stei- nigem Boden gedeihen. Weswegen die Römer letztendlich in Tunesien und Libyen einmarschiert sind, um diese Länder als Kornkammer zu benutzen, weil sie nämlich zu Hause – aufgrund des Verlustes an Län- dereien – nicht mehr genügend produzieren konnten.

Auch Deutschland ist heute abhängig von Agrarflächen im Ausland.
Genau, vor dem gleichen Problem stehen wir heute. Fast 50 Prozent der Lebensmittel für Europa kommen von außerhalb Europas. Wir gehen woandershin, um dort zu produzieren, weil hier bei uns nicht mehr ge- nügend hergestellt werden kann.

Was kann denn jeder von uns tun?
Sich überlegen, welche Produkte er einkauft und wo er sie kauft. Zum lokalen Landwirt gehen und fragen: Wie siehst du das mit CO2 und Kli- maveränderung? Wer Bioprodukte kauft, hat schon einen guten Schritt getan. Auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon kann jeder etwas tun, indem er den Boden nicht umgräbt und für gute Kompostierung sorgt.

Das Gespräch führte Jasmin Krsteski

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Die überzeugenden Eigenschaften der Strahlungswärme

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Interessanter Artikel zum Thema Heizung. Dass die klassischen Heizkörper zwar von der Energie-Lobby gern gesehen werden, aber super ineffektiv sind, ist ja schon weiter verbreitet. Schliesslich geht es nicht darum, den Raum aufzuheizen, sondern die Strahlungwärme im Raum anzuheben. Siehe das obige Bild, was jeder kennt: Ein Spät-Wintertag, die Sonne scheint schon kräftig, und obwohl die Lufttemperatur deutlich unter Null Grad liegt, kann man sich im T-Shirt in die Sonne legen. Würden wir dieses Prinzip auf unsere Wohnungen übertragen, kämen wir mit einem Bruchteil der Wärmeenergie aus, und bräuchten uns auch weniger Sorgen um Gesundheit, Allergene usw. zu machen. Einen Einblick in diese Thematik bieten diese Artikel.

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Permakultur 3.0

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Heutzutage wird ja alles 3.0 – beim Web 2.0 sind wir schon vorbei, Bio 3.0 wurde ja letztens auch schon hier gepostet… Jetzt ist auch die Permakultur dran sich upzugraden. Zwar wussten wir noch nicht, dass wir überhaupt gerade in der Phase 2.0 sind – aber was soll’s. Wichtig ist die Entwicklung als ständige Komponente. Nun ja, lest selbst den Vorschlag. Leider ist das Dokument doch etwas umfangreich – was denn auch direkt meine erste Kritik ist; wer hat schon Zeit so viel zu lesen. Etwas mehr Dichte hätte ich mir wirklich gewünscht. Es steht viel Interessantes drin, allerdings auch vieles was eh schon meiner Meinung nach geschieht – Vernetzung, Wissenschaft einbinden, Entwicklung grösserer Projekte, … Die Liste ist lang und durchaus interessant, ansprechend. Und die PK-Bewegung ist ja auch in ständiger Veränderung. Die Bezeichnung 3.0 halte ich jedoch für irreführend und wenig nützlich; viele seiner Ideen sind schon in der Umsetzung/Nutzung. Aber lest selbst rein – und teilt mal mit wie ihr das seht…

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Lesenswerte Artikel

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Treibhausgase: Forscher ermitteln Chinas Beitrag zur Klimaerwärmung. Fast ein Viertel des Treibhausgases CO2 stammt mittlerweile aus China – dennoch ist das Land derzeit nur für ein Zehntel der Erwärmung verantwortlich, sagt eine Studie. Sie liefert noch weitere Überraschungen.

Erfolg im Klimaschutz: Energiebedingter CO2-Ausstoß steigt nicht weiter. Fortschritte bei der Eindämmung des CO2-Ausstoßes: Zwei Jahre nacheinander sind die globalen Emissionen durch die Energieerzeugung nicht gestiegen. In Deutschland schwärzen Stromexporte die CO2-Bilanz.

Treibhausgas: CO2 macht großen Sprung. Das Treibhausgas CO2 gilt als Treiber der Klimaerwärmung. Nun melden Forscher die schnellste Zunahme des Gases seit Beginn der Messungen.

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Lesenswertes

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Kann eine Pflanze sich erinnern? Scheint so… Beim Fallen einer Mimosen-Art ziehen sich am Anfang die Blätter zusammen, aber sie lernt, und reagiert bald nicht mehr drauf.

Lachs-Fische (in den USA) sind mit verschiedenen Drogen, Anti-Depressiva und anderen Medikamenten „verunreinigt“. Ausschweifender Konsum und Kläranlagen die es nicht schaffen diese Stoffe zu eliminieren sind wohl der Grund.

Die längste Periode der Korallen-Bleiche ist noch nicht vorbei. Erst drei Mal gemessen, ist diese dritte Periode einer globalen Korallen-Bleiche noch lange nicht zu Ende.

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Artikel zu Kompost- und Regenwürmern

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Na, so langsam beschäftigt sich die Forschung ja auch mit „alternativen“ Ansätzen. Interessant zum Beispiel die Untersuchung zu den Bodenbakterien und dem Geschmack des Weines. Diese beiden hier fielen mir in die Hände, gerade zu einem Zeitpunkt als wir anfingen ausrangierte Badewannen für einen Wurmkompost (auf Kaffeesatz) umzufunktionieren, und sich die Gärtnerei über den Wurmtee freute – und deutliche Wachstumssteigerungen bei der Anzucht erkannte. Auch der Wurmkompost wird im Frühjahr dann verwendet – er wird in die Anzuchtserde gemischt.

Humic substances from vermicompost enhance urban lettuce production
Urban agriculture is growing worldwide with the growth of cities. Urban agriculture represents about 20 % of Cuban agriculture. In Cuba, urban agriculture is institutionalized and organized with ecological principles. For instance, local agriculture enhances food security and decreases the use of nonrenewable fertilizers. However, organic crop production in urban environments is challenging because of intensive plant nutrient requirements and disease incidence. Here, we tested an innovative technology based on plant growth promoters isolated from vermicompost and applied directly to lettuce leaves. We monitored plant metabolism by measuring the activities of nitrate reductase, an enzyme linked to N assimilation, and of phenylalanine ammonia lyase, an enzyme linked to plant defense. The experiment was conducted in the organic urban system in Guines, Cuba. We applied liquid humates at 10, 15, or 20 mg C L−1 once at the seedling stage and again 15 days after transplantation. Our results show that humates at 15 mg C L−1 shortened by 21 days the lettuce production cycle, allowing early harvesting without changing quality while increasing yields expressed as the number of leaves per plant. Humate application also decreased total carbohydrate, increased protein, increased nitrate uptake, and stimulated nitrate reductase and phenylalanine ammonia lyase in lettuce leaves.

Earthworm services for cropping systems. A review
Intensive agriculture is often criticized for negative impacts on environment and human health. This issue may be solved by a better management of organisms living in crop fields. Here, we review the benefits of earthworms for crops, and we present techniques to increase earthworm abundance. The major points are the following: (1) Earthworms usually improve soil structural stability and soil porosity and reduce runoff. (2) Earthworms modify soil organic matter (SOM) and nutrient cycling. Specifically, earthworms stabilize SOM fractions within their casts, and they also increase the mineralization of organic matter in the short term by altering physical protection within aggregates and enhancing microbial activity. (3) The positive correlation between earthworm abundance and crop production is not systematic, and contrasting effects on yields have been observed. Earthworms induce the production of hormone-like substances that improve plant growth and health. (4) Direct drilling increases earthworm abundance and species diversity, but the beneficial effect of reduced tillage depends upon the species present and tillage intensity. (5) Organic amendments enhance earthworm abundance. (6) Earthworms feeding at soil surface are the most exposed to pesticides and other agrochemicals. Finally, we discuss how to combine management practices, including inoculation, to increase the earthworm services. We conclude that using earthworm services in cropping systems has potential to boost agricultural sustainability.

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Der Mythos der Selbstversorgung

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Das Thema Selbstversorgung fasziniert einen grossen Teil der Permakultur-Interessierten. Auch für mich war dies einer der ersten Anknüpfungspunkte: Ich habe einen Garten – wie kann ich mich damit selbst versorgen? Aber: Kann (sollte) dies überhaupt ein Ziel sein? Schliesslich macht die Nahrungsmittelversorgung nur einen kleine Teil meiner Bedürfnisse aus, die ich befriedigen will und muss, um „gut“ zu leben. Dazu kommen z.B. Wärme, Strom, Wasser, Kleidung, aber auch Liebe, Zuneigung, Kommunikation – also soziale und psychische Bereiche. Und noch einiges mehr.

Toby Hemenway hat dazu einen interessanten Artikel geschrieben:

A mass emailing went out a while back from a prominent permaculturist looking for “projects where people are fully self sufficient in providing for their own food, clothing, shelter, energy and community needs. . .” There it was, the myth of “fully self sufficient,” coming from one of the best-known permaculturists in the world. In most US permaculture circles, the idea that anyone could be self sufficient at anything past a very primitive level was abandoned a while ago, and the softer term “self reliant” replaced it. But even self-reliance is barely possible, and, other than as way of expressing a desire to throw off the shackles of corporate consumerism, I don’t think it’s desirable.

I took a Googling cruise around the internet and found that “self sufficient” shows up as a desirable goal on several top permaculture websites. I’d like to hammer a few coffin nails into that phrase. My dictionary says that self sufficient means being “able to maintain oneself without outside aid.” Who lives without outside aid? No one. Let’s unpack that a bit further. The meaning of “self sufficient in food” is something most of us can agree on: supplying 100% of your food needs from your own land and efforts. I have never met anyone who has done this. I’m sure there are a few people doing it, but even subsistence farmers usually raise, alongside their food, a cash crop to buy the foods that are impractical for them to grow.

I hear people say they are growing 30%, 50%, even 70% of their own food. What they usually mean is that they are growing fruits and vegetables that make up some percentage of the total cost or weight—but not calories—of their food. Vegetables are high in wet weight, but low in calories. If you are growing 100% of your own vegetables, they provide about 15-20% of your daily calories, unless you are living mostly on potatoes or other starchy veggies. Most daily calories come from grains, meat, or dairy products. So if you’re not raising large-scale grains or animals, it’s unlikely that you are growing more than one-quarter of your own food, measured honestly by nutritional content. In that case, it’s not accurate to claim you are “70% food self-sufficient.” If you are getting most of your calories from your land, you’re almost certainly a full-time farmer, and I salute you for your hard work. Now we begin to see how difficult, and even undesirable, self sufficiency is. You won’t have time for much else if you are truly food self-sufficient, even in a permaculture system.

But even if you grow all your own food, can you claim you are self sufficient if you don’t grow all your own seeds? Provide all your fertility? Where do your farm tools and fuel come from? Permaculturists understand as well as anyone how interconnected life is. At what point do you claim to be disconnected from the broad human community in anything? Is there really a way to be “fully self sufficient” in food?

Let’s take a quick pass at clothing, shelter and energy. Even if you sew all your clothes, do you grow the cotton, raise the sheep? If you milled all the lumber or dug the stone for your home, did you forge the glass, fabricate the wiring? In the off-the-grid house, what complex community of engineers and factories assembled the solar panels? We’re reliant on all of that.

Claiming self sufficiency in almost anything insults and ignores the mountain of shoulders we all stand on. US permaculturists are a pretty politically correct crew, and it became obvious to some of us that “self sufficient” was not just impossible, but was a slap in the face to all those whose sweat provides for us, and was another perpetuation of the cowboy ethic that puts the individual at the center of the universe. So the term morphed into “self reliance,” to show that we know we are interdependent, but are choosing to be less reliant on others. At its best, self reliance means developing skills to provide for basic needs, so we can stop supporting unethical and destructive industries. But I see much less need for self-reliant people who can do everything themselves, and much more need for self-reliant communities, where not everyone knows how to weave or farm, but there is clothing and food for all.

There is still a deep prejudice in permaculture, as websites and emails show, that doing it all ourselves, and on our own land, is the most noble path. And insofar as our skills make us less dependent on corporate monopolies, developing the abilities that we think of as self-reliant is worth doing. However, the more we limit our lives to what we can do ourselves, the fewer our opportunities are. Each connection outside ourselves enriches us. When we create a web of interdependencies, we grow richer, stronger, safer, and wiser. Why would you not want to rely on others? To fully probe that would take us down a psychological rabbit-hole, but some of it is grounded in a belief that others are unreliable or unethical, and that we weaken ourselves by interdependencies. But the old saying “if you want a job done well, do it yourself” simply shows poor management skills.

If you’re still skeptical, I’ll resort to scripture: a quote from the Book of Mollison, Introduction to Permaculture, page two: “We can also begin to take some part in food production. This doesn’t mean that we all need to grow our own potatoes, but it may mean that we will buy them directly from a person who is already growing potatoes responsibly. In fact, one would probably do better to organize a farmer-purchasing group in the neighborhood than to grow potatoes.”

As veteran permaculture designer Larry Santoyo says, go to the highest generalization to fill your needs. Thinking “I must grow my food” is painfully limited. Thinking “I must satisfy food needs responsibly” opens up a vast array of possibilities, from which you can choose the most stable and appropriate. Individual efforts are often less stable and resilient than community enterprises. And they’re bad design: self-reliance means that a critical function is supported in only one way. If you grow all your food and get hurt, you are now injured, hungry, and watching your crops wither from your wheelchair. That won’t happen in a community farm. And for those worried about an impending collapse of society, the roving turnip-bandits are much more likely to raid your lonely plot while you sleep exhausted from a hard day of spadework, and less likely to attack a garden protected by a crew of strong, pitchfork-wielding farmers who can guard it round the clock.

Creating community reliance gives us yet another application of permacultural zones: Zone zero in this sense is our home and land. Zone one is our connection to other individuals and families, zone two to local commerce and activities in our neighborhood, zone three to regional businesses and organizations, zone four to larger and more distant enterprises. Why would we limit ourselves to staying only in zone zero? We can organize our lives so that our need for zone-four excursions—say, to buy petroleum or metal products—is very limited, while our interactions with the local farmers’ market and restaurants are frequent. This builds a strong community.

Self reliance fails to grow social capital, a truly regenerative resource that can only increase by being used. Why would I not want to connect to my community in every way that I can? If we don’t help fill our community’s needs, there’s more chance that our neighbors will shop at big-box stores. An unexamined belief in self reliance is a destructive myth that hands opportunity to those who are taking our community away from us.

If you love being a farmer, then yes, grow all your own food. And sell the rest for the other things you need, in a way that supports your community. But is there really a difference between a farmer exchanging the product of her labor—food—for goods and money, and me selling the product of my labor—education—for goods and money? We both are trading our life energy within a system that supports us, and I’d like to think that we are both making wise ethical choices.

A good permaculture design is one that provides for the inhabitants’ needs in a responsible and ecologically sound manner. But there’s nothing in permaculture that says that it’s important for all yields to come from the owner’s site! If I can accomplish one thing in this essay, it is to smash that myth. Permaculture design simply says that our needs and products need to be taken care of responsibly in our design, not on our own land. That design can—and must—include off-site connections. If you are an acupuncturist whose income is provided by your community and you are getting most of your needs met from mostly local sources you believe to be ethical, then that’s excellent permaculture design. Your design will be stronger if your needs and products are connected to many off-site elements and systems.

It’s very permacultural to develop skills that will connect you more deeply to land, home, and community. And sometimes the skills that we gained in search of self reliance are the same ones we need to be more community-reliant. But self reliance, as a goal in itself, is a tired old myth that needs to die. It’s unpermacultural.

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